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Unkraut zwischen Steinplatten entfernen: Was du da tun kannst

Unkraut in Fugen sieht harmlos aus, bis es die Terrasse wie „ungepflegt“ wirken lässt. Hier findest du Methoden, die wirklich alltagstauglich sind – von Handarbeit über Hitze bis zur Fugen-Strategie, die das Problem an der Wurzel packt.

Warum das Grün in den Fugen immer wiederkommt

Der Blick auf die eigene Terrasse oder den gepflasterten Weg zum Haus kann im Hochsommer eine zwiespältige Angelegenheit sein. Die Steine selbst, sorgfältig ausgewählt und verlegt, strahlen Ruhe aus. Doch in den Fugen regt sich das Leben – und zwar meistens das, was wir dort am wenigsten sehen wollen. Unkraut zwischen Steinplatten entfernen beschäftigt mich schon seit Jahren, und ich habe dabei eine klare Entwicklung in meiner Herangehensweise festgestellt.

Es ist ein fast meditativer Akt, an einem warmen Nachmittag mit einem alten Küchenmesser in den Fugen zu kratzen. Man beugt sich über die Platten, konzentriert sich auf die kleinen grünen Büschel und zieht Löwenzahn, Moos oder winzige Grashalme heraus. Für einen kurzen Moment ist die Welt in Ordnung, die Fugen sind sauber, die Fläche sieht gepflegt aus. Doch die Zufriedenheit währt selten lange. Nach dem nächsten Regen, manchmal schon nach wenigen Tagen, spitzen die ersten neuen Triebe wieder hervor. Der Kreislauf beginnt von vorn.

Die Ursache ist meistens erstaunlich banal: Eine Fuge, die nur mit losem Sand gefüllt ist, ist ein kleines Saatbett. Flugsamen finden Halt, organisches Material wie Laub oder Pollen zersetzt sich und reichert den Sand an, Feuchtigkeit bleibt länger stehen. Wer nur an der Oberfläche kratzt, entfernt zwar die sichtbare Pflanze, lässt aber oft Wurzelreste oder Samen zurück. Das Problem wird nicht gelöst, sondern nur verschoben.

Der wichtigste Perspektivwechsel ist deshalb: Nicht jede Methode „scheitert“, weil sie schlecht ist – viele scheitern, weil Fugen systematisch perfekte Bedingungen fürs Nachkeimen bieten.

Die mechanische Herangehensweise: Ehrliche Arbeit mit Vor- und Nachteilen

Die klassische Methode ist Handarbeit. Sie ist anstrengend, aber sie hat den großen Vorteil, dass du die volle Kontrolle behältst und weder den Steinen noch der Umwelt etwas zumutest, das später Ärger macht. Das Werkzeug der Wahl ist der Fugenkratzer. Es gibt ihn in unzähligen Varianten: mit kurzem Griff für die Hocke oder langem Stiel für eine rückenfreundlichere Haltung. Die Klinge kann eine einfache Hakenform haben oder eine schmale, spitze Form, um auch in engsten Spalten zu arbeiten.

Meine Erfahrung zeigt: Die Wahl des richtigen Werkzeugs entscheidet oft über die Motivation. Ein schlecht geformter Kratzer, der ständig an den Steinkanten hängen bleibt, ist frustrierend. Ein stabiles Modell mit scharfer Klinge aus gehärtetem Stahl macht die Arbeit spürbar ruhiger. Eine Drahtbürste (gern mit langem Stiel) hilft bei Moos und kleinen Sämlingen. Bei weicheren Steinen wie Sandstein lohnt sich Vorsicht, damit du die Oberfläche nicht anraust.

Ein Tipp, der banal klingt, aber viel verändert: Kratze lieber häufiger kurz als selten lang. Wenn du die ersten winzigen Sämlinge erwischst, hast du weniger Wurzeldrama. Und dein Rücken dankt es dir.

Eine Falle: Der Hochdruckreiniger

Ein Hochdruckreiniger wirkt wie die schnelle Lösung. Strahl drauf, fertig. Praktisch ist das oft kurz gedacht: Der Wasserstrahl kann nicht nur Grün entfernen, sondern auch Fugenmaterial ausspülen. Die Fugen werden tiefer, trocknen ungleichmäßig, und neue Samen finden wieder Platz. Dazu kommt: Je nach Pflasteraufbau kann hoher Druck die Oberfläche anrauen oder – bei ungünstiger Bettung – Material unter den Steinen wegspülen. Wenn du ihn nutzt, dann nur sehr kontrolliert, mit Abstand und eher zum Reinigen der Steine, nicht als „Fugen-Fräse“.

Thermische Verfahren: Wenn Hitze zur Hilfe wird

Wenn die manuelle Arbeit zu mühsam wird, sind thermische Methoden eine gute zweite Spur. Das Prinzip ist simpel: Pflanzenzellen nehmen Hitze übel, Eiweißstrukturen denaturieren, das Gewebe kollabiert. Der Vorteil: Du verzichtest komplett auf Chemie, und bei flachem Bewuchs funktioniert es erstaunlich zuverlässig.

