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Wie viele Zähne hat ein Hund? Gebiss und Zahnwechsel

Ein erwachsener Hund hat normalerweise 42 bleibende Zähne. Ein Welpe besitzt zunächst 28 Milchzähne. Der Unterschied entsteht vor allem dadurch, dass die hinteren Backenzähne erst im Dauergebiss vorhanden sind. Spannend wird die Zahnzahl meist dann, wenn ein Welpe zahnt, plötzlich zwei Fangzähne nebeneinander sichtbar sind oder bei einem erwachsenen Hund eine Zahnlücke auffällt.

Die Zahl allein ist also schnell beantwortet. Wichtiger ist, was du daraus im Alltag ableiten kannst: Wann der Zahnwechsel abgeschlossen sein sollte, welche Stellen du dabei im Blick behalten solltest und bei welchen Auffälligkeiten eine Tierarztpraxis auf das Gebiss schauen sollte.

Wie viele Zähne hat ein erwachsener Hund?

Das vollständige Dauergebiss eines Hundes besteht aus 42 Zähnen. Davon sitzen 20 im Oberkiefer und 22 im Unterkiefer. Im MSD Veterinary Manual, einem veterinärmedizinischen Fachhandbuch von Merck/MSD, wird das bleibende Hundegebiss in vier Zahngruppen aufgeteilt: Schneidezähne, Fangzähne, vordere Backenzähne und hintere Backenzähne.[1]

Zahnart Milchgebiss beim Welpen Dauergebiss beim erwachsenen Hund Wofür die Zähne genutzt werden
Schneidezähne 12 12 Abnagen, Aufnehmen kleiner Stücke und Fellpflege
Fangzähne oder Eckzähne 4 4 Festhalten und Greifen
Prämolaren, also vordere Backenzähne 12 16 Zerteilen und Zerkleinern
Molaren, also hintere Backenzähne 0 10 Zerdrücken und Kauen
Gesamtzahl 28 42

Wie viele Zähne hat ein Welpe?

Welpen werden zunächst ohne sichtbare Zähne geboren. Nach einigen Wochen brechen die Milchzähne durch; vollständig umfasst das Milchgebiss 28 Zähne. Es ist kleiner als das spätere Dauergebiss, weil Welpen noch keine Molaren besitzen und weniger Prämolaren haben.

Die Milchzähne wirken häufig besonders spitz. Wer gerade einen jungen Hund zu Hause hat, merkt das spätestens beim Spielen oder wenn der Welpe an Ärmeln, Händen und Möbelkanten ausprobiert, was sich mit diesen Zähnchen alles anstellen lässt. Entscheidend ist dabei nicht, jeden verlorenen Milchzahn zu finden. Viele fallen unbemerkt beim Fressen oder Kauen aus. Wichtiger ist, ob die bleibenden Zähne an der richtigen Stelle nachkommen.

Wann findet der Zahnwechsel beim Hund statt?

Die ersten bleibenden Zähne erscheinen meist etwa ab dem vierten bis fünften Lebensmonat. Bis ungefähr zum siebten Lebensmonat sollte das bleibende Gebiss vorhanden sein. Das MSD Veterinary Manual beschreibt diesen Zeitraum als übliche Entwicklung vom Milchgebiss mit 28 Zähnen zum Dauergebiss mit 42 Zähnen.[2]

Alter des Hundes Was im Gebiss typischerweise passiert Worauf du achten kannst
Etwa 3 bis 5 Wochen Die ersten Milchzähne brechen durch In dieser Phase ist normalerweise keine Kontrolle durch Halter nötig
Etwa 4 bis 5 Monate Die ersten bleibenden Zähne erscheinen Der Welpe kaut häufig mehr; das Maul gelegentlich ohne Druck ansehen
Bis etwa 7 Monate Das Dauergebiss sollte weitgehend vollständig sein Auf Doppelzähne, schiefe Fangzähne oder auffällige Lücken achten

Während des Zahnwechsels kann ein Welpe mehr kauen als sonst. Harte Knochen, Geweihstücke oder sehr feste Kauwurzeln sind dafür keine gute Wahl, weil junge Zähne beschädigt werden können. Ein Kauspielzeug sollte nachgeben können und zum Hund passen.

Zwei Fangzähne nebeneinander: Wann ein Milchzahn zum Problem wird

Beim Zahnwechsel kann es passieren, dass ein Milchzahn nicht ausfällt, obwohl der bleibende Zahn bereits sichtbar wird. Besonders auffällig ist das an den Fangzähnen: Im Maul stehen dann plötzlich zwei spitze Zähne dicht nebeneinander. Solche zurückgebliebenen Milchzähne werden in der Tiermedizin als persistierende Milchzähne bezeichnet.

