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Carsharing im Urlaub: So nimmst du Miles, Sixt & Co. mit

Für den schnellen Einkauf oder den Weg zum Bahnhof ist Carsharing in großen Städten längst Alltag. Doch was passiert, wenn du länger weg willst? Kann man mit einem Auto von Miles, Sixt Share oder Free2move eigentlich in den Urlaub fahren? Oder macht es mehr Sinn, erst am Zielort ein Carsharing-Auto zu mieten, anstatt sich an den langen Schlangen der klassischen Autovermietungen am Flughafen anzustellen?

Die Antwort lautet: Carsharing und Urlaub passen hervorragend zusammen, wenn man die Tarife kennt. Wer hier allerdings spontan den normalen Minutentarif anlässt und ans Meer fährt, erlebt bei der Abrechnung sein blaues Wunder. In diesem Ratgeber zeigen wir dir die zwei besten Strategien für Carsharing auf Reisen und erklären dir, in welche fiesen Fallen du nicht tappen darfst.

Variante 1: Das Carsharing-Auto von Zuhause mitnehmen

Du wohnst in einer Großstadt und willst für ein langes Wochenende an die Ostsee oder für eine Woche nach Dänemark? Dann kannst du das Carsharing-Auto von deiner Haustür einfach mitnehmen. Fast alle großen Free-Floating-Anbieter (wie Miles oder Sixt Share) bieten dafür spezielle Tages- oder Wochenpakete an.

Du buchst das Auto in der App direkt für beispielsweise 3, 7 oder 14 Tage. Der riesige Vorteil gegenüber klassischen Mietwagen (wie Europcar oder Hertz): Du sparst dir den Weg zur Vermietstation, hast keinen lästigen Papierkram am Schalter und – das ist der größte Pluspunkt – das Benzin oder der Ladestrom ist im Preis oft schon inklusive!

Allerdings gibt es bei dieser Variante zwei entscheidende Haken, die du kennen musst:

  • Du darfst das Auto am Urlaubsort zwar parken, aber die Miete dort nicht beenden. Du zahlst also auch für die Tage, an denen das Auto ungenutzt vor der Ferienwohnung steht. Die Miete kann nur in dem Geschäftsgebiet beendet werden, in dem du das Auto ursprünglich abgeholt hast.
  • Fahrten ins Ausland sind bei fast allen Anbietern erlaubt (z.B. nach Österreich, Italien oder Dänemark), müssen aber in der App vorher als „Auslandsfahrt“ angemeldet (und bezahlt) werden. Wer ohne Freischaltung über die Grenze fährt, riskiert drastische Vertragsstrafen.

Variante 2: Carsharing erst am Urlaubsort nutzen

Wenn du mit dem Zug oder dem Flugzeug anreist, macht es oft mehr Sinn, sich erst vor Ort ein Auto zu besorgen. In vielen europäischen Großstädten kannst du dich mit deinem deutschen Account problemlos in lokale Carsharing-Apps einloggen. Share Now (mittlerweile Free2move) funktioniert beispielsweise in Paris oder Mailand genauso wie in Berlin.

Für den klassischen Strandurlaub (z.B. auf Mallorca, in Südfrankreich oder an der Algarve) gibt es jedoch kaum kommerzielle Free-Floating-Anbieter. Hier schlägt die Stunde des Peer-to-Peer-Carsharings (Privates Carsharing). Plattformen wie Getaround, SnappCar oder Turo funktionieren im Grunde wie Airbnb, nur für Autos. Einheimische vermieten dort ihre privaten PKWs an Urlauber.

Das ist oft deutlich günstiger als die großen Mietwagenfirmen am Flughafen, du bist umfassend über die Plattform versichert und die Übergabe erfolgt meist kontaktlos per Smartphone direkt am Bahnhof oder Flughafen.

