Wenn sich im Kühlschrank Wasser sammelt, wirkt das im ersten Augenblick oft wie „irgendwas ist ausgelaufen“. Sehr häufig steckt aber kein Lebensmittel dahinter, sondern schlicht Tauwasser, das seinen normalen Weg nicht mehr findet. Das Gute daran: In vielen Fällen bekommst du das selbst in den Griff – ohne Schrauben, ohne Spezialwissen.
Warum überhaupt Wasser im Kühlschrank entsteht
Jedes Mal, wenn du die Tür öffnest, kommt wärmere Raumluft hinein. Diese Luft bringt Feuchtigkeit mit. Trifft sie auf die kalte Rückwand, kondensiert ein Teil davon – so wie Beschlag am Fenster im Winter. Dieses Kondenswasser ist völlig normal und wird normalerweise über eine kleine Rinne und ein Ablaufloch nach hinten in eine Verdunstungsschale geleitet, wo es durch die Wärme am Kompressor nach und nach verdunstet.[1]
Wasser im Gemüsefach ist deshalb oft kein „Leck“, sondern ein Stau im Tauwasser-System.
Der schnelle Realitätscheck, bevor du putzt
Manchmal ist die Lösung tatsächlich banal – und du sparst dir Arbeit, wenn du kurz prüfst, ob nicht doch etwas ausläuft: Saftpackung, Gurke mit Riss, Schale mit Kondenswasser, offen stehender Joghurtdeckel. Wenn du nichts findest, lohnt sich der Blick an die Rückwand über dem Gemüsefach: Dort sitzt meist das Ablaufloch (manchmal hinter einer kleinen Abdeckung).
Der Klassiker: Ablaufloch verstopft
Das Ablaufloch ist winzig – und genau deshalb anfällig. Krümel, Gemüsereste, Staub oder klebrige Spritzer können reichen, damit sich ein Pfropfen bildet. Dann läuft das Wasser nicht mehr ab, sondern sucht sich den tiefsten Punkt: häufig das Gemüsefach.
Für die Reinigung hilft ein einfacher Ablauf, der sich in vielen Haushalten bewährt hat:
Die folgenden Schritte bringen das Tauwasser-System meist wieder frei:
- Trenne den Kühlschrank vom Strom und räume das Gemüsefach sowie die unterste Ablage aus, damit du gut arbeiten kannst.
- Wische die Rückwand und die kleine Tauwasserrinne trocken, damit du siehst, was du tust.
- Lockere die Verstopfung vorsichtig mit einem weichen Hilfsmittel (zum Beispiel Pfeifenreiniger oder Wattestäbchen). Viele Hersteller empfehlen genau dieses sanfte Vorgehen, damit nichts beschädigt wird.[2]
- Spüle anschließend mit etwas lauwarmem Wasser nach (z. B. mit einer kleinen Spritze ohne Nadel oder einer Quetschflasche). Wenn es frei ist, läuft das Wasser ohne „Rückstau“ ab.
- Trockne alles gründlich und setze die Fächer wieder ein.
Wenn du dabei merkst, dass sich das Wasser zwar lösen lässt, aber immer wieder „zurücksteht“, ist der Schlauch hinter der Rückwand möglicherweise stärker zugesetzt. Dann hilft oft wiederholtes, vorsichtiges Spülen – ohne Druckorgien. Zu viel Kraft ist hier meist der schnellste Weg in ein neues Problem.
Kleiner Praxis-Hinweis
Wenn du im Haushalt so einen dünnen „Reinigungsstab“ vom Kühlschrank noch hast: perfekt. Wenn nicht, sind Wattestäbchen/Pfeifenreiniger die bessere Wahl als Draht. Metall kann innen kratzen oder im ungünstigen Fall etwas verschieben.
Tür schließt nicht richtig: Feuchtigkeit kommt ständig nach
Wenn der Ablauf frei ist und trotzdem immer wieder Wasser auftaucht, kommt oft zu viel feuchte Luft nach. Das passiert, wenn die Tür nicht sauber schließt – manchmal durch ungünstig eingeräumte Flaschen, manchmal durch eine schmutzige oder verhärtete Dichtung.
Eine kurze Kontrolle hilft meistens weiter: Sitzt die Tür bündig? Hakt ein Fach? Drückt eine Schublade gegen die Tür? Und: Fühlt sich die Dichtung klebrig an?
Für die Reinigung reicht häufig lauwarmes Wasser mit einem milden Reinigungsmittel und ein weiches Tuch. Bei manchen Geräten wird sogar ausdrücklich „nur klares Wasser“ für die Dichtung empfohlen – der Gedanke dahinter: Je weniger Rückstände, desto besser liegt die Dichtung an.[1]
Wenn die Dichtung nicht sauber anliegt, arbeitet der Kühlschrank gegen eine Dauer-Feuchtewolke an. Das erhöht nicht nur die Kondenswassermenge, sondern kann auch den Stromverbrauch nach oben ziehen.
