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Wie lang ist die Chinesische Mauer? Fakten zum Weltwunder

Die „Chinesische Mauer“ ist ein bisschen wie ein riesiges Puzzle aus sehr vielen Epochen. Wenn du fragst, wie lang sie ist, hängt die Antwort deshalb davon ab, was genau du mitzählen willst: nur die berühmten Stein-Abschnitte bei Peking – oder wirklich alle bekannten Wallanlagen, Gräben und Verbindungslinien über Jahrhunderte hinweg?

Wie lang ist die Chinesische Mauer wirklich?

Die aktuell wichtigste Referenz ist die große Erhebung der chinesischen Denkmalbehörde (State Administration of Cultural Heritage, SACH). Dabei kam heraus: Die Gesamtanlage umfasst 21.196,18 Kilometer.[1] UNESCO beschreibt die Größenordnung ebenfalls mit „mehr als 20.000 km“ – als Weltkulturerbe zählt dabei das System aus Mauern, Pässen, Wachtürmen und Befestigungen.[2]

Was viele überrascht: Diese Zahl meint nicht „eine durchgehende Mauer“. Sie setzt sich aus sehr vielen Einzelteilen zusammen, die teils weit auseinanderliegen, zwischendurch zerstört wurden oder nur noch als Reste im Gelände existieren.

Warum du so viele unterschiedliche Zahlen findest

Im Netz kursieren mehrere „Längen der Mauer“, und die sind nicht automatisch falsch – sie messen nur Unterschiedliches.

Wichtig sind vor allem zwei Werte:

  • Die große Gesamtlänge (21.196,18 km) zählt die bekannten Abschnitte über verschiedene Dynastien hinweg zusammen.[1]
  • Die Ming-Abschnitte allein wurden schon früher separat vermessen und liegen bei rund 8.851,8 km (je nach Auswertung/Abgrenzung).[3]

Der Kernunterschied ist die Abgrenzung. Die Gesamtmessung zählt nämlich nicht nur „Steinmauer“, sondern auch andere Befestigungsarten, die historisch dazugehört haben (z. B. Erd- und Stampflehmwälle, Gräben oder natürliche Barrieren, wenn sie als Teil des Verteidigungssystems dokumentiert sind).[1]

Was in der 21.196,18-km-Zahl enthalten ist

Die SACH-Erhebung war kein reines „Lineal anlegen“, sondern eine Bestandsaufnahme mit Feldarbeit und Kartierung. Dabei wurden auch sehr viele Einzelstellen und Relikte erfasst – nicht nur die touristischen Highlights. In Berichten zur Erhebung ist von zehntausenden identifizierten „Sites“ die Rede (also Mauerstücke, Pässe, Türme, Befestigungen etc.).[1]

Wenn du dir das praktisch vorstellst, ist es eher ein Netzwerk als eine Linie. Dazu passt auch, dass UNESCO die Mauer als militärisches Grenzsystem beschreibt, das sich in Bautechnik, Material und Zustand stark unterscheidet – je nach Region und Epoche.[2]

Wie misst man so etwas überhaupt?

Früher basierten viele Angaben auf historischen Texten, lokalen Karten und manueller Vermessung. Das Problem: Verläufe sind in Bergregionen schwer zugänglich, teils überwachsen, teils abgetragen.

Heute wird kombiniert gearbeitet – grob gesagt so:

  • Satelliten- und GIS-Kartierung hilft, Verläufe großflächig zu erfassen und zu plausibilisieren.
  • Geländeteams prüfen und dokumentieren vor Ort, ob es wirklich Mauerreste sind (und welcher Epoche sie zugeordnet werden).
  • Archäologische Einordnung entscheidet, was als Bestandteil des Systems zählt – und was nur „irgendwo ein Wall“ ist.
  • Am Ende wird konsolidiert: Abschnitte werden zusammengeführt, Doppelzählungen vermieden, Lücken erklärt.

