Du willst einen Nebenjob, der Geld reinholt, aber nicht jeden Abend frisst? Dann brauchst du weniger „irgendeinen Job“ und mehr Treffer. Hier geht’s um konkrete Wege, wo du gute Minijobs findest, wie du sie schnell prüfst und welche Ideen oft unter dem Radar laufen.
Der Moment, in dem „wird schon“ nicht mehr reicht
Es fängt selten groß an. Eher so: Du schaust kurz in die Banking-App, rechnest im Kopf zwei Abbuchungen zusammen – und merkst, dass der Monat noch erstaunlich viele Tage hat. Ein Nebenjob ist dann keine Lebensentscheidung, sondern ein Puffer. Und genau deshalb lohnt es sich, das Thema lösungsorientiert anzugehen: Der beste Minijob ist der, der in deinen Alltag passt – nicht der, der auf dem Papier am coolsten klingt.
Drei Filter, die dir sofort Zeit sparen
Viele hängen sich an „Was könnte ich machen?“ auf – dabei entscheidet oft etwas anderes. Diese drei Fragen sortieren dir Angebote in Minuten statt Wochen:
- Wie viele Stunden pro Woche sind realistisch drin, ohne dass du danach nur noch erschöpft bist?
- Welche Zeiten passen wirklich – früh morgens, abends, nur Wochenende, oder lieber flexibel nach Schichten?
- Welche Mindestbezahlung ist für dich sinnvoll, damit es nicht nach zwei Monaten nach „zu viel Aufwand für zu wenig“ aussieht? Der gesetzliche Mindestlohn liegt ab 1. Januar 2026 bei 13,90 € pro Stunde.[1]
Wenn du das einmal sauber beantwortest, suchst du nicht mehr „Nebenjob“, sondern z. B. „Minijob früh morgens“, „Aushilfe Samstag“, „Homeoffice Minijob“, „Inventur Aushilfe“.
Wo du gute Minijobs findest – ganz konkret
Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit
Die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit ist für Minijobs oft unterschätzt, weil sie nicht „hip“ wirkt – aber sie ist solide, kostenlos und hat viele klassische Aushilfsstellen, die tatsächlich existieren.[2] Praktisch ist, dass du nach Arbeitszeitarten filtern kannst (Minijob/Teilzeit) und schnell regionale Treffer bekommst.[2]
Kleinanzeigen – ja, aber mit System
Bei Kleinanzeigen landen viele Minijobs, die nie bei großen Portalen auftauchen. Du findest dort sehr viel „Aushilfe gesucht“ in kleinen Betrieben – und oft zählt ein kurzer, normaler Erstkontakt mehr als perfekte Unterlagen.[3] Mein Tipp: Such nicht nur nach „Minijob“, sondern nach Tätigkeiten („Kasse“, „Verkauf“, „Fahrer“, „Reinigung“, „Bürohilfe“) und prüfe, ob die Anzeige halbwegs klar sagt, wann gearbeitet wird und was bezahlt wird.