Das ist nicht nur eine optische Besonderheit. Steht der Milchzahn im Weg, kann der bleibende Zahn ungünstig wachsen. Außerdem bleibt zwischen den dicht stehenden Zähnen leichter Zahnbelag hängen. Die Tierzahnärztin Dr. Cornelia Heinichen beschreibt solche „Doppelzähne“ als möglichen Hinweis auf eine Störung des Zahnwechsels, die tierärztlich geprüft werden sollte.[3]

Siehst du beim Junghund einen Doppelzahn?

Stehen ein Milchzahn und ein bleibender Fangzahn nebeneinander, sollte eine Tierarztpraxis das Gebiss prüfen. Ziehe nicht selbst am Milchzahn und warte nicht monatelang darauf, dass sich das Problem von allein erledigt. Ob der Zahn entfernt werden muss, lässt sich erst nach der Untersuchung beurteilen.

Hat jeder ausgewachsene Hund genau 42 Zähne?

Ein vollständiges erwachsenes Hundegebiss hat 42 Zähne. Im Alltag kann trotzdem auffallen, dass ein Hund weniger Zähne besitzt. Ein Zahn kann bereits fehlen, abgebrochen sein oder bei einem älteren Hund früher entfernt worden sein. Bei manchen Hunden sind einzelne Zähne auch nicht angelegt.

Eine Zahnlücke ist nicht automatisch ein akuter Notfall. Neu entdeckte Lücken, abgebrochene Zahnkronen, verfärbte Zähne oder Schmerzen beim Kauen sollten jedoch nicht ignoriert werden. Vor allem Zahnfrakturen können schmerzhaft sein, selbst wenn der Hund weiterhin frisst.

Woran erkennst du Zahnprobleme beim Hund?

Hunde zeigen Zahnschmerzen nicht immer deutlich. Manche fressen trotz entzündeter oder beschädigter Zähne weiter. Ein kurzer Blick auf Maul und Fressverhalten ist deshalb sinnvoll, besonders beim Zahnwechsel, bei älteren Hunden oder wenn sich etwas verändert hat.

Diese Anzeichen gehören tierärztlich geprüft:

  • Dein Hund hat deutlich stärkeren Mundgeruch als sonst oder das Zahnfleisch wirkt gerötet und blutet.
  • Er lässt Futter fallen, kaut nur auf einer Seite oder meidet harte Stücke plötzlich.
  • Ein Zahn ist abgebrochen, dunkel verfärbt, locker oder offensichtlich schmerzhaft.
  • Beim Junghund stehen Milchzahn und bleibender Zahn nebeneinander.
  • Der Hund fasst sich häufig mit der Pfote ans Maul, speichelt stark oder reagiert beim Berühren der Schnauze empfindlich.

Gerade Mundgeruch wird gern als normale Begleiterscheinung eines Hundes abgetan. Starker oder neu aufgetretener Geruch kann jedoch mit Zahnbelag, Zahnfleischentzündungen oder schmerzhaften Erkrankungen im Maul zusammenhängen.

Zähneputzen beim Hund: Kurz, regelmäßig und ohne Menschenzahnpasta

Die Frage nach der Zahnzahl führt oft zu einer zweiten Frage: Muss man einem Hund tatsächlich die Zähne putzen? Für die Vorbeugung von Zahnbelag ist regelmäßiges Bürsten die wichtigste Maßnahme zu Hause. In einem ZDF-Ratgeber zur Zahnpflege bei Haustieren erläutern Dr. Florian Buck von der Deutschen Gesellschaft für Tierzahnheilkunde und Dr. Dirk Neuhaus vom Bundesverband praktizierender Tierärzte, dass möglichst täglich geputzt werden sollte.[4]

Dafür verwendest du eine weiche Zahnbürste, eine Fingerzahnbürste oder zunächst ein weiches Tuch sowie Zahnpasta, die ausdrücklich für Hunde geeignet ist. Zahnpasta für Menschen gehört nicht ins Hundemaul, weil sie Inhaltsstoffe enthalten kann, die für Tiere ungeeignet oder schädlich sind.

Ein Welpe muss nicht sofort ein komplettes Putzprogramm tolerieren. Sinnvoller ist es, ihn schrittweise daran zu gewöhnen, dass du Lippen und Außenseiten der Zähne kurz berührst. So wird der Blick ins Maul später weniger stressig, auch wenn einmal ein Zahn kontrolliert werden muss.

Reinigen Trockenfutter und Kausnacks die Zähne?

Normales Futter sollte nicht als Ersatz für Zahnpflege betrachtet werden. Auch Kauartikel oder Zahnpflegesnacks ersetzen das Bürsten nicht. Einige dafür entwickelte Dentalprodukte können Zahnbelag oder Zahnstein reduzieren, doch der Nutzen sollte nachvollziehbar geprüft sein.

