Ups, Salz danebengekippt und einfach ins Hauptfach gewischt? Drück noch nicht auf „Start“, lies das hier kurz. Ein paar Kristalle sind jetzt nicht so das Problem – blöd wird es erst, wenn sich aus einem Haufen Salz eine konzentrierte Salzlösung im Spülraum bildet.
Der Moment, wenn das Salz knirscht, wo es nicht hingehört
Es war einer dieser Abende. Hund gefüttert, das Kind war endlich im Bett und die Spülmaschine leuchtete mich mit ihrem Salz-Symbol vorwurfsvoll an. Also schnell den Sack aufgerissen, rein damit – und natürlich ging ein Teil der groben Kristalle daneben. Mein erster Gedanke: „Ach, wisch ich die paar Körnchen einfach in den Spülraum, das löst sich schon.“ Genau da liegt der Haken.
Denn trockenes Salz macht erst mal nicht viel. Das Problem entsteht, wenn Wasser dazukommt und aus dem Salz eine Salzsole wird, die dann direkt auf Metall und Geschirr trifft. Hersteller warnen dabei vor allem wegen Korrosionsgefahr – nicht, weil die Maschine sofort „kaputt“ ist, sondern weil Salzsole auf Dauer unschöne Spuren verursachen kann.[1]
Warum Salz im Hauptfach der Maschine nichts zu suchen hat
Deine Spülmaschine hat im Grunde zwei Bereiche, die man auseinanderhalten muss. Da ist der Spülraum, in den du dein Geschirr stellst. Und da ist die Enthärtungsanlage mit Ionenaustauscher, die dem Wasser Kalk-Ionen entzieht.
Genau für diese Enthärtungsanlage ist das Regeneriersalz gedacht – und nur dafür. Es gehört in den Salzbehälter, nicht in den Spülraum. Darum steht in vielen Anleitungen auch sinngemäß: Salz möglichst so einfüllen, dass übergelaufene Reste direkt wieder ausgespült werden (Programmlauf danach).[1][2]
Die echten Folgen von Spülmaschinensalz im Spülraum
Wenn wirklich viel Salz im Spülraum landet, kann das zwei typische Effekte haben.
Erstens können Gläser und Besteck danach mit einem weißen Schleier rauskommen oder „komisch“ aussehen, weil die Mischung aus Salzlösung und Reiniger/Klarspüler nicht gerade ideal ist.
Zweitens kann Salzsole Korrosion begünstigen. Das ist nicht automatisch „Lochfraß nach einem Spülgang“, aber es kann diese kleinen braunen Pünktchen geben, die du dann als Flugrost wahrnimmst – vor allem, wenn Salzreste länger irgendwo liegen oder sich in einer Pfütze lösen.[1]
Sofortmaßnahmen: Wie gehe ich damit um, wenn doch mal etwas mehr Spülmaschinensalz im Spülraum gelandet ist?
Du hast den Fehler gerade gemacht und noch nicht gestartet? Perfekt. Dann ist das hier eher „kurz sauber machen“ als echte Rettungsaktion.
- Nicht einfach loslaufen lassen. Erst räumen, dann spülen. Das Ziel ist, dass möglichst wenig Salz überhaupt zur Salzsole wird.[2]
- Salz raus, so gut es geht. Grobe Kristalle mit einem Löffel aufnehmen. Den Rest mit Küchenpapier oder einem leicht feuchten Tuch aus Ecken, rund um den Filter und von der Türdichtung holen. Wenn du magst, kannst du den Filter kurz rausnehmen und unter Wasser abspülen.
- Danach ein kurzes Programm ohne Geschirr. Ein Vorspülen/Schnellprogramm reicht. Ohne Reiniger. Der Punkt ist simpel: Salzreste verdünnen und abpumpen. Genau das empfehlen Hersteller auch nach dem Salznachfüllen, falls Salz/Salzsole übergelaufen ist.[2][3]
Ist das Programm durch, kurz reinschauen. Wenn nichts mehr knirscht und alles normal aussieht, kannst du wieder ganz normal spülen.
Tipp: Was tun bei Flugrost in der Spülmaschine?