Das ist auch der Grund, warum Zahlen aus verschiedenen Jahrzehnten voneinander abweichen können: Nicht zwingend, weil „früher falsch gemessen“ wurde, sondern weil die Datengrundlage inzwischen viel vollständiger ist.

Ist die Chinesische Mauer vom Weltraum aus sichtbar?

Das gehört zu den bekanntesten Mythen. NASA formuliert es sehr klar: Von der Mondoberfläche ist sie nicht sichtbar – und selbst aus dem Erdorbit ist sie mit bloßem Auge meist schwer auszumachen.[4] Der Punkt ist simpel: Viele Mauerabschnitte sind relativ schmal, farblich nicht extrem kontrastreich und liegen in Landschaften, die aus der Entfernung ähnlich wirken.

Warum die „Länge“ mehr ist als eine Quizfrage

Die Zahl ist nicht nur ein Fun-Fact. Sie hat Konsequenzen – zum Beispiel für Denkmalschutz, Forschung und Tourismusmanagement. Je größer das erfasste System, desto komplexer wird die Aufgabe, Schäden, Erosion und menschliche Eingriffe zu kontrollieren. UNESCO betont den außergewöhnlichen universellen Wert gerade als Gesamtsystem aus Verteidigung, Infrastruktur und historischer Entwicklung.[2]

Und: Wenn du in Artikeln auf Deutsch die 21.196 km liest, ist das inzwischen auch im Mainstream angekommen – etwa in deutschen Medien, die diese offizielle Größenordnung aufgreifen.[5]

Quellen

  1. China Daily: Bericht zur SACH-Erhebung „Great Wall stretches 21,196 km“ (offizielle Gesamtlänge und Kontext der Vermessung). (abgerufen am 06.01.2026)
  2. UNESCO World Heritage Centre: „The Great Wall“ (Einordnung als Weltkulturerbe, Systemcharakter, Größenordnung). (abgerufen am 06.01.2026)
  3. Xinhua (English): „Facts about the Great Wall“ (u. a. Ming-Länge aus der 2009er Vermessung und Kontext). (abgerufen am 06.01.2026)
  4. NASA: „Great Wall of China“ (Einordnung zur Sichtbarkeit aus dem All). (abgerufen am 06.01.2026)
  5. WirtschaftsWoche: Erwähnung der Größenordnung (21.196 km) im Kontext einer Einordnung/Metapher. (abgerufen am 06.01.2026)

FAQs zum Thema Wie lang ist die Chinesische Mauer?

Warum sagen manche, dass die Chinesische Mauer „8.851 km“ und andere „21.196 km“ lang ist?

Weil es zwei unterschiedliche Zählweisen sind. Die rund 8.851 km beziehen sich vor allem auf die Ming-Abschnitte als historisch zusammenhängend ausgewerteten Schwerpunkt. Die 21.196,18 km sind die Gesamterhebung über viele Dynastien hinweg – inklusive sehr vieler Einzelreste und unterschiedlicher Befestigungsarten.[1][3]

Ist die Chinesische Mauer wirklich „durchgehend“?

Nein. Sie besteht aus vielen Abschnitten, die historisch unterschiedlich gebaut, erneuert oder zerstört wurden. Die „Chinesische Mauer“ ist eher ein Verteidigungssystem als eine durchgehende Linie.[2]

Kann sich die offizielle Länge der chinesischen Mauer in Zukunft nochmal ändern?

Ja, das ist möglich. Wenn neue Abschnitte eindeutig identifiziert oder besser abgegrenzt werden, können sich Datenstände aktualisieren. Große Sprünge sind eher unwahrscheinlich – aber Präzisierungen sind bei Denkmal-Inventaren normal.

Stimmt es, dass man die Chinesische Mauer aus dem All sehen kann?

Der Mythos hält sich hartnäckig, aber NASA ordnet das sehr deutlich ein: Von der Mondoberfläche ist sie nicht sichtbar, und selbst aus dem Erdorbit ist sie mit bloßem Auge meist schwer zu erkennen.[4]

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