Die einfachste Methode: Heißes Wasser

Es klingt fast zu banal, aber es funktioniert, besonders bei jungem Bewuchs. Wasser im Wasserkocher zum Kochen bringen und langsam und vorsichtig direkt in die Fugen gießen. Die Pflanzen kippen oft sofort um. Der große Vorteil: Es kostet fast nichts und ist überall verfügbar. Der Nachteil ist die Handhabung. Ständig nachkochen, schweres, heißes Wasser tragen – das ist nicht für jede Fläche und nicht für jeden Tag gemacht. Aber für einzelne Störenfriede ist es eine richtig gute, ruhige Methode.

Für größere Flächen: Das Abflammgerät

Ein Abflammgerät (Gaskartusche) ist die konsequentere Variante. Du gehst langsam über die Stellen und erhitzt die Pflanzen kurz. Wichtig: Die Pflanzen sollen nicht verbrannt werden. Es reicht, sie wenige Sekunden stark zu erhitzen, damit die Zellen Schaden nehmen. Nach ein paar Tagen sind die Reste vertrocknet und lassen sich wegfegen oder abbürsten.

Offene Flamme heißt aber auch: Risiko. Feuerwehren warnen regelmäßig, dass Abflammgeräte gerade bei Trockenheit schnell Brände auslösen können, weil sich kleinster Unrat entzündet und Glut unbemerkt weiterwandert.[6] Wenn du ein Abflammgerät nutzt, dann nur mit Abstand zu Hecken, Holz, Mulch, Gartenmöbeln – und am besten auf wirklich sauberen Steinflächen.[6] Eine weitere Warnung aus offizieller Stelle: Die Polizei Sachsen weist ebenfalls darauf hin, dass es häufig zu Bränden kommt und Feuer in trockenen Phasen besonders gefährlich ist.[7]

Zuletzt aktualisiert am 23. Februar 2026 um 3:21 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Die Fugen als Festung: Der Kampf beginnt unter den Steinen

Alle bisherigen Methoden bekämpfen Symptome. Sie gehören zur regelmäßigen Pflege wie Rasenmähen oder Heckenschneiden. Wenn du Unkraut zwischen Steinplatten entfernen nachhaltiger angehen willst, musst du bei den Fugen selbst ansetzen. Das Ziel ist nicht „nie wieder ein Halm“, sondern: weniger Nährboden, weniger Halt, weniger Keimchancen.

Bevor du neu verfugst, lohnt sich einmal gründlich: Alte Fugen auskratzen, organisches Material raus, Sandreste entfernen. Ein kräftiger Besen, ein Industriesauger oder ein Fugenkratzer in Kombination sind hier Gold wert. Danach kommt die Entscheidung fürs Fugenmaterial. Es gibt vier Varianten, die man im Privatbereich wirklich häufig sieht:

  • Mit Brechsand kommst du günstig weg. Er verdichtet halbwegs, aber in vielen Fugen keimt es nach einer Saison wieder sichtbar.
  • Quarzsand wirkt feiner. Er speichert oft weniger Feuchte als „normaler“ Sand, aber er ist kein Unkraut-Stopp.
  • Zementärer Fugenmörtel wird hart und dicht. Das kann bei Bewegungen reißen, und Wasserabfluss ist dann ein eigenes Thema.
  • Kunstharz-Fugenmörtel bleibt flexibler und kann (je nach Produkt) wasserdurchlässig sein – interessant für Einfahrten und stark genutzte Wege.

Meine bevorzugte Lösung: Polymer Fugensand

Für viele privat genutzte Terrassen und Wege hat sich für mich Polymer Fugensand als praxistauglicher Mittelweg herausgestellt. Das ist feiner Sand mit Bindemittel auf Polymerbasis. Die Verarbeitung wirkt erstmal unkompliziert, hat aber zwei Stellen, an denen es häufig hakt:

Erstens: Die Fugen müssen wirklich sauber und trocken sein, sonst bindet das Material ungleichmäßig.
Zweitens: Überschüssiger Sand muss gründlich von der Steinoberfläche runter, bevor du anfeuchtest – sonst gibt’s Schleier oder Flecken.

Der Sand wird trocken eingekehrt, dann wird die Fläche mit feinem Sprühnebel benetzt. Das Wasser aktiviert das Bindemittel, die Fugen härten je nach Witterung innerhalb von ein bis zwei Tagen aus. Das Ergebnis ist stabil, gleichzeitig (bei passenden Produkten) noch wasserdurchlässig. Und genau da sitzt der Effekt: Wenn Fugen nicht mehr wie lockeres Saatbett funktionieren, wird Nachkeimen deutlich unattraktiver.

Essig, Salz und Chemie: Warum „Hausmittel“ auf Platten schnell zum Problem werden

Im Internet kursieren Wundermittel. Ganz vorne: Essig und Salz. Ja, damit stirbt Grün ab. Der Haken ist, dass du damit nicht „nur Unkraut“ behandelst, sondern einen Eingriff machst, der über die Fuge hinaus wirkt. Und vor allem wird es rechtlich schnell ungemütlich.

