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Klinge und Griff schonen

Dürfen Messer in die Spülmaschine?

Das Kochmesser ist benutzt, die Spülmaschine ohnehin offen. Also ab damit in den Besteckkorb? Bei einem normalen Tafelmesser kann das passen. Scharfe Küchenmesser würde ich dagegen von Hand spülen – selbst dann, wenn der Hersteller einzelne Modelle als spülmaschinengeeignet bezeichnet.

Der Grund ist nicht, dass eine Spülmaschine ein Messer nach einem Durchgang ruiniert. Die Belastung entsteht eher über viele Spülgänge: Reiniger, Wärme, lange Feuchtigkeit und Kontakte mit anderem Besteck können Schneide, Oberfläche und Griff stärker beanspruchen als eine kurze Handwäsche.

Zwilling empfiehlt für Küchenmesser lauwarmes Wasser, mildes Spülmittel und einen weichen Schwamm oder ein Tuch. Bestimmte Messer des Herstellers sind zwar für die Spülmaschine freigegeben, die Waschtemperatur soll dann aber 55 °C nicht überschreiten. Gleichzeitig weist Zwilling darauf hin, dass die Maschinenreinigung Schneidhaltigkeit und Lebensdauer verkürzen kann.[1]

Welche Messer dürfen in die Spülmaschine?

Die Herstellerangabe ist der erste Anhaltspunkt. Steht auf Verpackung, Produktseite oder Pflegeanleitung ausdrücklich „spülmaschinengeeignet“ oder „spülmaschinenfest“, darf das betreffende Messer grundsätzlich hinein. Daraus folgt aber nicht, dass die Maschine für jedes Messer die schonendste Reinigung ist.

Bei einfachen Tafelmessern oder manchen Küchenmessern mit Kunststoffgriff ist der Geschirrspüler häufig vorgesehen. Victorinox bietet beispielsweise Küchenmesser mit Kunststoffgriffen an, die laut Hersteller spülmaschinengeeignet sind. Messer mit Holzgriff sollen dagegen nicht in die Maschine.[2]

Bei einem scharfen Kochmesser, Santoku, Filetiermesser oder Brotmesser würde ich selbst bei vorhandener Freigabe die Handwäsche nehmen. Die dauert kaum länger und hält die Schneide aus dem Besteckkorb heraus.

Warum können Messer in der Spülmaschine stumpfer werden?

Eine häufige Erklärung lautet, dass heißes Wasser die Klinge stumpf macht. So pauschal stimmt das nicht. Problematisch ist die Kombination aus mehreren Belastungen.

Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW), ein deutscher Branchenverband für Haushaltsreinigungsmittel, nennt bei sehr scharfen Messern zwei konkrete Punkte: Die dünne Schneide kann durch den Sprühdruck gegen andere Besteckteile stoßen und dabei kleine Scharten bekommen. Außerdem können Bestandteile von Maschinengeschirrspülmitteln die feine Schneide auf Dauer beeinträchtigen.[3]

Zwilling führt zusätzlich aggressive Reinigungschemikalien, hohe Temperaturen, lange Spülgänge und Zusammenstöße mit anderem Geschirr als Gründe für die Handwäsche an.[1]

Das Messer wird in der Maschine also nicht wie auf einem Schleifstein stumpf geschliffen. Die Schneide wird vielmehr über längere Zeit chemisch und mechanisch belastet.

Messer mit Holzgriff gehören nicht hinein

Bei Holz ist die Sache deutlich klarer. Feuchtigkeit, Wärme und Reiniger können den Griff auslaugen, rau machen oder Risse begünstigen.

Victorinox schreibt für Messer mit Holzgriff ausdrücklich, dass sie nicht in die Spülmaschine gehören. Der Griff soll beim Abspülen möglichst wenig durchnässt werden und anschließend trocknen.[4]

Auch der IKW rät bei Bestecken mit Holzgriffen eher zur Handwäsche, weil das Material in der Maschine ausbleichen, stumpf oder rissig werden kann.[5]

Das gilt nicht nur für klassische Holzgriffe. Bei ungewöhnlichen Griffmaterialien, geklebten Griffschalen oder älteren Messern lohnt sich ebenfalls ein Blick in die Pflegeanleitung.

