Draußen ist es kalt, drinnen soll es angenehm bleiben – und trotzdem willst du frische Luft, ohne jedes Mal die Heizwärme „mit rauszuwerfen“. Genau dafür ist eine simple Faustregel praktisch: kurz, vollständig öffnen, dann wieder zu.
Die 5×5-Regel als Basis: fünfmal täglich fünf Minuten
Die Idee hinter 5×5 ist simpel: Fenster nicht kippen, sondern vollständig öffnen – und zwar so kurz, dass die Raumluft ausgetauscht wird, aber Wände und Möbel nicht auskühlen. Für die kalte Jahreszeit nennen Verbraucherzentralen als Richtwert oft 3 bis 5 Minuten bei niedrigen Außentemperaturen oder Wind, weil der Luftaustausch dann schnell geht.[1] Das Umweltbundesamt beschreibt ebenfalls kurze Lüftungszeiten (je nach Temperatur/Wind) und nennt als Orientierung in der kalten Jahreszeit pro Raum etwa fünf Minuten.[2]
Die 5×5-Regel ist damit ein alltagstauglicher „Autopilot“:
- 5 Mal am Tag Fenster ganz auf.
- 5 Minuten pro Runde (bei starkem Wind oder deutlich unter 0 °C reichen oft auch 3 Minuten).[1]
Stoßlüften und Querlüften: so wird 5×5 richtig effizient
5 Minuten bringen am meisten, wenn du wirklich Luft austauschst. Das klappt als Stoßlüften (ein Fenster weit auf) – oder noch schneller als Querlüften (zwei gegenüberliegende Fenster, kurz Durchzug). Genau diesen Ansatz empfehlen auch Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium: kurz und weit öffnen, im Winter reichen meist wenige Minuten.[2][3]
Damit du es ohne Nachdenken umsetzen kannst:
- Stoßlüften: ein Fenster komplett auf, Tür zum Raum gern offen lassen.
- Querlüften: gegenüberliegende Fenster öffnen, wenn es die Wohnung hergibt – dann ist der Austausch schneller.[3]
Kipplüften: warum es im Winter oft nicht dein bester Standard ist
Kipplüften wirkt gemütlich, aber es zieht die Lüftung in die Länge. In vielen Wohnungen führt das dazu, dass du deutlich länger „Wärme nach draußen“ abgibst, als wenn du kurz komplett öffnest.[1] Dazu kommt: Rund um den Fensterbereich kühlen Laibungen schneller aus – gerade wenn das Fenster sehr lange gekippt bleibt.
Das heißt nicht, dass „kippen“ immer verboten ist. Für deinen Grundrhythmus (frische Luft + Kosten im Griff) ist 5×5 mit Stoß-/Querlüften aber meist der klarere Weg.[1]
Feuchtigkeit: der eigentliche Grund, warum 5×5 so gut funktioniert
Im Winter geht es beim Lüften nicht nur um „frisch“, sondern auch um Feuchte. Kochen, Duschen, Atmen, Wäsche trocknen – das alles landet als Wasserdampf in der Raumluft. Wird der nicht regelmäßig rausgelüftet, steigt das Schimmelrisiko. Verbraucherzentralen erklären das sehr klar: Wenn Feuchtigkeit nicht abgeführt wird, kann Schimmel entstehen – besonders in kühleren, wenig beheizten Bereichen.[4]
Damit du einen greifbaren Zielbereich hast: Das Umweltbundesamt empfiehlt, die relative Luftfeuchte zur Schimmelvermeidung grob zwischen 40 und 60 Prozent zu halten.[2] Die Verbraucherzentrale Energieberatung nennt denselben Bereich als Empfehlung und rät, die Werte z. B. mit einem Hygrometer zu kontrollieren.[5]
Typische Momente, in denen du 5×5 „sofort“ nutzt (statt irgendwann später):
- nach dem Duschen oder Baden, weil der Wasserdampf sonst im Bad bleibt.[2]
- nach dem Kochen, besonders bei viel Wasserdampf (Pasta, Suppen, Braten).
