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Warum deine Achseln jucken – und was du dagegen tun kannst

Du hebst kurz den Arm – und sofort meldet sich dieses Brennen in der Achsel. Vielleicht ist die Haut nur trocken, vielleicht reagiert sie auf Deo (Deodorant) oder Rasur. Manchmal steckt auch ein Ekzem oder ein Pilz dahinter. Mit ein paar klaren Schritten lässt sich das meist schnell eingrenzen.

Warum ausgerechnet die Achsel so schnell juckt

Die Achselhöhle ist eine kleine „Dauerbaustelle“ für Haut: Wärme, Schweiß, Reibung durch Kleidung und dazu häufig Rasur. Wenn die Hautbarriere dabei gereizt wird, kippt das Gleichgewicht leicht – dann juckt es, brennt oder wird rot.

Ein Klassiker ist Intertrigo (Hautwolf): eine Entzündung in Hautfalten, ausgelöst durch Feuchtigkeit und Scheuern. In Achseln kann das genauso passieren wie unter der Brust. Und wenn die Haut schon wund ist, setzen sich Pilze oder Bakterien leichter obendrauf und machen die Stelle hartnäckiger.[1]

Erster Check: Was hat sich in den letzten Tagen geändert?

Bevor du an seltene Ursachen denkst, lohnt ein kurzer Realitätscheck. Achsel-Jucken startet sehr oft nach kleinen Änderungen, die man im Alltag kaum bemerkt: neues Deo, anderer Weichspüler, frischer BH (Büstenhalter) mit enger Kante, neue Sportshirts oder eine Rasur, bei der die Haut etwas mitgenommen wurde.

Wenn du gerade erst umgestellt hast, ist das ein brauchbarer Hinweis. Bei Kontaktallergien reagiert das Immunsystem auf bestimmte Stoffe überempfindlich – und die Stelle wird genau dort auffällig, wo der Auslöser aufliegt.[2] Das kann Deo sein, aber genauso Waschmittelrückstand im Shirt.

Neben Allergie gibt es auch irritative Reaktionen: Die Haut findet einen Inhaltsstoff schlicht zu „scharf“ (zum Beispiel Alkohol im Produkt), ohne dass es eine echte Allergie ist. Das Ergebnis sieht im Alltag ähnlich aus.

Deo und Antitranspirant: Wenn „sauber“ die Haut reizt

Viele Deos enthalten Duftstoffe oder Alkohol. Antitranspirantien enthalten zusätzlich Wirkstoffe, die die Schweißbildung drosseln. Beides kann bei empfindlicher Haut zu Rötung und Juckreiz führen – besonders, wenn du direkt nach der Rasur aufträgst.

Kontaktallergien sind dabei nicht selten: Der Allergieinformationsdienst beschreibt, dass in Europa schätzungsweise rund 20 Prozent der Bevölkerung gegen mindestens eine Substanz eine Kontaktallergie haben.[3] Das heißt nicht, dass „jede Achsel“ eine Allergie ist – aber es erklärt, warum ein neues Produkt manchmal sofort Ärger macht.

Wenn du testen willst, ob es am Deo liegt, hilft ein einfacher Schritt: Für einige Tage pausieren oder auf eine parfümfreie Sensitive-Variante wechseln. Wenn es dann rasch ruhiger wird, ist die Richtung ziemlich klar.

Rasur, kleine Entzündungen und eingewachsene Haare

Rasur ist für die Achselhaut ein Stresstest: Mikroverletzungen, Reibung, danach Deo – und schon ist die Haut „offen“ für Reizung. Dazu kommen eingewachsene Haare oder eine leichte Follikulitis (Entzündung der Haarfollikel): kleine rote Punkte, manchmal ein bisschen schmerzhaft, manchmal vor allem juckend.

Wenn du das kennst, ist weniger Technik oft mehr: scharfe Klinge, Rasur mit Gleitmittel, danach nur mild waschen und der Haut Zeit geben. Wenn die Haut gerade gereizt ist, kann ein paar Tage Rasurpause wirklich entlasten.

Pilz in der Achsel: Woran du denkst, wenn es feucht und hartnäckig wird

In einer warm-feuchten Achsel fühlen sich auch Pilze wohl – vor allem, wenn die Haut durch Schweiß und Reibung aufgeweicht ist. Das kann wie ein geröteter Ausschlag aussehen, manchmal mit Nässen oder Randbetonung. Viele greifen dann reflexartig zu Kortison (Cortison) – und genau da wird es tückisch: gesund.bund.de weist bei Hautpilz (Ringelflechte/Tinea corporis) darauf hin, dass Kortison den Ausschlag „schöner“ wirken lassen kann, der Pilz sich aber weiter ausbreitet. Kortison sollte in solchen Situationen nur gezielt und meist kombiniert eingesetzt werden.[4]

Wenn du also den Verdacht hast, dass es eher „feucht-pilzig“ ist (Nässen, wiederkehrend, in Hautfalten, vielleicht auch an anderen Stellen), ist die Apotheke ein sinnvoller Zwischenstopp. Dort bekommst du ein passendes Antimykotikum (Pilzmittel) und Hinweise zur Anwendung. Wenn nach einigen Tagen keine klare Besserung kommt, ist ärztliche Abklärung die bessere Abkürzung.

