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Trocken genug für den Ofen

Brennholz-Restfeuchte messen: 20 oder 25 Prozent?

Brennholz ist trocken genug für den Kaminofen, wenn sein Wassergehalt unter 20 Prozent liegt. Das entspricht einer Holzfeuchte von unter 25 Prozent, wie sie die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen vorschreibt.[1] Beide Zahlen meinen also dasselbe, nur mit unterschiedlicher Bezugsgröße. Messen kannst du die Restfeuchte mit einem einfachen Holzfeuchtemessgerät an einem frisch gespaltenen Scheit.

Warum die Zahlen so oft verwechselt werden und wie du richtig misst, erklärt der Überblick.

Holzfeuchte und Wassergehalt: zwei Zahlen, ein Zustand

Die Verwirrung entsteht, weil es zwei Arten gibt, den Wasseranteil im Holz anzugeben. Beim Wassergehalt wird das Gewicht des Wassers auf das Gesamtgewicht des feuchten Holzes bezogen. Bei der Holzfeuchte, auch Feuchtegehalt genannt, wird es dagegen auf die absolut trockene Holzsubstanz bezogen.[2]

Die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung erlaubt naturbelassenes Scheitholz nur, wenn der Feuchtegehalt unter 25 Prozent bezogen auf das Trocken- und Darrgewicht liegt.[3] Das entspricht einem Wassergehalt von 20 Prozent.[1] Wer im Netz liest, gesetzlich seien 20 Prozent Holzfeuchte vorgeschrieben, hat die beiden Bezugsgrößen vermischt.

Umrechnung von Wassergehalt in Holzfeuchte und Heizwert
Wassergehalt Holzfeuchte Heizwert je Kilogramm
15 Prozent 17,6 Prozent 4,3 kWh
20 Prozent 25 Prozent 4,0 kWh
30 Prozent 42,8 Prozent 3,4 kWh
50 Prozent 100 Prozent 2,3 kWh

Die Werte stammen aus einer Fachveröffentlichung zur Holzfeuerung und gelten als Anhaltswerte.[2] Sie zeigen deutlich: Frisch geschlagenes Holz mit 50 Prozent Wassergehalt liefert pro Kilogramm nur gut die Hälfte der Wärme von lufttrockenem Holz. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft nennt für lufttrockenes Brennholz durchschnittlich 4 kWh pro Kilogramm, für frisches Holz etwa 2 kWh.[1]

Warum zu feuchtes Holz ein Problem ist

Feuchtes Holz brennt schlecht an, qualmt und liefert weniger Wärme, weil ein Teil der Energie dafür draufgeht, das Wasser zu verdampfen. Nasses Holz verbrennt mit deutlich geringerer Energieausbeute und kann zu höheren Emissionen sowie aggressiven Ablagerungen in Ofen und Schornstein führen.[1]

Diese Ablagerungen sind mehr als ein Schönheitsfehler. Sie können den Schornstein auf Dauer schädigen. Wie sich Feuchtigkeit und Teer im Kamin bemerkbar machen, steht im Ratgeber Versottung im Kamin. Auch eine stark verrußte Sichtscheibe ist oft ein Hinweis auf zu feuchtes Holz.

So misst du die Restfeuchte richtig

Für den Hausgebrauch reicht ein Holzfeuchtemessgerät mit zwei Messspitzen, das du in das Holz drückst. Wichtig ist, wo und wie du misst:

  1. Nimm ein Scheit aus der Mitte des Stapels, nicht von außen, wo das Holz meist trockener ist.
  2. Spalte es und miss auf der frisch gespaltenen Fläche, etwa in der Mitte. Die Außenseite eines Scheits trocknet schneller als der Kern.
  3. Drück die Messspitzen quer zur Faserrichtung ein.
  4. Stell am Gerät die passende Holzart ein, falls es diese Funktion hat. Viele Geräte rechnen mit holzartspezifischen Kennlinien und beziehen sich auf eine Temperatur um 20 Grad.[4]
  5. Miss mehrere Scheite und nimm nicht nur den besten Wert.

Kaltes Holz aus dem Schuppen zeigt oft andere Werte als Holz, das ein paar Stunden im warmen Raum gelegen hat. Für einen verlässlichen Wert legst du die Probescheite vorher eine Weile ins Haus.

Achte darauf, ob dein Messgerät Holzfeuchte oder Wassergehalt anzeigt!

Die meisten einfachen Geräte zeigen die Holzfeuchte bezogen auf die Trockenmasse an. Dann ist ein Wert unter 25 Prozent gesetzeskonform, besser sind Werte um 15 bis 20 Prozent.

Wie lange Brennholz trocknen muss

Wie schnell Holz trocknet, hängt stark von der Lagerung ab. Gespaltenes Holz trocknet deutlich schneller als ungespaltenes, das bis zu zwei Jahre brauchen kann.[1] Sowohl Buche als auch Fichte und Kiefer können bei richtiger Lagerung innerhalb eines Jahres auf einen Wassergehalt unter 20 Prozent trocknen.[1]

Entscheidend sind Sonne, Wind und ein trockener Untergrund. Die LWF empfiehlt sonnige, windexponierte Lagerplätze, etwa an Süd- und Westseiten von Gebäuden, mit mindestens zehn Zentimetern Abstand zur Hauswand.[1] Frisch geschlagenes Holz gehört nicht in den Keller und nicht komplett in Plastikplanen eingepackt, weil es dort nicht trocknen kann.[1] Ideen für den Holzstapel gibt es im Beitrag Brennholz lagern.

Hol den Tagesbedarf an Brennholz schon am Vortag ins Haus.

In einem beheizten Raum wärmt sich das Holz vor und gibt noch etwas Restfeuchte ab. Das empfiehlt auch die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

Gekauftes Brennholz prüfen

Auch gekauftes Holz, das als ofenfertig oder kammergetrocknet verkauft wird, solltest du stichprobenartig messen. Beim Kauf hilft eine klare Absprache über den Wassergehalt und die Mengeneinheit, denn Raummeter, Schüttraummeter und Festmeter enthalten unterschiedlich viel Holz.[1] Ist das Holz bei Lieferung zu feucht, lagerst du es luftig und überdacht nach und verfeuerst zuerst die trockensten Scheite.

Was tun mit zu feuchtem Holz?

Zu feuchtes Holz verbrennst du nicht einfach trotzdem. Es lohnt sich, es nachtrocknen zu lassen, auch wenn es eine weitere Saison dauert. Stapel es luftig, mit Abstand zum Boden, und deck nur die Oberseite gegen Regen ab. Zum Heizen nimmst du in der Zwischenzeit trockenes Holz.

Ist bei einem Kaminofen schon die Sichtscheibe beschädigt, gehört vor dem Weiterheizen eine Prüfung dazu. Was dabei zu beachten ist, steht im Ratgeber Riss in der Kaminscheibe.

Quellen

  1. Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft: Merkblatt 20, Scheitholz (PDF) (abgerufen am 31.10.2026)
  2. TGA Fachplaner: Fachbeitrag zur Holzfeuerung (PDF) (abgerufen am 31.10.2026)
  3. Landratsamt Roth: Merkblatt zulässige Brennstoffe nach 1. BImSchV (PDF) (abgerufen am 31.10.2026)
  4. PCE Instruments: Datenblatt Feuchtemessgerät (PDF) (abgerufen am 31.10.2026)
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Verfasst von

Stefan Berger

Stefan schreibt über Werkzeug, Reparaturen und praktische Lösungen für drinnen und draußen. Bevor etwas ersetzt wird, schaut er lieber, ob es sich noch reparieren lässt.

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