Das Umweltbundesamt schreibt deutlich, dass auf befestigten Flächen wie Hofflächen, Wegen oder Einfahrten grundsätzlich keine Unkrautvernichtungsmittel verwendet werden dürfen und nennt als Alternativen ausdrücklich mechanische und thermische Methoden.[1] Der rechtliche Hintergrund steckt im Pflanzenschutzgesetz: § 12 Abs. 2 PflSchG untersagt die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Freilandflächen (mit wenigen Ausnahmen/Genehmigungen).[3]

Jetzt kommt der Teil, der oft unterschlagen wird: „Hausmittel“ können rechtlich ebenfalls als Pflanzenschutzmittel gelten, wenn sie gezielt zur Pflanzenschädigung eingesetzt werden. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft beschreibt, dass der Einsatz von Essig oder Salz zur Unkrautbekämpfung grundsätzlich nicht erlaubt ist und weist zugleich darauf hin, dass es bei Essig unter sehr engen Auflagen Ausnahmen geben kann (Grundstoff-Regelung, Verdünnung, Einzelpflanzenbehandlung).[4] Auch der Pflanzenschutzdienst NRW hält fest, dass der Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln auf bestimmten Flächen verboten ist und dass dies auch für Hausmittel und Salz gilt; Essig wird dort als Ausnahme unter Bedingungen erwähnt.[5]

Was heißt das praktisch, ohne Paragrafen-Overkill:
Auf Pflaster, Terrasse, Gehweg und Einfahrt ist „einfach mal Essig/Salz“ keine harmlose Abkürzung. Und bei chemischen Herbiziden gilt ebenfalls: Auf befestigten Flächen ist das grundsätzlich verboten, Ausnahmen sind eng geregelt.[2] Wenn du überhaupt zu Mitteln greifst, dann nur dort, wo es zulässig ist, und genau nach Vorgaben – ansonsten bleibst du besser bei Kratzer, Bürste, Heißwasser oder (vorsichtig) Hitze.

Eine Frage der Strategie: Mein Fahrplan für saubere Fugen

Unkraut zwischen Steinplatten entfernen ist kein einmaliges Projekt, sondern eine wiederkehrende Aufgabe. Mit einer Strategie wird es aber überschaubar.

Mein Fahrplan sieht so aus:
Im Frühjahr (bei mir meist im April) schaue ich die gesamte Fläche durch. Ich entferne loses Material, gehe die Fugen einmal „grundsätzlich“ an und bessere Stellen aus, die sichtbar nachgegeben haben. Danach reicht über Sommer und Herbst oft ein wachsames Auge. Entdecke ich einen einzelnen Löwenzahn oder ein Grasbüschel, schiebe ich es nicht auf später. Ein kleiner Schwall heißes Wasser oder ein gezielter Einsatz des Fugenkratzers erledigt das in Sekunden. So verhinderst du, dass sich die Pflanze etabliert und Samen bildet.

Genauso wichtig ist „Fugenhygiene“: Laub, Grasschnitt, Erde aus dem Beet werden regelmäßig weggefegt. Nicht aus Perfektion, sondern weil organisches Material in den Fugen am Ende wieder Nährboden wird. Und wenn du einmal akzeptierst, dass ein paar grüne Punkte nie das Problem sind, sondern der Moment, in dem es „kippt“, wird es insgesamt deutlich entspannter.

FAQs zum Thema Unkraut zwischen Steinplatten entfernen

Was kann ich gegen besonders hartnäckiges Unkraut wie Giersch oder Ackerwinde in den Fugen tun?

Bei Unkraut mit tiefen Wurzeln oder Rhizomen reicht oberflächliches Zupfen nicht. Hier funktioniert eher „Energie-Entzug“: Entferne jeden neuen Trieb sofort, sobald er sichtbar wird. Die Pflanze muss dann ständig Reserven verbrauchen, ohne nachzuliefern. Ein sehr spitzer Fugenkratzer hilft, tiefer zu kommen und größere Wurzelteile zu erwischen.

Gibt es einen idealen Zeitpunkt oder Wetterbedingungen?

Für Handarbeit ist es kurz nach Regen am angenehmsten, weil der Fugeninhalt weicher ist und Wurzeln eher komplett mitkommen. Für Abflammgeräte ist ein sauberer, nicht knochentrockener Untergrund aus Sicherheitsgründen besser – und in Trockenphasen ist Zurückhaltung angesagt.[6][7]

Wie entsorge ich das entfernte Unkraut am besten, vor allem wenn es Samen trägt?

Unkraut mit Samen (z. B. Pusteblumen) besser nicht auf den Heimkompost geben, weil die Temperaturen dort oft nicht reichen. In die Biotonne oder – wenn du unsicher bist – in den Restmüll. Junge Pflanzen ohne Samen kannst du in der Regel kompostieren.

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