Manchmal ist Mülltrennung kein „ich weiß das doch“-Thema, sondern eher ein kurzer Moment am Mülleimer: Darf das jetzt rein – oder mache ich mir damit die Tonne kaputt? Beim Gelben Sack passiert das besonders oft, weil viele Dinge nach „Plastik“ aussehen, aber trotzdem falsch wären.
Die Grundidee ist simpel: Im Gelben Sack landen Leichtverpackungen. Also Verpackungen, die du nach dem Einkauf leerst – und die nicht aus Glas oder Papier/Pappe bestehen. Das Bundesumweltministerium beschreibt genau das als Kernregel.[1]
Die wichtigste Regel in einem Satz
In den Gelben Sack gehören leere Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien – nicht „alles aus Plastik“.[2]
Das ist der Unterschied, der am meisten Verwirrung spart. Denn kaputtes Spielzeug, alte Schüsseln oder Plastik-Kram aus dem Haushalt sind zwar Kunststoff – aber eben keine Verpackung. Der NABU nennt das als typischen Irrtum und verweist darauf, dass der Gelbe Sack grundsätzlich für Verpackungen gedacht ist.[5]
Das darf in den Gelben Sack
Wenn du dir eine schnelle Orientierung wünschst, hilft diese Faustregel:
Das sind typische „Ja“-Beispiele:
- Kunststoffverpackungen wie Becher, Schalen, Folien, Tüten, Flaschen von Shampoo/Spülmittel, Blisterverpackungen
- Metallverpackungen wie Konservendosen, Deckel, Kronkorken, Aluschalen, Alufolie
- Verbundverpackungen wie Getränkekartons (z. B. Saft- und Milchpackungen)
Genau diese Materialgruppen nennen auch die Verbraucherzentrale und das Bundesumweltministerium in ihren Übersichten.[1][2]
Das gehört nicht in den Gelben Sack
Hier sind die Dinge, die am häufigsten falsch landen – obwohl sie „ähnlich aussehen“:
Diese Sachen sind im Gelben Sack falsch:
- Kein Verpackungsmüll wie Spielzeug, Plastikschüsseln, Zahnbürsten, Kugelschreiber, Kleiderbügel (gehört je nach Region eher in Restmüll oder Wertstoffhof)
- Papier, Pappe und Karton (das ist Altpapier – auch wenn es eine Verpackung war)
- Glas (Altglascontainer, nach Farben sortiert)
- Batterien, Akkus, Elektrogeräte (gehören in Sammelstellen – und sind im Gelben Sack wirklich problematisch)
Gerade Batterien sind nicht nur „falsch“, sondern riskant: Die Zentrale Stelle Verpackungsregister warnt in einer Präsentation zur Mülltrennung davor, dass Batterien und Akkus Brände in Sortieranlagen auslösen können.[4]
Wie sauber muss das sein?
Viele spülen Verpackungen aus – und genau das musst du meistens gar nicht. Wichtig ist vor allem: restentleert. Das Umweltbundesamt betont, dass Ausspülen in der Regel unnötig ist – entleeren reicht.[3]
Praktisch heißt das: Löffelrein ist super. Halbvolle Soßenbecher eher nicht. Wenn noch viel Essen drin klebt, macht es die Sortierung schwerer – und dann ist Restmüll oft sinnvoller.
Deckel ab, Materialien trennen, nichts ineinander stapeln
Ein kleiner Handgriff bringt bei vielen Verpackungen erstaunlich viel: Deckel runter und getrennt einwerfen. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister empfiehlt, Materialien möglichst zu trennen und Verpackungen nicht ineinander zu stapeln, damit Sortieranlagen besser arbeiten können.[4]
Das bedeutet nicht, dass du eine Wissenschaft daraus machen musst. Aber bei den typischen Kandidaten lohnt es sich:
Joghurtbecher: Deckel ab. Sprühdose mit Kappe: Kappe ab. Getränkekarton: flach drücken. Fertig.
Typische Stolperfallen im Alltag
Ein paar Sachen sind so häufig, dass sie einen eigenen Abschnitt verdienen:
Pizza-Karton: Wenn er sauber ist: Altpapier. Wenn er fettig und durchweicht ist: Restmüll. (Der Gelbe Sack ist dafür nicht gedacht.)
Styropor: Styropor als Verpackung (z. B. Schutzform im Karton) ist meist Gelber Sack. Styropor als „sonstiges Zeug“ nicht automatisch.
Schwarze Kunststoffschalen: Können je nach Sortiertechnik schwieriger zu erkennen sein. Das heißt nicht „immer falsch“, aber: möglichst restentleert und nicht unnötig verschmutzt.
Mehrschicht-Folien: Chipstüten und stark gemischte Materialien sind fürs Recycling oft schwierig. Trotzdem gehören sie als Verpackung meistens in den Gelben Sack – die Sortierung entscheidet später, was recycelt werden kann.
Der schnelle 10-Sekunden-Check
Wenn du beim Wegwerfen kurz hängen bleibst, hilft diese Mini-Logik:
Frag dich dafür einmal kurz:
- War es eine Verpackung? Wenn nein, eher nicht Gelber Sack.
- Ist sie leer? Wenn ja, gut. Wenn noch viel Inhalt drin ist, eher Restmüll.
- Besteht sie nicht aus Glas oder Papier? Dann ist Gelber Sack ziemlich wahrscheinlich.
Und wenn deine Stadt eine Wertstofftonne statt Gelbem Sack hat, können Details abweichen. Die Basisregel „Verpackung ja/nein“ bleibt aber der wichtigste Kompass.[2]
Quellen
- Bundesumweltministerium (BMUV) – Was gehört in die gelbe Tonne/den gelben Sack? (abgerufen am 26.01.2026)
- Verbraucherzentrale – Müll richtig trennen: Gelber Sack / Gelbe Tonne (abgerufen am 26.01.2026)
- Umweltbundesamt (UBA) – Verpackungsrecycling gelingt nur mit richtiger Mülltrennung (Hinweis: nicht ausspülen nötig) (abgerufen am 26.01.2026)
- Zentrale Stelle Verpackungsregister – „Verpackungsrecycling braucht uns alle“ (Hinweise: Deckel trennen, nicht stapeln, Brandrisiko Batterien) (abgerufen am 26.01.2026)
- NABU – Recycling und der Gelbe Sack (nur Verpackungen, nicht „alles aus Plastik“) (abgerufen am 26.01.2026)
FAQs zum Thema was kommt in den gelben sack
Wenn du beim Sortieren unsicher bist, sind diese Antworten die schnellste Abkürzung.
Kommt Plastikspielzeug in den Gelben Sack?
Nein, normalerweise nicht. Der Gelbe Sack ist für Verpackungen gedacht – nicht für Gegenstände aus Kunststoff. Kaputtes Spielzeug gehört je nach Region in den Restmüll oder zum Wertstoffhof.[5]
Muss ich Verpackungen ausspülen?
In der Regel nein. Es reicht, wenn sie restentleert sind. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Ausspülen meist unnötig ist.[3]
Wohin mit Deckeln und Verschlüssen?
Am besten getrennt. Deckel abdrehen oder abziehen und dann beides in den Gelben Sack geben – so lässt es sich besser sortieren.[4]
Dürfen Getränkekartons in den Gelben Sack?
Ja. Getränkekartons zählen zu Verbundverpackungen und gehören in den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne.[1]