Wenn du schon kleine Rostpunkte siehst, ist das oft eher oberflächlich. Ich würde zuerst mechanisch rangehen: mit einem weichen Tuch abreiben und schauen, ob es sich löst. Wenn du mit Säuren wie Zitronensäure arbeiten willst, prüf kurz die Herstellerhinweise für dein Gerät. Als „sichere Standardlösung“ funktioniert bei vielen Maschinen auch ein normaler Maschinenreiniger nach Anleitung.
Besser vorbeugen: So passiert dir das nie wieder
Der mitgelieferte Trichter ist wirklich das Teil, das den Stress verhindert. Aufsetzen, Salz rein, Deckel zu. Und falls doch was daneben geht: nicht in den Spülraum wischen, sondern mit einem Tuch aufnehmen und raus. Danach ist ein kurzes Leerlauf-Programm der unkomplizierte Abschluss, wenn du merkst, da liegt noch was.[3]
Der Mythos vom Kochsalz: Eine ganz schlechte Idee
Kann man einfach Speisesalz nehmen? Bitte nicht. In Anleitungen steht das ziemlich eindeutig: Regeneriersalz/Spezialsalz verwenden, kein Speisesalz.[1] Das hat praktische Gründe (Körnung, Zusätze, Verhalten im Salzsystem). Spülmaschinensalz ist genau für diesen Job gemacht.
Kein Drama, nur ein bisschen Geräte-Logik
Am Ende ist Salz im Spülraum vor allem dann ein Thema, wenn es viel ist und sich im Wasser lösen kann. Ein paar Kristalle sind selten der Grund für eine kaputte Maschine – trotzdem lohnt es sich, sie nicht liegen zu lassen. Einmal aufnehmen, einmal kurz leer spülen, fertig.
Quellen
- Bosch/BSH Gebrauchsanleitung Geschirrspüler (Hinweise zu Spezialsalz, „kein Speisesalz“ und Korrosionsrisiko bei übergelaufenem Salz) (BSH Hausgeräte GmbH, abgerufen am 15.12.2025)
- Miele Gebrauchsanweisung Geschirrspüler (Empfehlung: nach Salzeinfüllen Programm „Schnell“ ohne Spülgut, damit Salzsole verdünnt und abgepumpt wird) (Miele & Cie. KG, abgerufen am 15.12.2025)
- AEG Support (Hinweis: bei verschüttetem Salz ein kurzes Programm wie Vorspülen starten, um Salz zu entfernen) (AEG/Electrolux, abgerufen am 15.12.2025)
FAQs zum Thema Spülmaschinensalz im Spülraum
Muss ich auch bei der Verwendung von Multifunktionstabs Salz nachfüllen?
Das kommt ganz auf deine Wasserhärte an. Viele Multifunktionstabs wirken zwar bis zu einer gewissen Wasserhärte (oft bis 21 °dH), doch wenn das Wasser bei dir härter ist, solltest du unbedingt zusätzlich Spezial-Salz verwenden. Nur so ist sichergestellt, dass die eingebaute Enthärtungsanlage deiner Maschine optimal arbeitet, Kalkablagerungen verhindert werden und deine Gläser streifenfrei glänzen.
Was passiert, wenn ich einfach vergesse, Salz nachzufüllen?
Wenn du das Salz über längere Zeit vergisst, kann die Enthärtungsanlage nicht mehr regeneriert werden und verliert ihre Wirkung. Die Folge: Deine Maschine spült mit hartem, kalkhaltigem Wasser. Das führt schnell zu unschönen Kalkflecken auf Geschirr und Gläsern. Langfristig kann der Kalk zudem die Heizstäbe und Sprüharme zusetzen und so die Reinigungsleistung und die Lebensdauer deiner Spülmaschine verkürzen.
Warum ist der Salzbehälter mit Wasser gefüllt und läuft beim Nachfüllen über?
Das ist völlig normal und sogar ein gutes Zeichen! Der Behälter muss mit Wasser gefüllt sein, damit sich das Salz zu einer konzentrierten Salzlösung (Sole) auflöst. Nur diese Sole kann die Enthärtungsanlage regenerieren. Wenn du neues Salz einfüllst, verdrängst du einfach das Wasser, das bereits im Behälter ist, weshalb er oft ein wenig überläuft. Du füllst die Salzkristalle also direkt ins notwendige Wasserbad.