Was du heute und morgen machen kannst

Damit die Achselhaut überhaupt wieder zur Ruhe kommt, hilft ein klarer Mini-Plan, der ohne Spezialwissen funktioniert:

  1. Sanft reinigen, dann gründlich trocknen. Lauwarm, mild, ohne Duftstoff-Bombe. Danach tupfen statt rubbeln. Intertrigo entsteht in Hautfalten besonders durch Feuchtigkeit und Scheuern – genau hier setzt du an.[1]
  2. Reibung reduzieren. Lockeres Shirt, möglichst atmungsaktiv. Wenn eine Naht oder ein enger Ärmel genau in die Achsel drückt, wechsel das für ein, zwei Tage.
  3. Deo-Pause oder Umstieg auf parfümfrei. Gerade nach Rasur ist das oft der Unterschied zwischen „wird besser“ und „bleibt gereizt“.
  4. Nicht wild cremen. Bei nässender Hautfalte kann zu fettige Pflege das Klima verschlechtern. Wenn du etwas brauchst, eher dünn und reizarm.
  5. Bei Pilz-Verdacht gezielt Pilzmittel statt Kortison allein. Kortison kann Hautpilz verschleiern – das nennt gesund.bund.de ausdrücklich als Problem.[4]

Wenn Knoten, Schmerz und „immer wieder“ dazukommen

Nicht jeder Juckreiz ist „nur gereizt“. Wenn du wiederkehrende schmerzhafte Knoten, Abszesse oder nässende Stellen in der Achsel hast – manchmal auch in Leiste oder unter der Brust – lohnt es sich, an Hidradenitis suppurativa (Acne inversa) zu denken. Die AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) hat dazu eine aktuelle S2k-Leitlinie (Stand 2024) veröffentlicht.[5] Das ist kein Thema für Selbstdiagnose, aber ein wichtiger Marker: Wenn aus „Juckreiz“ regelmäßig „entzündliche Knoten“ werden, ist Dermatologie (Hautarzt) der richtige Ort.

Wann du das ärztlich abklären lassen solltest

Wenn es „nur“ gereizt ist, wird es mit Ruhe, Trockenheit und dem richtigen Produktwechsel oft in wenigen Tagen besser. Ärztlich sinnvoll ist es, wenn eines davon passt: starke Schmerzen oder deutliche Wärme; Eiter oder übler Geruch; Fieber oder Krankheitsgefühl; rasches Ausbreiten; keine Besserung nach etwa einer Woche trotz konsequenter Schonung; wiederkehrendes Muster über Wochen.

Gerade bei Verdacht auf Kontaktallergie kann ein Epikutantest (Pflastertest) klären, welcher Stoff der Auslöser ist – gesund.bund.de beschreibt Kontaktallergie als immunologische Überreaktion, oft schon auf kleine Mengen.[2]

Wie du Rückfälle kleiner machst, ohne den Alltag umzubauen

Wenn die Stelle abgeheilt ist, reichen oft drei Gewohnheiten, die nicht nerven: Textilien wählen, die Schweiß nicht stauen; Deo/Antitranspirant so auswählen, dass deine Haut nicht dauerhaft gereizt wird; Rasur so planen, dass die Haut danach ein paar Stunden „nackt“ bleiben darf (also nicht direkt Deo und enger Stoff obendrauf).

Wenn du merkst, dass du generell stark schwitzt und dadurch ständig ein feuchtes Milieu hast, kann auch das der Verstärker sein. In Routinedaten aus Deutschland wurde Hyperhidrose (krankhaftes Schwitzen) bei Erwachsenen 2020 bei rund 0,7 Prozent diagnostiziert – was eher zeigt, dass viele Fälle im Alltag nie ärztlich erfasst werden.[6] Wenn Schwitzen und Hautreizungen dich regelmäßig einschränken, kann es sich lohnen, das einmal gezielt anzusprechen.

FAQs zum Thema Achseln jucken

Kann ein neues Deo wirklich allein Juckreiz in der Achsel auslösen?

Ja. Duftstoffe, Alkohol oder bestimmte Zusätze können die Achselhaut irritieren oder eine Kontaktallergie triggern. Kontaktallergien entstehen durch eine Überreaktion des Immunsystems – manchmal reichen kleine Mengen am richtigen Ort.[2]

Woran erkenne ich, ob ein Pilz hinter dem Ausschlag steckt?

Ein Pilz wird wahrscheinlicher, wenn die Stelle in der feucht-warmen Achsel hartnäckig ist, nässt oder immer wiederkommt. Wichtig: Kortison (Cortison) allein kann Hautpilz verschleiern und die Ausbreitung begünstigen.[4]

Darf ich bei juckenden Achseln Kortisoncreme verwenden?

Bei entzündeter Haut kann das kurzfristig helfen – aber nur, wenn die Ursache passt. Bei Pilzverdacht ist Kortison allein problematisch, weil der Pilz „unbemerkt“ weitergehen kann. Im Zweifel lieber Apotheke oder Hautarzt, statt auf Verdacht zu schmieren.[4]

Wann ist Achsel-Juckreiz ein Fall für den Hautarzt?

Wenn es nach einigen Tagen konsequenter Schonung nicht besser wird, wenn starke Schmerzen, Eiter oder Fieber dazukommen oder wenn wiederkehrende Knoten/Abszesse auftreten. Bei solchen Mustern sollte auch an Erkrankungen wie Hidradenitis suppurativa (Acne inversa) gedacht werden.[5]

Was ist der schnellste, sinnvolle Schritt, wenn ich den Auslöser nicht kenne?

Für zwei, drei Tage das Offensichtliche reduzieren: Deo-Pause oder parfümfreie Variante, sanfte Reinigung, gründliches Trocknen und weniger Reibung durch Kleidung. Bei feucht-nässendem Bild und Verdacht auf Pilz gezielt beraten lassen und nicht mit Kortison allein starten.[1]

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