Die 3 größten Fallen beim Urlaubs-Carsharing

Egal, ob du das Auto von Zuhause mitnimmst oder erst vor Ort buchst, diese typischen Anfängerfehler solltest du unbedingt vermeiden:

  1. Das Auto per App öffnen und schließen funktioniert nur, wenn dein Smartphone und das Auto eine stabile Internetverbindung haben. Wenn du das Auto im Urlaub in einer tiefen, gut abgeschirmten Tiefgarage parkst, kannst du es danach eventuell nicht mehr per App aufschließen! Parke im Urlaub am besten immer oberirdisch.
  2. Wer sich erst am Flughafen in einer neuen Carsharing-App registriert, steht oft ohne Auto da. Die Überprüfung deines Führerscheins und deines Personalausweises (meist per Video-Ident) kann an Wochenenden oder Feiertagen bis zu 48 Stunden dauern. Registriere dich immer schon Wochen vor der Reise.
  3. Achte bei den Tagespaketen penibel auf das Kilometerlimit! Meist sind in einem Wochenpaket nur eine bestimmte Anzahl an Kilometern inklusive. Jeder weitere gefahrene Kilometer wird teuer einzeln abgerechnet und kann die Urlaubskasse ruinieren.

Checkliste für Auslandsfahrten

Wenn du mit einem deutschen Carsharing-Auto ins Ausland fährst, bist du selbst dafür verantwortlich, dass die lokale Ausrüstung an Bord ist. Fehlt in Österreich die Vignette, in Frankreich das Alkoholtestgerät oder in Italien die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl an Warnwesten, zahlst du bei einer Kontrolle das Bußgeld aus eigener Tasche. Verlasse dich nicht darauf, dass der Carsharing-Anbieter das Auto für ausländische Gesetze ausgestattet hat.

Fazit: Für wen lohnt sich das?

Carsharing im Urlaub lohnt sich vor allem für Rundreisen und Kurztrips. Wer einen Städtetrip macht und nur für zwei Tage einen Ausflug ins Umland plant, fährt mit privaten Carsharing-Plattformen oder lokalen Free-Floating-Autos deutlich günstiger und flexibler als mit einem klassischen Mietwagen.

Auch die Langzeittarife der großen Anbieter sind genial, weil das Benzin inklusive ist. Wenn du jedoch planst, zwei Wochen am Stück im Ferienhaus in Italien zu sitzen und das Auto eigentlich nur für die Hin- und Rückreise brauchst, zahlst du beim Carsharing unnötig viele Stehtage. Hier ist die klassische Kombination aus Flug/Zug und einem kleinen Mietwagen für einzelne Tage meist die günstigere Wahl.

FAQs zum Thema Carsharing auf Reisen

Darf ich mit einem Carsharing-Auto ins Ausland fahren?

Ja, bei den meisten großen Anbietern (wie Miles oder Sixt Share) sind Fahrten in angrenzende europäische Länder erlaubt. Du musst dies jedoch zwingend vorab in der App anmelden. Dafür wird meist eine pauschale „Unlock-Gebühr“ für das Ausland (Cross-Border-Fee) fällig.

Muss ich das Auto im Urlaub tanken?

Bei den klassischen Carsharing-Anbietern ist das Benzin oder der Ladestrom im Preis des Tagespakets inbegriffen. Du tankst das Auto mit einer Tankkarte, die im Auto liegt, oder per App an Partner-Tankstellen. Bei privaten Peer-to-Peer-Anbietern (wie Getaround) musst du das Auto hingegen meistens vollgetankt zurückgeben.

Kann ich die Miete am Urlaubsort einfach beenden?

Nein. Ein Free-Floating-Auto, das du in Deutschland gemietet hast, muss zwingend auch wieder im ursprünglichen Geschäftsgebiet (meist sogar in derselben Stadt) abgestellt werden, um die Miete zu beenden. Im Urlaubsort kannst du die Miete nur „parken“ – die Zeit läuft also weiter.

Ist mein deutscher Führerschein im Ausland für Carsharing gültig?

Innerhalb der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) wird der deutsche Führerschein problemlos akzeptiert. Wenn du jedoch in den USA oder in anderen außereuropäischen Ländern lokale Carsharing-Dienste nutzen willst, benötigst du bei der Registrierung meist zusätzlich einen internationalen Führerschein.

Was passiert bei einem Unfall im Ausland?

Du bist über den Carsharing-Anbieter auch im Ausland versichert (meist mit einer vorher festgelegten Selbstbeteiligung). Wichtig ist: Rufe bei einem Unfall im Ausland immer die lokale Polizei zur Unfallaufnahme und kontaktiere umgehend die Hotline des Carsharing-Anbieters. Ohne polizeiliches Protokoll bleibst du oft auf den Kosten sitzen.

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