Wenn die Rückwand vereist: Tauwasser kann „zu viel auf einmal“ werden
Ein zweites typisches Muster: Es bildet sich Eis an der Rückwand, später taut es ab – und plötzlich steht eine größere Wassermenge im Innenraum. Das kann passieren, wenn die Temperatur sehr niedrig eingestellt ist oder wenn die Luftzirkulation im Kühlschrank blockiert wird (zum Beispiel durch zu dicht an die Rückwand geschobene Lebensmittel).
Als alltagstauglicher Richtwert gilt häufig: 7 °C im Kühlschrank reichen für viele Haushalte aus und sparen Energie – kälter erhöht den Verbrauch meist unnötig.[3] Wenn du regelmäßig starke Vereisung hast, lohnt es sich, testweise etwas „wärmer“ zu stellen und zu prüfen, ob das Problem verschwindet.
Bei modernen Geräten (No-Frost / automatische Abtauung) kann anhaltende Vereisung allerdings auch auf einen Defekt hindeuten. Dann ist der Punkt erreicht, an dem ein Fachbetrieb sinnvoller ist als Herumprobieren.
Geruch trotz trockenem Fach: der Ablaufschlauch kann mit „müffeln“
Manchmal verschwindet das Wasser – aber es riecht weiterhin leicht muffig. Dann sitzt die Ursache häufig nicht mehr im Gemüsefach selbst, sondern im Ablaufweg: Schlauch, Rinne oder Verdunstungsschale können über Zeit Biofilm ansetzen, wenn dort regelmäßig Wasser stand. In so einem Fall hilft es, den Ablauf mehrfach mit lauwarmem Wasser zu spülen und den Innenraum gründlich zu reinigen. Bei Geräten, bei denen du an die Schale hinten gut herankommst, lohnt sich auch dort ein Blick (Stecker vorher ziehen).
So beugst du vor, ohne daraus ein Dauerthema zu machen
Du musst den Kühlschrank nicht „überpflegen“. Zwei, drei kleine Gewohnheiten reichen oft, damit der Ablauf gar nicht erst dichtmacht.
Diese Maßnahmen reduzieren die Wahrscheinlichkeit für Wasser im Kühlschrank deutlich:
- Wische Spritzer an der Rückwand gelegentlich weg, statt sie wochenlang antrocknen zu lassen.
- Lagere sehr feuchte Lebensmittel (z. B. angeschnittenes Gemüse) möglichst so, dass nichts direkt in die Rinne laufen kann.
- Lass ein kleines bisschen Luft an der Rückwand, damit nichts dort „festklebt“ und die Kälte zirkulieren kann.
- Spüle das Ablaufloch alle paar Monate einmal kurz mit lauwarmem Wasser durch – gerade in der warmen Jahreszeit.
Wann ein Techniker sinnvoll ist
Wenn du Ablauf, Einräumen und Türdichtung geprüft hast, aber das Problem bleibt, ist es fair, die Grenze zu ziehen. Spätestens bei diesen Anzeichen lohnt sich professionelle Hilfe: ungewöhnlich starke Vereisung trotz normaler Temperatureinstellung, dauerhaft schwankende Temperatur, neue Geräusche vom Kompressorbereich oder Wasser an Stellen, die nicht zum Tauwasserweg passen.
Die Faustregel ist simpel: Alles, was nach „Mechanik/Elektronik“ aussieht, gehört nicht mehr in die Küchen-Improvisation.
Quellen
- Bosch Hausgeräte: Informationsblatt u. a. zu Tauwasserweg/„Wasseransammlung im unteren Gemüsebehälter“ und Reinigung der Dichtung (abgerufen am 06.01.2026)
- Bosch Hausgeräte: Hinweis zur Reinigung von Tauwasserrinne/Ablaufloch (regelmäßig reinigen, z. B. mit Wattestäbchen) (abgerufen am 06.01.2026)
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Empfehlung zur Kühlschrank-Temperatur (u. a. 7 °C als ausreichend) (abgerufen am 06.01.2026)
FAQs zum Thema Wasser im Kühlschrank
Warum sammelt sich Wasser fast immer im Gemüsefach?
Weil es meist Tauwasser ist, das nicht mehr über das Ablaufloch abfließt. Das Wasser sucht sich dann den tiefsten Punkt im Kühlschrank – und das ist häufig der Bereich rund um das Gemüsefach.
Reicht es, einfach „alles trocken zu wischen“?
Kurzfristig ja, langfristig selten. Wenn der Ablauf verstopft ist, kommt das Wasser wieder. Sinnvoller ist: trockenwischen und den Ablaufweg einmal freimachen, damit das Tauwasser wieder normal nach hinten ablaufen kann.[2]
Kann zu kalte Einstellung das Problem verstärken?
Ja. Wenn die Rückwand stark vereist und später abtaut, entsteht auf einmal viel Wasser. Eine moderatere Einstellung kann helfen – als grober Richtwert werden oft 7 °C genannt, weil das im Alltag häufig ausreicht und Energie spart.[3]
Wie erkenne ich, ob die Türdichtung schuld ist?
Wenn die Tür nicht sauber schließt oder die Dichtung verschmutzt/klebrig ist, kommt ständig feuchte Luft nach. Dann entstehen mehr Tropfen an der Rückwand. Reinigen und prüfen, ob nichts die Tür blockiert, bringt oft schon viel.