Wenn du Kellerasseln bekämpfen willst, ist der Staubsauger nur der Anfang. Die kleinen Krabbler sind ein klares Zeichen für ein Feuchtigkeitsproblem, das du mit ein paar gezielten Handgriffen in den Griff bekommst – ganz ohne Chemiekeule.
Warum du eigentlich kein Assel-Problem hast, sondern ein Feuchte-Problem
Wenn sich in einer Ecke im Waschkeller oder hinter einer Kiste plötzlich eine kleine graue Armada in Bewegung setzt, ist der erste Impuls klar: Weg damit. Bei uns im alten Bauernhaus tauchen sie gern mal nach langen Regenphasen auf. Doch die Asseln selbst sind nicht das eigentliche Problem, sie sind nur das sehr deutliche Symptom.
Kellerasseln (Porcellio scaber) sind Krebstiere, keine Insekten, und haben sich an ein Leben an Land angepasst. Eines haben sie aber behalten: Sie atmen über Kiemen. Deshalb sind sie, wie das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg bestätigt, auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen, um nicht auszutrocknen.[1] Findest du sie also in deinem Keller, deiner Garage oder sogar im Erdgeschoss, bedeutet das vor allem eines: Irgendwo ist es zu feucht.
Anstatt also nur die Tiere zu jagen, geht es beim nachhaltigen Kellerasseln bekämpfen darum, ihnen die Lebensgrundlage zu entziehen. Und das ist die Feuchtigkeit.
Was tun, wenn die Kellerasseln schon da sind?
Bevor du die Ursachen angehst, willst du die sichtbaren Krabbler natürlich loswerden. Das geht schnell und ohne Gift. Die effektivsten Sofortmaßnahmen gegen Kellerasseln sind:
- Sammle die Tiere mit einem Staubsauger oder einer Kehrschaufel ein. Das ist die direkteste und schnellste Methode, um eine akute Ansammlung zu entfernen. Den Staubsaugerbeutel solltest du danach direkt draußen entsorgen.
- Stell eine selbstgemachte Köderfalle auf. Lege dafür eine ausgehöhlte Kartoffel oder eine feuchte Karotte über Nacht in die betroffene Ecke. Die Asseln werden sich dort sammeln und du kannst sie am nächsten Morgen einfach mitsamt Köder nach draußen bringen.
- Verschließe offensichtliche Zugangswege wie kleine Risse im Mauerwerk oder undichte Tür- und Fensterrahmen mit Silikon oder Spachtelmasse, sobald die Wand trocken ist.
Diese Schritte lösen das akute Problem, aber nicht die Ursache. Solange die Feuchtigkeit bleibt, werden neue Asseln den Weg finden.
Nützlich, aber nervig: Sind Kellerasseln schädlich?
Nein, Kellerasseln sind für Menschen, Haustiere oder die Bausubstanz völlig harmlos. Sie übertragen keine Krankheiten und fressen kein gesundes Holz. Im Gegenteil: In der Natur sind sie wichtige Helfer, die totes organisches Material wie altes Laub oder moderndes Holz zersetzen und so den Boden verbessern. Im Keller tun sie im Grunde dasselbe – sie räumen auf.
Dauerhaft Kellerasseln bekämpfen: So bleibt es trocken
Um die ungebetenen Gäste für immer loszuwerden, musst du für ein trockenes Klima sorgen. Eine Luftfeuchtigkeit von unter 60 % finden Asseln unattraktiv. Das erreichst du mit einer Kombination aus Lüften, Heizen und Ordnung.
Der wichtigste Hebel ist das richtige Lüften. Gerade im Sommer machen viele den Fehler, Kellerfenster tagsüber gekippt zu lassen. Dadurch strömt warme, feuchte Außenluft in den kühlen Keller, kondensiert an den Wänden und macht alles noch klammer. Das Umweltbundesamt rät deshalb klar dazu, Kellerräume in den Sommermonaten vorzugsweise nachts oder in den frühen Morgenstunden zu lüften, wenn die Außenluft kühler und trockener ist.[2]
Weitere Maßnahmen für ein trockenes Kellerklima:
- Ein elektrischer Luftentfeuchter kann wahre Wunder wirken, besonders in schlecht belüftbaren Räumen. Stell ihn für ein paar Stunden pro Tag an, bis die Luftfeuchtigkeit konstant im Zielbereich liegt.
