Richtiges Altglas entsorgen ist mehr als nur Glas in den Container zu werfen. Damit der Kreislauf wirklich funktioniert, kommt es auf ein paar Kleinigkeiten an, die oft übersehen werden – vom Deckel bis zur Farbe.
Der schnelle Check: So geht Altglas entsorgen richtig
Die leere Pesto-Dose in der einen, die Weinflasche in der anderen Hand – und dann die Frage am Altglascontainer: Muss der Deckel wirklich ab? Und wohin mit der blauen Proseccoflasche? Die kurze Antwort: Deckel kannst du dranlassen, blaues Glas gehört zum Grünglas. Das ist die Basis für funktionierendes Glas-Recycling.
Beim Altglas entsorgen geht es darum, den Glashütten möglichst reinen Rohstoff zu liefern. Je besser wir zu Hause trennen, desto weniger Energie und Ressourcen wie Quarzsand werden für neues Glas gebraucht. Das Umweltbundesamt bestätigt, dass der Einsatz von Altglas den Energiebedarf deutlich senkt.[1] Eine saubere Trennung nach Farben ist dabei entscheidend.
Du musst die Gläser übrigens nicht ausspülen. Löffelrein reicht vollkommen aus, wie auch die Verbraucherzentrale empfiehlt.[4] Ein kleiner Rest Senf oder Marmelade stört den Recyclingprozess nicht und du sparst Wasser.
Warum darf nicht jedes Glas in den Altglascontainer?
Ich stand auch schon mal mit einem zerbrochenen Trinkglas vor dem Container und war unsicher. Es fühlt sich intuitiv richtig an, Glas zu Glas zu werfen, aber hier liegt ein häufiger Fehler. In den Container gehört ausschließlich Behälterglas, also Verpackungen wie Flaschen, Konservengläser oder Flakons aus Glas.
Der Grund liegt in der chemischen Zusammensetzung. Trinkgläser, Fensterglas, Spiegel oder eine kaputte Auflaufform aus Jenaer Glas haben einen anderen Schmelzpunkt als Verpackungsglas. Würden sie im Schmelzofen landen, könnten sie den gesamten Recyclingprozess stören und Einschlüsse im neuen Glas verursachen. Das Bundesumweltministerium weist darauf hin, dass solche Störstoffe das Recycling sogar verhindern können.[2]
Diese Dinge gehören deshalb nicht ins Altglas, sondern in den Restmüll:
- Trinkgläser, auch Bleikristall
- Zerbrochenes Porzellan oder Keramik
- Hitzebeständiges Glas (Auflaufformen, Kaffeekannen)
- Fenster- oder Spiegelglas
- Glühbirnen und Leuchtmittel (gehören zum Sondermüll oder Elektroschrott)
Was passiert mit den Deckeln und Etiketten beim Altglas entsorgen?
Die Frage nach den Deckeln ist ein Klassiker. Die gute Nachricht: Du musst dir keinen Stress machen. Moderne Sortieranlagen können Deckel aus Metall oder Kunststoff zuverlässig vom Glas trennen. Sie werden magnetisch oder durch Luftstrom aussortiert und separat recycelt.
Trotzdem ist es hilfreich, wenn du die Deckel vorher abschraubst und in den Gelben Sack oder die Wertstofftonne wirfst. Das reduziert den Aufwand in der Sortieranlage und verringert laut Umweltbundesamt den Ausschuss von nicht nutzbarem Altglas.[1] Papieretiketten können übrigens einfach dranbleiben, sie verbrennen im Schmelzprozess rückstandslos.
Wohin mit blauem, rotem oder anderem Buntglas?
Die Container sind klar beschriftet: Weiß, Braun, Grün. Aber was ist mit der blauen Ginflasche oder dem roten Weckglas? Die Regel ist einfach: Jedes Glas, das nicht eindeutig weiß oder braun ist, gehört in den Container für Grünglas.
Das hat einen einfachen Grund: Grünglas verträgt die meisten „Fehlfarben“, ohne dass die Qualität des neuen Glases leidet. Schon kleine Mengen farbiges Glas können eine ganze Charge Weißglas unbrauchbar machen, da es eine Reinheit von fast 100 % benötigt. Grünglas ist hier viel toleranter.[3] Eine falsche Zuordnung bei Weiß- oder Braunglas würde zu unerwünschten „Zwischentönen“ im neuen Produkt führen, die niemand kaufen möchte.
Farbsortierung auf einen Blick
Um das Altglas entsorgen zu erleichtern, hier die Faustregel:
- Weißglas-Container: Nur für durchsichtiges, ungefärbtes Glas.
