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Wie entstehen Sommersprossen: Ursachen und Hintergründe

Jeden Sommer tauchen sie wieder auf: kleine Punkte auf Nase und Wangen, mal ganz zart, mal deutlich sichtbar. Sommersprossen wirken wie ein Mini-Sommerfilter – aber dahinter steckt ein ziemlich klarer Mix aus Genetik und UV-Licht. Und ja: Sonnenschutz bleibt trotzdem Pflicht.

Wie entstehen Sommersprossen wirklich

Es ist ein Klassiker: erstes sonniges Wochenende, du bist mehr draußen als sonst – und ein paar Tage später schaust du in den Spiegel und denkst: „Ah. Da seid ihr ja wieder.“ Sommersprossen können im Winter so blass werden, dass man sie kaum sieht, und im Sommer plötzlich „aufploppen“. Das ist kein Zufall und auch kein Zeichen dafür, dass du automatisch einen Sonnenbrand hattest. Es ist eher eine Reaktion deiner Haut auf UV-Licht – bei Menschen, die dafür die Veranlagung mitbringen.[1][2]

Ganz grob gilt: Deine Haut versucht, sich zu schützen. Dafür produziert sie Melanin (den Farbstoff, der Bräune möglich macht). Bei vielen Menschen verteilt sich dieses Melanin relativ gleichmäßig – sie werden eher „flächig“ braun. Bei Sommersprossen passiert etwas anderes: Das Pigment wird an kleinen Stellen stärker sichtbar, während die Umgebung nicht im gleichen Maß nachzieht. Ergebnis: Punkte statt gleichmäßiger Bräune.[2][3]

Genetik: Du kannst Sommersprossen nicht „antrainieren“

Wenn du Sommersprossen bekommst, liegt das sehr oft an deiner genetischen Ausstattung. In der Dermatologie wird dabei häufig das MC1R-Gen genannt, das in Zusammenhang mit heller Haut, rötlichen Haaren und einer eher schwächeren Bräunungsreaktion steht.[2][4] Das heißt nicht, dass nur rothaarige Menschen Sommersprossen haben können – aber die Wahrscheinlichkeit ist bei sehr hellem Hauttyp schlicht höher.[1][3]

Wichtig für den Alltag: Wenn du diese Veranlagung nicht hast, bekommst du durch „mehr Sonne“ nicht plötzlich echte Sommersprossen. Du bekommst im Zweifel eher: Sonnenbrand, Pigmentverschiebungen oder später Altersflecken. Und genau deswegen ist der „Nase in die Sonne halten“-Ansatz eine dieser Ideen, die sich kurz logisch anfühlen – und langfristig nicht gut ausgehen.[5][6]

Was UV-Licht damit macht: Warum sie im Sommer dunkler werden

Sonne ist der Auslöser, der deine Sommersprossen sichtbarer macht. UV-Strahlung stimuliert die Pigmentbildung – und bei entsprechender Veranlagung werden die Punkte dunkler oder zahlreicher.[2][3] Im Winter passiert oft das Gegenteil: weniger UV, weniger Signal, Sommersprossen verblassen.

Was viele unterschätzen: UV-Licht ist nicht nur „knalliger Hochsommer am Strand“. Auch Bewölkung oder Schatten sind kein zuverlässiger Schutz. Das Bundesamt für Strahlenschutz beschreibt, dass Wolken UV-Strahlung zwar dämpfen können – aber je nach Bewölkung bleibt trotzdem noch viel übrig.[6] Und UVA kann je nach Glasart auch hinter Fensterscheiben eine Rolle spielen – etwa am Fensterplatz oder auf langen Autofahrten.[7]

Das ist übrigens der Punkt, an dem „Sommersprossen sind harmlos“ und „Sonnenschutz ist wichtig“ gleichzeitig wahr sein können: Epheliden (klassische Sommersprossen) sind an sich gutartig, aber sie treten häufiger bei Hauttypen auf, die UV-Schäden schlechter abpuffern.[1][2]

Epheliden oder Altersfleck: Nicht jede Sprenkel ist gleich

Im Alltag werden viele Pigmentpunkte einfach „Sommersprossen“ genannt. Dermatologisch lohnt sich aber eine grobe Unterscheidung, weil sie dir bei der Einschätzung hilft.

