Frischer Bärlauch ist ein kurzes Vergnügen. Ein paar Tage später wirkt er oft schon schlapp, und im Kühlschrank wird aus „schön würzig“ schnell „naja“. Die gute Nachricht: Du kannst Bärlauch problemlos einfrieren – und ihn später fast genauso entspannt verwenden wie frisch.
Damit er im Tiefkühlfach nicht nur grün bleibt, sondern auch schmeckt, kommt es vor allem auf zwei Dinge an: trocken arbeiten und luftdicht verpacken. Dann hast du monatelang was davon.[2]
Das Wichtigste zuerst: Bärlauch sicher vorbereiten
Wenn du Bärlauch selbst sammelst, gehört ein kurzer Reality-Check dazu. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt regelmäßig vor giftigen Doppelgängern wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose und rät: Im Zweifel lieber stehen lassen.[5]
Fürs Einfrieren gilt dann: gründlich waschen, sanft trocken tupfen und nur intakte Blätter verwenden.[3]
Drei Methoden, die im Alltag wirklich praktisch sind
Du musst Bärlauch nicht immer gleich zu Pesto verarbeiten. Je nachdem, wofür du ihn später brauchst, sind diese Varianten am sinnvollsten:
- Ganze Blätter – gut für Suppen, Butter, Omelett oder als „Finish“ am Ende
- Gehackt – perfekt zum schnellen Würzen, ohne Schneidebrett-Extra
- Als Eiswürfel portioniert – mit etwas Wasser oder Öl, ideal für Pfanne, Pasta, Soßen
Mein schöner Garten empfiehlt genau dieses Prinzip: möglichst frisch einfrieren, luftdicht lagern und am besten gleich in Portionen, die du später einfach entnehmen kannst.[2]
So frierst du Bärlauch ein – Schritt für Schritt
Wenn du es einmal sauber machst, sparst du dir später viel Gefummel:
- Bärlauch unter fließendem Wasser gründlich waschen und danach gut abtrocknen.[3]
- Stiele entfernen (die sind oft fester und bringen weniger Aroma).
- Je nach Methode ganz lassen oder hacken.
- In Gefrierbeutel, Dose oder Glas füllen und möglichst ohne Luft verschließen.
- Beschriften (Inhalt + Datum). Das klingt langweilig, ist aber Gold wert.[1]
Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) erklärt auch sehr anschaulich, warum das wichtig ist: Wenn zu viel Luft im Behälter bleibt, kann Gefrierbrand entstehen – trockene Stellen, die Geschmack und Textur sichtbar verschlechtern.[1]
Wie lange ist eingefrorener Bärlauch haltbar?
Realistisch funktioniert Bärlauch im Tiefkühlfach mehrere Monate sehr gut. Lecker.de nennt als Orientierung mindestens 6 Monate Haltbarkeit im Gefrierfach.[4] Wenn du ihn luftdicht verpackst, bleibt das Aroma meist deutlich länger stabil.[2]
Als Faustregel passt auch das BZfE-Prinzip „von Saison zu Saison“ – also bis zur nächsten Erntezeit verbrauchen.[1]
Auftauen? Meist unnötig
Für warme Gerichte brauchst du ihn selten auftauen. Das BZfE empfiehlt bei Gemüse sogar, es direkt gefroren weiterzuverarbeiten – so bleiben Struktur und Inhaltsstoffe am besten erhalten.[1]
Bei Bärlauch heißt das: Würfel oder gehackte Portionen einfach am Ende in Pfanne, Suppe oder Soße geben. Wenn du ihn roh in Quark oder Dressing willst, tau ihn kurz im Kühlschrank an – dann bleibt er angenehmer in der Konsistenz.
Die typischen Fehler (und wie du sie vermeidest)
Ein paar Klassiker sorgen dafür, dass Bärlauch nach dem Einfrieren „okay“ ist, aber nicht mehr nach Bärlauch schmeckt:
- Zu nass eingefroren – dann wird’s schnell matschig und verwässert
- Zu viel Luft im Beutel – erhöht das Risiko für Gefrierbrand und Aromaverlust[1]
- Zu große Portionen – du taust mehr auf, als du wirklich brauchst
Die einfache Lösung: trocken arbeiten, flach einfrieren, und lieber klein portionieren. Genau so bleiben Geschmack und Alltagstauglichkeit am besten zusammen.
Quellen
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) – Saisonales Obst und Gemüse einfrieren (Tipps zu Verpackung, Gefrierbrand, Portionierung) (abgerufen am 23.01.2026)
- Mein schöner Garten (14.04.2025) – Bärlauch einfrieren: So bewahren Sie das Aroma (abgerufen am 23.01.2026)
- Toppits – Bärlauch richtig einfrieren (Vorbereitung, trocken tupfen, Luft rausstreichen) (abgerufen am 23.01.2026)
- Lecker.de – Bärlauch einfrieren: so geht’s richtig (Haltbarkeit im Gefrierfach) (abgerufen am 23.01.2026)
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (21.03.2025) – Geruchstest mit Tücken: Worauf beim Bärlauch-Sammeln geachtet werden sollte (abgerufen am 23.01.2026)
FAQs zum Thema Bärlauch einfrieren
Kann ich Bärlauch roh einfrieren?
Ja. Waschen, gut trocknen und dann luftdicht einfrieren – so klappt es ohne weitere Schritte sehr zuverlässig.[2]
Sollte man Bärlauch blanchieren, bevor man ihn einfriert?
Bei Bärlauch ist das normalerweise nicht nötig. Blanchieren ist vor allem bei vielen Gemüsesorten sinnvoll, um Enzyme zu bremsen und Farbe besser zu erhalten.[1] Für Bärlauch reicht sauberes, trockenes Einfrieren meist völlig aus.
Wie friere ich Bärlauch am praktischsten ein?
Für den Alltag sind kleine Portionen am besten: gehackt im Beutel oder als Eiswürfelportion mit etwas Wasser oder Öl. Dann kannst du genau die Menge entnehmen, die du brauchst.[2]
Wie lange kann ich eingefrorenen Bärlauch verwenden?
Als Orientierung gelten mehrere Monate. Lecker.de nennt mindestens 6 Monate Haltbarkeit im Gefrierfach.[4] Luftdichte Verpackung hilft, Aroma länger zu halten.[2]
Woran erkenne ich Bärlauch sicher, wenn ich ihn sammle?
Das BfR warnt vor giftigen Doppelgängern und rät, im Zweifel lieber stehen zu lassen. Beim Zerreiben sollte der typische Knoblauchgeruch kommen – der Test kann aber auch täuschen, wenn der Geruch schon an den Händen hängt.[5]