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Reifendruck bei Winterreifen: So triffst du den richtigen Wert

Im Winter ist der Reifendruck ein klassisches Reizthema: Du steigst morgens ins kalte Auto, startest den Motor – und plötzlich leuchtet die Reifendruck-Warnlampe. Dabei war gestern doch noch alles okay? Keine Sorge, meistens hast du keinen Platten.

Das Problem ist simple Physik: Kälte lässt den Druck sinken. Viele Autofahrer gleichen das falsch aus oder tappen in die „Garagen-Falle“. Hier erfährst du, wie du den Wert so einstellst, dass die Lampe ausbleibt und du sicher durch Schnee und Matsch kommst.

Die Kurz-Formel für Eilige

Nimm den empfohlenen Wert vom Hersteller (siehe Tankdeckel oder Türrahmen). Da der Druck bei Kälte sinkt (ca. 0,1 bar pro 10 °C), ist im Winter oft ein kleiner Puffer sinnvoll. Experten wie der ADAC raten dazu, etwa 0,1 bis 0,2 bar über dem Basiswert zu liegen.[1][3]

Die „Garagen-Falle“: Warum viele unwissentlich mit zu wenig Druck fahren

Das ist der häufigste Fehler, der selten erklärt wird: Du prüfst den Luftdruck in deiner Garage (oder in einer Werkstatthalle). Dort hat es vielleicht entspannte 15 °C. Du stellst den Druck exakt nach Vorgabe ein.

Dann fährst du raus. Draußen sind es -5 °C. Allein durch diesen Temperatursturz von 20 Grad verliert dein Reifen rechnerisch rund 0,2 bar an Druck.[2] Ohne dass Luft entweicht, bist du plötzlich unter dem empfohlenen Wert.

Die Lösung: Wenn du im Warmen misst, musst du diesen Temperaturunterschied bedenken. Deshalb ist ein kleiner Puffer von 0,1 bis 0,2 bar im Winter oft sinnvoll – besonders wenn du im Warmen geprüft hast oder die Temperatur stark fällt.

Das Phänomen der „morgendlichen Warnlampe“

Viele kennen das: Morgens bei Frost geht die Reifendruck-Kontrollleuchte (RDKS/TPMS) an. Du fährst besorgt los zur Arbeit – und nach 10 Kilometern geht die Lampe plötzlich wieder aus.

Was ist passiert?

Über Nacht ist der Reifen ausgekühlt, der Druck sank unter die Warnschwelle. Durch das Fahren (Reibung und Walkarbeit) hat sich der Reifen erwärmt, die Luft hat sich ausgedehnt, der Druck stieg wieder in den grünen Bereich.

Darf man das ignorieren?

Nein. Es ist ein Zeichen, dass dein „Kalt-Druck“ grenzwertig niedrig ist. Du fährst also genau an der untersten Kante. Beim nächsten Tankstopp solltest du dringend etwas nachfüllen.

Wo finde ich den wirklich richtigen Wert?

Verlass dich nicht auf das Internet oder den Wert „der schon immer drin war“. Die verbindlichen Daten für dein Auto kleben fast immer am Fahrzeug selbst:

  • Im Tankdeckel (Innenseite)
  • An der B-Säule (Fahrertür öffnen und auf den Rahmen schauen)

Wichtig für den Ski-Urlaub: In diesen Tabellen gibt es meist zwei Spalten: „Leicht beladen“ (Alltag) und „Voll beladen“ (Urlaub/Koffer). Wenn du mit Familie und Dachbox in den Schnee fährst, solltest du den höheren Wert nehmen, sonst wird das Auto bei Ausweichmanövern instabil.

Die Sache mit dem Grip: Mehr oder weniger?

Früher gab es den Stammtisch-Tipp: „Lass im Winter Luft ab, dann hast du mehr Auflagefläche auf Schnee.“

Das ist heute nicht mehr zeitgemäß.

Moderne Winterreifen brauchen einen stabilen Druck. Mit zu wenig Druck wird die Aufstandsfläche zwar größer, aber der Reifen walkt stärker, lenkt schwammiger ein und baut weniger stabil Grip auf. Bleib also beim Herstellerwert plus kleinem Puffer.[3]

Alltagstipp: Wenn das Ventil klemmt

Im Winter sind die Ventilkappen oft festgefroren oder durch Salzwasser korrodiert. Bevor du an der Tankstelle stehst und mit klammen Fingern fluchst:

Dreh die Kappen zu Hause einmal kurz auf und wieder zu. Und an der Tankstelle: Handschuhe an – Metallkappen können bei Frost unangenehm werden.

Sonderfall E-Auto: Reichweite vs. Sicherheit

Beim E-Auto im Winter kämpfst du ohnehin um jeden Kilometer Reichweite. Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand drastisch – das kostet dich im Winter unnötig Strom. Hier ist der korrekte Druck (gerne an der oberen Toleranzgrenze) einer der einfachsten Hebel, um die Reichweite zu stabilisieren.[4]

Fazit: Deine Checkliste für die Tankstelle

Damit du Ruhe hast, mach es einmal richtig:

  • Basiswert im Tankdeckel oder Türholm nachschauen.
  • Bei Kälte einen kleinen Puffer einplanen (oft 0,1 bis 0,2 bar).
  • Ventilkappen kurz prüfen, ob sie sich gut öffnen lassen.
  • Falls dein Auto es verlangt: Reifendruck-Kontrolle im Bordmenü neu kalibrieren.

FAQs zum Thema Reifendruck Winterreifen

Warum leuchtet meine Reifendruck-Lampe nur morgens?

Weil es morgens am kältesten ist. Der Druck sinkt durch die Kälte unter den Grenzwert. Wenn du fährst, erwärmt sich der Reifen, der Druck steigt, und die Lampe geht oft wieder aus. Du solltest trotzdem dringend Luft nachfüllen.

Ist weniger Druck bei Schnee besser?

Nein. Moderne Winterreifen brauchen den korrekten Druck, um stabilen Grip aufzubauen. Zu wenig Druck führt zu schwammigem Fahrverhalten und erhöhtem Verschleiß.[3]

Muss ich den Druck ändern, wenn ich in den Skiurlaub fahre?

Ja, wenn das Auto voll beladen ist (Personen + Gepäck). Schau in die Tabelle im Tankdeckel: Der Wert für „Vollbeladung“ ist oft deutlich höher (meist hinten). Vergiss nicht, nach dem Urlaub wieder Luft abzulassen.

Wie viel bar verliere ich durch Kälte?

Als Faustregel gilt: Pro 10 °C Temperaturabfall sinkt der Druck um etwa 0,1 bar (genauer: 0,07–0,14 bar).[2]

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