Rostfrei heißt nicht, dass nie braune Flecken auftauchen

Nach dem Spülgang sitzen plötzlich kleine braune Punkte auf einem Edelstahlmesser. Das muss nicht bedeuten, dass die Klinge selbst durchgerostet ist.

Der IKW beschreibt sogenannten Flugrost als häufige Ursache. Rost kann beispielsweise von einem beschädigten Geschirrkorb, rostenden Schrauben, angegriffenen Küchenhelfern oder anderen Metallteilen über das Spülwasser auf Besteck gelangen.[5]

Auch verschüttetes Regeneriersalz beziehungsweise ein zu hoher Salzgehalt im Spülwasser kann Rostprobleme begünstigen. Nach dem Auffüllen des Salzbehälters sollte verschüttetes Salz deshalb entfernt und der Deckel wieder korrekt geschlossen werden.[5]

Bei einzelnen oberflächlichen Flecken kannst du die Stelle zunächst mit Wasser, Spülmittel und einem weichen Tuch reinigen. Der IKW nennt bei Flugrost außerdem Edelstahlreiniger als Möglichkeit.[5] Kommt der Rost wieder, such lieber nach der Quelle in der Maschine, statt nur das Messer immer wieder zu polieren.

Carbonstahl und empfindliche Klingen lieber immer von Hand

Kohlenstoffreiche beziehungsweise nicht rostfreie Messerstähle reagieren empfindlicher auf Feuchtigkeit und Säuren als übliche rostträge Küchenmesser. Sie können schon bei normaler Nutzung eine Patina bilden und bei schlechter Pflege rosten.

Der IKW nennt scharfe Küchenmesser mit hohem Kohlenstoffanteil ausdrücklich als Gegenstände, die von Hand gespült werden sollen.[5]

Auch bei sehr dünn ausgeschliffenen Klingen, handgefertigten Messern oder Modellen mit speziellen Oberflächen würde ich mich nicht auf eine allgemeine Aussage wie „Edelstahl darf in die Spülmaschine“ verlassen. Hier zählt die Pflegevorgabe des Herstellers.

Keramikmesser sind ein Sonderfall

Keramikklingen rosten nicht, sind aber spröder als Stahl. Ein harter Stoß gegen Besteck oder Geschirr kann an einer sehr dünnen Schneide kleine Ausbrüche verursachen.

Ob ein bestimmtes Keramikmesser in den Geschirrspüler darf, hängt vom Hersteller ab. Selbst bei Freigabe würde ich darauf achten, dass die Klinge während des Spülgangs nirgendwo anschlagen kann. Handwäsche vermeidet dieses Problem von vornherein.

So spülst du ein Küchenmesser von Hand

Für die normale Reinigung brauchst du kein spezielles Pflegemittel. Zwilling nennt lauwarmes Wasser, mildes Spülmittel und ein weiches Tuch oder einen weichen Schwamm.[1]

Der Ablauf ist kurz:

  1. Speisereste möglichst bald nach dem Schneiden abspülen.
  2. Etwas mildes Spülmittel auf einen weichen Schwamm oder ein Tuch geben.
  3. Die Klinge von Rücken Richtung Schneide reinigen, ohne mit den Fingern über die Schneide zu fahren.
  4. Auch den Übergang zwischen Klinge und Griff säubern.
  5. Mit klarem Wasser abspülen und direkt mit einem sauberen Tuch trocknen.

Das Messer würde ich nicht zusammen mit anderem Geschirr im Spülbecken einweichen. Dort ist die Klinge schlecht sichtbar, und beim Griff ins Wasser steigt das Verletzungsrisiko. Holzgriffe vertragen langes Liegen im Wasser ohnehin schlecht.