- Lagere nichts direkt auf dem Boden. Nutze Regale, damit die Luft zirkulieren kann. Besonders Pappkartons ziehen Feuchtigkeit an und bieten den Asseln perfekte Verstecke. Bei mir war es ein Stapel alter Umzugskartons, der sich als Assel-Paradies entpuppt hat.
- Entferne organische Materialien wie altes Laub, Holzreste oder herumliegendes Papier. Das ist die Nahrungsquelle der Asseln. Ein sauberer, aufgeräumter Keller ist ein unattraktiver Keller für sie.
Wann ist es Zeit für professionelle Hilfe?
Manchmal reichen Hausmittel nicht aus. Wenn du trotz aller Maßnahmen monatelang einen massiven Befall hast oder feuchte Flecken an den Wänden entdeckst, die nicht wegtrocknen, steckt möglicherweise ein ernsteres Problem dahinter. Das kann eine undichte Wasserleitung, von außen eindringende Feuchtigkeit oder eine fehlende Abdichtung des Mauerwerks sein.
Hier solltest du nicht zögern, Fachleute zu rufen. Ein professioneller Schädlingsbekämpfer kann die Ursache oft schnell identifizieren. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass der Griff zu Insektiziden im Haushalt generell vermieden werden sollte und bei der Ursachenfindung oft Fachwissen erforderlich ist.[3] Diese Biozidprodukte unterliegen nicht umsonst strengen europäischen Regelungen wie der Biozidprodukte-Verordnung.[4] Anstatt selbst mit Chemie zu hantieren, ist es sinnvoller, die Ursache von einem Profi klären zu lassen.
Quellen
- Mauer-, Keller- und Rollassel – Information (Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, abgerufen am 07.03.2026)
- Wie lüfte ich richtig? (Umweltbundesamt, abgerufen am 07.03.2026)
- Insektizide (Umweltbundesamt, abgerufen am 07.03.2026)
- Verordnung (EU) Nr. 528/2012 (Biozidprodukte-Verordnung) (EUR-Lex, abgerufen am 07.03.2026)
FAQs zum Thema Kellerasseln bekämpfen
Was mache ich mit den gefangenen Kellerasseln? Kommen sie nicht einfach wieder rein?
Das ist eine gute Frage! Wenn du die Asseln direkt vor der Haustür freilässt, suchen sie sich bei Trockenheit schnell wieder einen feuchten Weg zurück ins Haus. Besser ist es, sie an einen geeigneten Ort im Garten zu bringen, zum Beispiel auf den Komposthaufen oder unter eine Hecke. Dort finden sie ideale Bedingungen und können als nützliche Zersetzer sogar Gutes tun.
Warum finde ich Kellerasseln auch im Badezimmer oder in der Küche?
Obwohl sie „Kellerasseln“ heißen, ist für sie nicht der Ort, sondern die Feuchtigkeit entscheidend. Sie können daher überall im Haus auftreten, wo es dauerhaft klamm ist. Typische Orte sind neben dem Keller auch Badezimmer mit hoher Luftfeuchtigkeit, undichte Fugen in der Dusche, der Bereich unter der Spüle oder sogar Blumentöpfe, deren Erde konstant zu nass gehalten wird.
Wie schnell vermehren sich Kellerasseln?
Kellerasseln vermehren sich nicht explosionsartig, aber stetig. Ein Weibchen kann mehrmals pro Jahr bis zu 50 Nachkommen in einem Brutbeutel unter dem Bauch austragen. Wenn die feuchten Bedingungen in deinem Keller ideal sind, kann sich so über mehrere Monate eine große Population entwickeln. Deshalb ist es wichtig, das Feuchtigkeitsproblem frühzeitig zu beheben.