Nachbarschaft statt Jobportal
Nebenjobs entstehen extrem oft lokal: jemand sucht Hundebetreuung, Hilfe beim Einkaufen, Pflanzen gießen, kleine Transporte. Plattformen wie nebenan.de sind dafür gemacht, Menschen aus der Umgebung zusammenzubringen – auch explizit rund um Tierbetreuung.[4] Wichtig: Wenn du dort etwas anbietest, schau dir die Richtlinien für bezahlte Beiträge an. Nebenan betont, dass Angebote als Privatperson nachbarschaftlich bleiben sollen und „Gewinnabsicht“ nicht im Vordergrund stehen darf; Kosten sollten transparent sein.[5]
Schicht-Apps und kurzfristige Einsätze
Wenn du flexibel sein willst (mal zwei Schichten in einer Woche, mal gar keine), sind Schichtmodelle über Plattformen eine Option. Bei Zenjob wird zum Beispiel erklärt, dass parallele Beschäftigungen grundsätzlich möglich sind – und dass bei kurzfristiger Beschäftigung die 70-Tage-Grenze pro Kalenderjahr relevant ist.[6] Das passt gut, wenn du kurzfristig Luft hast und schnell Geld brauchst – es ist aber nichts, was man „nebenbei vergisst“, weil Regeln und Meldungen dran hängen können.[6]
Minijob-Ideen, die nicht nur „Kasse oder Kellnern“ sind
Viele gute Nebenjobs sind weniger glamourös, aber erstaunlich gut planbar. Hier sind Beispiele, die in der Praxis oft funktionieren, weil sie entweder feste Zeitfenster haben oder wenig „soziale Dauerpower“ verlangen:
| Idee | Warum das alltagstauglich sein kann | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Inventur-Teams | Klare Einsätze, häufig abends oder am Wochenende, meist planbar als Block. | Frag nach genauer Dauer, Pausen und ob Wegezeiten bezahlt werden. |
| Warenverräumung früh morgens | Du arbeitest, wenn es noch ruhig ist, und hast den Abend frei. | Check die Ruhezeiten, wenn du am Vortag spät gearbeitet hast.[7] |
| Reinigung in festen Objekten | Oft feste Tage/Uhrzeiten, wenig Überraschungen, gut kombinierbar. | Besteh auf klarer Aufgabenliste und ob Material gestellt wird. |
| Assistenz für kleine Selbstständige | Termin- und Orga-Hilfe, Dateneingabe, einfache Recherchen – teilweise remote. | Klär vorher, wie erreichbar du sein sollst und ob Zeiten wirklich flexibel sind. |
| Event- & Messe-Aushilfe | Spitzen am Wochenende, oft gute Stundenlöhne, klare Aufgaben. | Frag nach Abbauzeiten – die ziehen sich gern länger als geplant. |
| Fahrer- oder Bringdienste mit festen Slots | Gute Planbarkeit, wenn du feste Zeitfenster bekommst. | Schau auf Versicherung, Fahrzeugfrage und wie Trinkgeld geregelt ist. |
Der Trick ist nicht, „den perfekten Job“ zu finden – sondern einen, der dich nicht heimlich auffrisst. Ein Job kann objektiv okay sein und trotzdem schlecht für dich, wenn er genau in deine Erholungszeit sticht.
So findest du schneller Treffer statt nur Bewerbungen
Viele Bewerbungen scheitern nicht am Lebenslauf, sondern daran, dass du zu spät dran bist oder zu unklar schreibst. Drei Dinge bringen oft mehr als zehn weitere Anschreiben:
- Ruf an oder schreib eine kurze, konkrete Nachricht mit Verfügbarkeit und Startdatum. Das spart beiden Seiten Zeit.
- Bewirb dich innerhalb von 24–48 Stunden nach Veröffentlichung – Minijobs sind oft schnell „weg“.
- Frag direkt nach Schichten und Lohn, statt erst nach dem dritten Kontakt darüber zu stolpern.
Wenn du eine Nachricht brauchst, die nicht geschniegelt klingt, aber professionell ist:
„Hallo, ich habe Ihre Anzeige gesehen. Ich kann zuverlässig an zwei Abenden pro Woche und samstags arbeiten und könnte ab (Datum) starten. Haben Sie feste Schichten oder wird das wöchentlich geplant? Viele Grüße …“
Kurz, freundlich, konkret – und du wirkst sofort wie jemand, der es ernst meint.
Was du rechtlich grob auf dem Schirm haben solltest
Du musst kein Paragrafenprofi sein. Ein paar Basics schützen dich aber vor unnötigem Ärger.
Minijob-Grenze
Die Verdienstgrenze für Minijobs ist dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt; für 2026 nennt die Minijob-Zentrale 603 € pro Monat (7.236 € pro Jahr).[8]
Schriftliche Infos zum Job
Arbeitgeber müssen dir wesentliche Bedingungen schriftlich nachweisen (z. B. Vergütung, Arbeitszeit, Pausenregelung, Schichtsystem). Das steht im Nachweisgesetz.[9]
Ruhezeiten
Zwischen zwei Arbeitstagen gilt grundsätzlich eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden.[7] Das ist besonders wichtig, wenn du Hauptjob und Nebenjob kombinierst.