Nach Tomate, Zitrone und salzigen Lebensmitteln nicht lange warten

Säuren und Salz sollten nicht stundenlang auf der Klinge bleiben. Der IKW nennt säurehaltige Lebensmittel wie Tomaten oder Zitrusfrüchte ausdrücklich als Grund, scharfe Messer bald nach der Benutzung zu reinigen.[3]

Das heißt nicht, dass du während des Kochens nach jedem Schnitt zur Spüle laufen musst. Nach dem Einsatz kurz abspülen, sauber machen und trocknen reicht.

Was bedeutet „spülmaschinenfest“ eigentlich?

Die Begriffe auf Produkten werden gern durcheinandergeworfen. Der IKW weist darauf hin, dass der Begriff „spülmaschinenfest“ bei Essbesteck an konkrete Prüfkriterien gebunden ist. Für die entsprechende Kennzeichnung werden zwölf Besteckteile mindestens 1.000 Spülzyklen ausgesetzt; bei mindestens zehn davon dürfen anschließend keine größeren Korrosionspunkte oder Risse auftreten.[5]

Das sagt allerdings etwas über die Beständigkeit des Bestecks in der Maschine aus – nicht darüber, dass ein scharfes Kochmesser dort seine Schneide länger hält als bei Handwäsche.

Bei „spülmaschinengeeignet“ solltest du deshalb besonders auf die konkrete Herstellerangabe zum jeweiligen Messer schauen. Manche Hersteller erlauben den Geschirrspüler, raten für längere Schneidhaltigkeit trotzdem zur Handwäsche.

Wenn das Messer schon einmal in der Spülmaschine war

Ein versehentlicher Spülgang ist normalerweise kein Grund, das Messer auszusortieren. Trockne es vollständig und prüfe Klinge und Griff.

Siehst du keine Roststellen, keine Beschädigung an der Schneide und keine Veränderungen am Griff, kannst du es weiter benutzen. Fühlt es sich stumpfer an, lässt sich eine Stahlklinge je nach Messertyp nachschärfen. Bei Ausbrüchen oder beschädigten Griffschalen hilft weiteres Spülen natürlich nicht.

Bei Holzgriffen lohnt sich nach vollständigem Trocknen die vom Hersteller vorgesehene Pflege. Victorinox nennt für eigene Holzgriffe beispielsweise gelegentlich etwas geeignetes Speiseöl oder Schutzwachs.[4]

Auch die Aufbewahrung beeinflusst die Schärfe

Ein von Hand gespültes Messer hat wenig davon, wenn es anschließend lose zwischen Gabeln und Küchenhelfern in der Schublade liegt. Die Schneide kann dort ebenfalls gegen harte Gegenstände stoßen.

Victorinox empfiehlt Messerblock, Schubladeneinsatz oder Magnethalter und rät davon ab, ungeschützte Klingen lose gegeneinander liegen zu lassen.[4]

Für Kochmesser ist die Kombination daher ziemlich überschaubar: von Hand spülen, direkt trocknen und die Schneide geschützt lagern. Tafelmesser und ausdrücklich freigegebene Küchenmesser können in den Geschirrspüler – bei einem Messer, dessen Stärke eine feine Schneide ist, würde ich trotzdem die kurze Handwäsche vorziehen.

Quellen

  1. Zwilling: Messer reinigen und pflegen – Handwäsche, Spülmaschine und Aufbewahrung (abgerufen am 05.10.2026)
  2. Victorinox: Messerkauf-Guide – Kunststoff- und Holzgriffe in der Spülmaschine (abgerufen am 05.10.2026)
  3. Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel: Scharfe Messer und andere Gegenstände, die nicht in die Spülmaschine gehören (abgerufen am 05.10.2026)
  4. Victorinox: Pflegetipps für Messer – Holzgriffe und sichere Aufbewahrung (abgerufen am 05.10.2026)
  5. Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel: Besteck aus der Spülmaschine – Flugrost, Salz und Spülmaschinenfestigkeit (abgerufen am 05.10.2026)
Verfasst von

Maria Schmidt

Maria schreibt über Ordnung, Reinigung und praktische Ideen für die Küche. Besonders gern probiert sie Rezepte aus der Heißluftfritteuse aus und entdeckt immer wieder neue kreative Projekte und Hobbys.

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