Merkmal Epheliden (klassische Sommersprossen) Solare Lentigines (Sonnen-/Altersflecken)
Typisch Sehr klein, oft in Gruppen, eher „gesprenkelt“ Größer, klarer begrenzt, wirkt „flächiger“
Verhalten Werden im Sommer deutlicher, verblassen im Winter Bleiben meist dauerhaft sichtbar
Hintergrund Veranlagung + UV-Licht Langjährige UV-Belastung als Treiber

Diese Unterscheidung findest du so auch in dermatologischen Erklärseiten: Epheliden sind eher „saisonale“ Pigmentpunkte, Lentigines eher „bleibende“ Sonnen-Spuren.[2][1][3]

Wenn du merkst, dass du eher neue, größere Flecken bekommst, die nicht mehr verschwinden, ist das kein Grund zur Panik – aber ein guter Anlass, Sonnenschutz konsequenter zu machen und bei Unsicherheit einmal checken zu lassen.

Mein Zitronen-Fail: Warum „DIY-Aufhellen“ nach hinten losgehen kann

Diese „Zitronensaft hellt Sommersprossen auf“-Idee hält sich hartnäckig. Das Problem ist nicht nur, dass es selten so funktioniert, wie man hofft. Das Problem ist die Kombination aus Pflanzenstoffen und Sonne.

Zitrusfrüchte (und auch Limetten) enthalten Stoffe, die in Verbindung mit UV-Licht eine phototoxische Hautreaktion auslösen können. In der Medizin wird das als Phytophotodermatitis beschrieben – manche kennen es auch unter dem Spitznamen „Margarita-Dermatitis“.[8] Das kann sich anfühlen wie ein fieser Sonnenbrand: Rötung, Brennen, im ungünstigen Fall sogar Blasen – und danach manchmal eine ungleichmäßige Pigmentierung, die länger bleibt, als dir lieb ist.[8]

Wenn du Sommersprossen weniger sichtbar haben willst, ist der „sichere“ Weg nicht Säure + Sonne, sondern Sonnenschutz (damit sie nicht weiter nachdunkeln) und – wenn es dich wirklich stört – professionelle Beratung, welche Optionen bei deinem Hauttyp überhaupt sinnvoll wären.

Sonnenschutz, der im Alltag wirklich machbar ist

Bei Sommersprossen-Hauttypen ist die Haut oft empfindlicher gegenüber UV. Sonnenschutz heißt hier nicht „alles vermeiden“, sondern klug schützen.

Das klappt im Alltag meistens besser, wenn du es klein denkst:

  • LSF täglich als fester Schritt morgens, auch bei Wolken (Gesicht, Hals, Ohren).
  • Nachlegen, wenn du lange draußen bist – Sonne ist kein „einmal am Tag“-Thema.
  • Mittagssonne meiden, wenn du es steuern kannst, weil UV dann häufig am stärksten ist.[6]
  • Schutz durch Kleidung (Cap/Hut), wenn du weißt, dass du lange draußen bleibst.

Das Bundesamt für Strahlenschutz beschreibt diese Mischung aus Creme, Verhalten und Kleidung als sinnvollen Ansatz, weil Sonnencreme allein in der Praxis oft nicht „perfekt“ genutzt wird.[6]

Mythencheck: Was stimmt – und was nicht

Rund um Sommersprossen kursieren ein paar Dinge, die sich hartnäckig halten. Drei davon begegnen einem ständig:

  • „Sommersprossen sind gefährlich.“ Epheliden sind grundsätzlich gutartig. Gleichzeitig haben Menschen mit sehr hellem Hauttyp häufiger ein erhöhtes Risiko für UV-bedingte Hautschäden. Das macht Sonnenschutz und Hautbeobachtung sinnvoll, ohne dass die Sommersprossen selbst „böse“ wären.[1][6]
  • „Sommersprossen und Muttermale sind dasselbe.“ Nein. Sommersprossen sind Pigmentansammlungen in der obersten Hautschicht, Muttermale entstehen aus Zellansammlungen. Für Muttermale ist die Selbstkontrolle wichtig – dafür gibt es z. B. die ABCDE-Regel.[9][10]
  • „Man kann Sommersprossen einfach wegpeelen.“ Aggressives Peelen kann die Haut reizen und im ungünstigen Fall Pigmentprobleme verstärken. Die Veranlagung bleibt ohnehin. Dermatologische Übersichten warnen deshalb eher vor übertriebenen Maßnahmen, wenn Pigmentveränderungen dahinterstecken.[2]

Wann du genauer hinschauen solltest

Sommersprossen sind häufig – aber: Jede Haut kann sich verändern. Wenn du unsicher bist, hilft eine einfache Regel: Nicht „alles analysieren“, sondern auf klare Veränderungen achten.