Krankheit und Urlaub
Auch Minijobber haben Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub (Mindeststandard nach Bundesurlaubsgesetz).[10] Bei Krankheit greift unter Voraussetzungen die Entgeltfortzahlung.[11]
Warnsignale, bei denen ich sehr schnell skeptisch wäre
Nicht jeder miese Job ist Betrug – aber manche Angebote sind einfach riskant. Diese Dinge sind erfahrungsgemäß kein gutes Zeichen:
- Du sollst Geld vorab zahlen, „für Schulung“, „für Material“ oder „für Freischaltung“.
- Es gibt keine klare Aussage zu Lohn, Arbeitszeiten und Ansprechpartner.
- Du bekommst Druck, sofort zuzusagen, ohne dass irgendwas schriftlich festgehalten wird.
- Die Tätigkeit bleibt vage, aber das Versprechen klingt nach „leicht verdientes Geld“.
Fazit: Ein guter Nebenjob fühlt sich nicht wie ein zweites Leben an
Wenn du am Ende des Tages das Gefühl hast, du hast Geld verdient und trotzdem noch ein bisschen Luft im Kopf, dann bist du sehr nah dran. Nimm dir diese Luft schon bei der Suche: erst filtern, dann suchen, dann schnell prüfen. Und lieber ein Job, der sauber bezahlt, klar plant und in deinen Rhythmus passt, als ein „spannender“ Nebenjob, der dich dauerhaft auslaugt.
Quellen
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Mindestlohn (Höhe ab 01.01.2026). (abgerufen am 06.01.2026)
- Bundesagentur für Arbeit: Jobsuche (Portal). (abgerufen am 06.01.2026)
- Kleinanzeigen: Kategorie „Jobs“. (abgerufen am 06.01.2026)
- nebenan.de: Tierbetreuung in der Nachbarschaft (Plattform-Übersicht). (abgerufen am 06.01.2026)
- nebenan.de Hilfe: Richtlinien für Beiträge mit finanzieller Gegenleistung. (abgerufen am 06.01.2026)
- Zenjob Support: Weitere Beschäftigung, 70-Tage-Regel bei kurzfristiger Beschäftigung. (abgerufen am 06.01.2026)
- Arbeitszeitgesetz (ArbZG): Ruhezeit (u. a. § 5) und Arbeitszeitregeln. (abgerufen am 06.01.2026)
- Minijob-Zentrale: Verdienstgrenze im Minijob (2026: 603 € / Monat). (abgerufen am 06.01.2026)
- Nachweisgesetz (NachwG): Nachweispflichten zu Arbeitsbedingungen. (abgerufen am 06.01.2026)
- Bundesurlaubsgesetz (BUrlG): Mindesturlaub. (abgerufen am 06.01.2026)
- Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG): Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. (abgerufen am 06.01.2026)
FAQs zum Thema Wie finde ich einen guten Nebenjob
Wie erkenne ich schnell, ob ein Minijob zu meinem Alltag passt?
Wenn du nach zwei Dingen klar fragen kannst, passt er meistens eher: Wie sehen die festen Zeiten oder Schichten aus, und wie wird geplant. Wenn das schwammig bleibt oder sich ständig verschiebt, wird es im Alltag oft anstrengender als gedacht.
Was gilt 2026 als Minijob-Grenze?
Für 2026 nennt die Minijob-Zentrale eine monatliche Verdienstgrenze von 603 € (7.236 € im Jahr).[8]
Muss ein Minijob schriftlich festgehalten werden?
Du solltest auf jeden Fall schriftliche Infos zu den wesentlichen Bedingungen bekommen, etwa zu Vergütung, Arbeitszeit, Pausen und Schichtsystem – das ist im Nachweisgesetz geregelt.[9]