- Braunglas-Container: Nur für braunes Glas (z. B. Bierflaschen).
- Grünglas-Container: Für grünes, blaues, rotes und jedes andere farbige Glas.
Drei Fehler beim Altglas entsorgen, die du leicht vermeiden kannst
Manche Dinge gehen im Alltag schnell unter, können aber für Ärger sorgen oder den Recycling-Erfolg schmälern. Achte auf diese drei Punkte:
- Wirf keine Pfandflaschen in den Container. Es ist mir in der Eile auch schon passiert, aber Mehrwegflaschen sind ökologisch wertvoller, weil sie bis zu 40-mal wiederbefüllt werden können. Finanziell ist die Rückgabe am Pfandautomaten sowieso der bessere Weg.
- Halte dich an die Einwurfzeiten. Die meisten Container dürfen nur werktags zwischen 7 und 20 Uhr befüllt werden. Das laute Klirren ist für Anwohner eine echte Belastung. Ein kurzer Blick auf den Aufkleber am Container schafft Klarheit.
- Stell keinen Müll neben die Container. Leere Kartons oder Tüten, in denen du das Glas transportiert hast, musst du wieder mitnehmen und zu Hause im Papiermüll oder Gelben Sack entsorgen. Der Platz um die Container ist keine Müllhalde.
Diese kleinen Gewohnheiten machen einen großen Unterschied für die Umwelt und deine Nachbarschaft.
Ist Altglas entsorgen wirklich so umweltfreundlich?
Ja, absolut. Glasrecycling ist ein Paradebeispiel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Glas kann unendlich oft eingeschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet werden, ohne an Qualität zu verlieren. Der größte Vorteil ist die Energieersparnis.
Für die Herstellung von Neuglas aus Rohstoffen wie Quarzsand, Soda und Kalk sind extrem hohe Temperaturen nötig. Altglasscherben schmelzen bei deutlich niedrigeren Temperaturen. Laut Umweltbundesamt sinkt der Energiebedarf um etwa 2 bis 3 % pro 10 % Altglas, das in der Schmelze eingesetzt wird.[1] Das schont nicht nur Ressourcen, sondern senkt auch den CO2-Ausstoß erheblich. Jede Flasche, die du richtig entsorgst, ist ein direkter Beitrag zum Klimaschutz.
Quellen
- Altglas richtig trennen und entsorgen (umweltbundesamt.de, abgerufen am 24.02.2026)
- Altglas (bundesumweltministerium.de, abgerufen am 24.02.2026)
- Glas und Altglas (umweltbundesamt.de, abgerufen am 24.02.2026)
- Müll richtig trennen: gelber Sack, Restmüll, Papier oder wohin sonst? (Verbraucherzentrale.de, abgerufen am 24.02.2026)
FAQs zum Thema Altglas entsorgen
Was mache ich, wenn der Altglascontainer schon voll ist?
Wenn ein Container bereits voll ist, stelle dein Altglas bitte auf keinen Fall daneben. Das gilt als illegale Müllentsorgung und kann ein Bußgeld nach sich ziehen. Nimm deine Flaschen und Gläser am besten wieder mit nach Hause und versuche es später erneut oder fahre zu einem anderen Containerstandort. Zusätzlich kannst du den vollen Container bei der zuständigen Kommune oder dem Entsorgungsunternehmen melden – die Kontaktdaten findest du meistens auf einem Aufkleber am Container selbst.
Warum wird das Glas beim Entleeren im LKW so laut zerschlagen? Vermischen sich da nicht die Farben?
Keine Sorge, die Farben vermischen sich dabei nicht. Die Sammel-LKW haben im Inneren getrennte Kammern für Weiß-, Braun- und Grünglas, sodass deine saubere Trennung erhalten bleibt. Das laute Klirren entsteht, weil das Glas beim Hineinfallen zerbricht, was sogar gewollt ist. Die so entstehenden Scherben sind der ideale Rohstoff für die Glashütte und lassen sich viel effizienter schmelzen als ganze Flaschen.
Dürfen auch ganz kleine Glasverpackungen wie Parfümflakons oder Gewürzgläser in den Container?
Ja, absolut! Auch kleinste Verpackungen aus Glas, wie zum Beispiel leere Parfümflakons, Medizinfläschchen oder winzige Gewürzgläser, gehören in den Altglascontainer. Sie bestehen aus demselben wertvollen Material und können problemlos recycelt werden. Ein kleiner Tipp: Damit sie im großen Container nicht untergehen, kannst du sie einfach in einem größeren Schraubglas sammeln und dann alles zusammen einwerfen.