Diese Punkte sind typische Gründe, um es einmal ärztlich abklären zu lassen:

  • Ein Fleck verändert sich deutlich in Form, Farbe oder Größe.
  • Er wirkt unregelmäßig begrenzt oder „ausgefranst“.
  • Er juckt, blutet oder verkrustet wiederholt.
  • Du hast ein neues Pigmentmal, das dir „anders“ vorkommt als der Rest.

Für Pigmentmale wird häufig die ABCDE-Regel als Orientierung genannt – sie ersetzt keine Diagnose, kann dir aber helfen, Veränderungen nicht zu übersehen.[9][10]

Und ja: Du darfst deine Sommersprossen trotzdem mögen

Sommersprossen sind so ein Ding, das viele erst „lernen“ zu mögen. Sie sind nicht symmetrisch, nicht planbar, im Winter fast weg und im Sommer plötzlich wieder da. Genau das macht sie für viele auch charmant: Sie sind ein Muster, das nicht nach Schablone funktioniert.

Wenn du dich damit wohlfühlst, musst du sie nicht wegschminken. Eine leichte getönte Tagespflege kann sie sogar eher „weich“ wirken lassen, statt sie komplett zuzudecken. Und wenn du sie nicht magst, ist das genauso okay – dann geht es eher darum, über Sonnenschutz zu steuern, wie stark sie nachdunkeln, statt mit fragwürdigen DIY-Methoden an der Haut herumzudoktern.

Quellen

  1. AOK: Sommersprossen – wie sie entstehen und wer sie bekommt (abgerufen am 04.01.2026)
  2. DermNet NZ: Brown spots, lentigos and freckles (abgerufen am 04.01.2026)
  3. Cleveland Clinic: Freckles – causes, types and vs. moles (abgerufen am 04.01.2026)
  4. Human Molecular Genetics: MC1R gene variants and ephelides (Freckles) (abgerufen am 04.01.2026)
  5. Bundesamt für Strahlenschutz: Einführung in UV-Strahlung (abgerufen am 04.01.2026)
  6. BfS/Strahlenschutzkommission: Sonne und Sonnenschutz (PDF) (abgerufen am 04.01.2026)
  7. Krebsinformationsdienst (DKFZ): Gehen UV-Strahlen auch durch Glas? (abgerufen am 04.01.2026)
  8. SpringerMedizin: Phytophotodermatitis („Margarita-Photodermatitis“) – Fall/Einordnung (abgerufen am 04.01.2026)
  9. Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Muttermal/Leberfleck – Warnzeichen (ABCDE-Regel) (abgerufen am 04.01.2026)
  10. ONKO-Internetportal: Hautkrebs früh erkennen (ABCDE-Regel) (abgerufen am 04.01.2026)

FAQs zum Thema Wie entstehen Sommersprossen

Verschwinden Sommersprossen im Winter wirklich wieder

Bei klassischen Epheliden ist das häufig so: Sie verblassen, wenn die UV-Belastung sinkt, weil die Pigmentproduktion weniger „getriggert“ wird.[2][3]

Können auch im Schatten oder am Fenster neue Sommersprossen deutlicher werden

Ja, weil UV je nach Situation auch bei Wolken, im Schatten oder durch bestimmte Glasscheiben eine Rolle spielen kann. Wie stark, hängt von Wetter und Verglasung ab.[6][7]

Kann ich Sommersprossen sicher aufhellen

DIY-Methoden mit Zitrusfrüchten können phototoxische Reaktionen auslösen. Wenn dich Pigmentflecken stark stören, ist eine dermatologische Einschätzung sinnvoll, weil „Aufhellen“ je nach Hauttyp und Fleckenart sehr unterschiedlich bewertet wird.[8][2]

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