Eine Orientierung kann das Siegel des Veterinary Oral Health Council (VOHC) bieten. Das VOHC ist ein internationales Gremium aus veterinärmedizinischen Zahnfachleuten und bewertet eingereichte Studiendaten zu Produkten, die Plaque oder Zahnstein bei Hunden und Katzen reduzieren sollen. Es testet Produkte nicht selbst, vergibt sein Siegel aber nur, wenn die vorgelegten Daten die jeweiligen Anforderungen erfüllen.[5]

Bei Kauartikeln zählt außerdem die Härte. Sehr harte Gegenstände können Zähne beschädigen. Gerade Knochen, Geweihstücke oder extrem feste Kauartikel sind deshalb keine automatische Hilfe für ein gesundes Gebiss.

Fazit: 42 Zähne sind normal, der Zahnwechsel verdient Aufmerksamkeit

Ein erwachsener Hund hat normalerweise 42 bleibende Zähne, ein Welpe zunächst 28 Milchzähne. Für den Alltag reicht es meist, diese beiden Zahlen zu kennen und beim jungen Hund während des Zahnwechsels gelegentlich ins Maul zu schauen.

Besonders wichtig sind sichtbare Doppelzähne, schiefe Fangzähne, abgebrochene Zähne, starker Mundgeruch oder verändertes Fressen. Solche Auffälligkeiten sind kein Thema für Hausmittel oder langes Abwarten, sondern für eine tierärztliche Kontrolle. Für die Pflege zu Hause bleibt regelmäßiges Zähneputzen mit geeigneter Hundezahnpasta die verlässlichste Grundlage.

Quellen

  1. MSD Veterinary Manual: Dentition, dog (abgerufen am 28.05.2026)
  2. MSD Veterinary Manual: Dental Development of Dogs (abgerufen am 28.05.2026)
  3. Dr. med. vet. Cornelia Heinichen: Hunde- und Katzengebiss (abgerufen am 28.05.2026)
  4. ZDFheute: Zahnpflege bei Hund und Katze – mit Aussagen der Deutschen Gesellschaft für Tierzahnheilkunde und des Bundesverbands praktizierender Tierärzte (abgerufen am 28.05.2026)
  5. Veterinary Oral Health Council (VOHC): Informationen zur Bewertung von Dentalprodukten für Haustiere (abgerufen am 28.05.2026)

FAQs zum Thema Wie viele Zähne hat ein Hund?

Die wichtigsten Fragen zum Hundegebiss und zum Zahnwechsel lassen sich schnell beantworten. Auffälligkeiten im Maul sollte trotzdem immer eine Tierarztpraxis beurteilen.

Wie viele Zähne hat ein erwachsener Hund?

Ein erwachsener Hund hat normalerweise 42 bleibende Zähne. Dazu gehören 12 Schneidezähne, 4 Fangzähne, 16 vordere Backenzähne und 10 hintere Backenzähne. Im Oberkiefer sitzen 20, im Unterkiefer 22 Zähne.

Wie viele Milchzähne hat ein Welpe?

Ein Welpe hat 28 Milchzähne. Anders als das spätere Dauergebiss enthält das Milchgebiss keine hinteren Backenzähne. Im Laufe des Zahnwechsels werden die Milchzähne durch insgesamt 42 bleibende Zähne ersetzt.

Wann ist der Zahnwechsel beim Hund abgeschlossen?

Die bleibenden Zähne beginnen meist etwa ab dem vierten bis fünften Lebensmonat durchzubrechen. Bis ungefähr zum siebten Lebensmonat sollte das Dauergebiss vorhanden sein. Bleiben danach Milchzähne neben bleibenden Zähnen stehen, sollte eine Tierarztpraxis das Gebiss prüfen.

Was bedeutet es, wenn ein junger Hund zwei Fangzähne nebeneinander hat?

Dann ist möglicherweise ein Milchzahn stehen geblieben, während der bleibende Fangzahn bereits durchgebrochen ist. Solche Doppelzähne können Fehlstellungen und Zahnbelag begünstigen. Sie sollten tierärztlich untersucht und nicht eigenständig entfernt werden.

Muss man einem Hund die Zähne putzen?

Regelmäßiges Zähneputzen ist die wichtigste häusliche Maßnahme gegen Zahnbelag. Dafür eignen sich eine weiche Zahnbürste oder Fingerzahnbürste und eine spezielle Hundezahnpasta. Zahnpasta für Menschen ist nicht für Hunde geeignet.

Verfasst von

Robert Hendrichs

Technik-Freak und Hunde-Urgestein in Personalunion: Robert liefert dir ehrliche Ratgeber für ein smartes Zuhause ebenso wie profunde Praxistipps aus 25 Jahren Leben mit Vierbeinern.

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