- bei Wäsche in der Wohnung, weil die Raumluft dabei stark feuchter wird.[4]
Heizen und Lüften: das Zusammenspiel, das Heizkosten wirklich beeinflusst
Ein kleiner Handgriff macht beim Lüften viel aus: Heizung kurz runter, Fenster auf, danach wieder normal. Das Bundesumweltministerium empfiehlt ausdrücklich, beim Lüften die Heizung abzudrehen und im Winter eher kurz zu lüften.[3]
Zwei weitere Punkte, die oft unterschätzt werden:
- Temperaturen nicht stark schwanken lassen. Zu kalte Räume begünstigen Feuchteprobleme an kühlen Stellen; das Bundesumweltministerium rät dazu, Räume ausreichend und möglichst konstant zu heizen (als Orientierung werden Mindesttemperaturen genannt).[6]
- Heizkörper nicht zustellen. Wenn die warme Luft nicht zirkulieren kann (Möbel, lange Vorhänge), entstehen eher kühle Ecken – und genau dort wird Feuchte schneller zum Problem.
Dein 5×5-Lüftungsfahrplan für den Alltag
Wenn du willst, dass sich das Thema von selbst erledigt, hilft eine feste Struktur. So könnte dein Tag aussehen – und du passt ihn nur noch an, wenn viel Feuchte entsteht:
- Morgens: 5 Minuten Stoßlüften im Schlafzimmer, danach kurz im Bad (falls geduscht wird).[2]
- Vormittags: 5 Minuten im Wohn-/Arbeitsbereich.
- Mittags: 5 Minuten nach dem Kochen in der Küche (oder direkt danach).[2]
- Nachmittags: 5 Minuten einmal quer, wenn möglich (schnellster Austausch).[3]
- Abends: 5 Minuten vor dem Schlafengehen – das hilft, die „Tagesluft“ rauszubekommen.
Wenn du ein Hygrometer nutzt, kannst du noch genauer werden: Steigt die Luftfeuchte dauerhaft über den empfohlenen Bereich, ist das ein klares Signal, dass eine zusätzliche 5-Minuten-Runde sinnvoll ist.[5]
Fazit: 5×5 macht Lüften im Winter planbar
Wenn du im Winter nicht jedes Mal neu überlegen willst, ist 5×5 ein guter Standard: kurz, komplett, regelmäßig. Kombiniert mit „Heizung beim Lüften kurz runter“ und einem Blick auf die Luftfeuchte hast du frische Luft, weniger Feuchteprobleme – und vermeidest, dass Wärme unnötig lange entweicht.[1][3]
Quellen
- Verbraucherzentrale: Heizen und Lüften – so geht’s richtig (abgerufen am 13.01.2026)
- Umweltbundesamt: Wie lüfte ich richtig? Tipps und Tricks zur Lüftung (abgerufen am 13.01.2026)
- Bundesumweltministerium: Richtiges Lüften und Heizen (abgerufen am 13.01.2026)
- Verbraucherzentrale: Richtiges Heizen und Lüften – Strategie gegen Schimmel (abgerufen am 13.01.2026)
- Verbraucherzentrale Energieberatung: Richtig lüften (Schimmel/Feuchte) (abgerufen am 13.01.2026)
- Bundesumweltministerium: Empfehlungen zu Raumtemperaturen und Lüften (abgerufen am 13.01.2026)
FAQs zum Thema Richtig lüften bei Kälte
Reicht 5×5 wirklich aus, um Schimmel zu vermeiden?
5×5 ist ein guter Grundrhythmus, weil er regelmäßig Feuchte aus der Wohnung bringt. Entscheidend ist aber, wie viel Feuchtigkeit bei dir entsteht (Duschen, Kochen, Wäsche) und wie kühl einzelne Bereiche sind. Als Zielbereich nennt das Umweltbundesamt eine relative Luftfeuchte von etwa 40 bis 60 Prozent.[2] Wenn du darüber liegst, hilft eine zusätzliche 5-Minuten-Runde oder konsequentes Lüften direkt nach Feuchte-Spitzen.[4]
Was ist im Winter besser: Stoßlüften oder Querlüften?
Beides funktioniert. Querlüften ist meist schneller, weil der Luftaustausch durch Durchzug stärker ist. Stoßlüften ist die einfache Standardlösung, wenn du nur ein Fenster pro Raum hast. Kurze Lüftungszeiten im Winter werden von Verbraucherzentrale und Bundesumweltministerium als sinnvoll beschrieben.[1][3]
Muss ich beim Lüften die Heizung wirklich runterdrehen?
Ja, das lohnt sich. Das Bundesumweltministerium empfiehlt, während des Lüftens die Heizung abzudrehen, damit sie nicht gegen das offene Fenster „anheizt“.[3] Nach dem Schließen stellst du wieder auf dein normales Niveau – so bleibt der Ablauf effizient.