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Wo man Altkleider am besten abgeben kann? Tipps und Adressen

Dein Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, aber die Teile sind eigentlich viel zu schade für die Tonne? Perfekt! Es gibt nämlich erstaunlich viele und gute Orte, wo man Altkleider abgeben kann – vom altbekannten Container bis zu Optionen, die direkt vom Sofa aus funktionieren.

Der Klassiker: Wo kann man Altkleider in Container abgeben?

Die einfachste und schnellste Methode ist definitiv der Altkleidercontainer um die Ecke. Tüte rein, Klappe zu, fertig. Aber hier lohnt sich ein zweiter Blick, denn nicht jeder Container ist gleich gut. Es gibt leider auch kommerzielle Sammler, die nur auf Profit aus sind und mit gefälschten Logos den Anschein von Wohltätigkeit erwecken.

Deshalb solltest du auf ein paar Dinge achten. Seriöse Container haben immer eine deutsche Adresse und eine Festnetznummer des Betreibers aufgedruckt. Noch besser ist es, wenn du eines der anerkannten Siegel entdeckst. Laut Verbraucherzentrale Hamburg sind das vor allem drei, auf die du dich verlassen kannst: FairWertung, das DZI-Spendensiegel und das BVSE-Qualitätssiegel.[5] Oft betreiben auch die kommunalen Abfallbetriebe, wie die AWB in Köln, eigene Container – die sind ebenfalls eine sichere Bank, weil die Erlöse helfen, die Müllgebühren stabil zu halten.[2]

Was genau in die Container darf und was nicht, ist eigentlich logisch, aber hier eine kurze Übersicht zur Sicherheit:

  • Das gehört rein: Saubere und noch tragbare Kleidung, Schuhe (bitte paarweise bündeln!), Bettwäsche, Handtücher, Vorhänge, Gürtel und Taschen.
  • Das gehört nicht rein: Kaputte oder stark verschmutzte Kleidung, einzelne Schuhe, Stoffreste, Teppiche oder Elektrogeräte.

Pack die Sachen am besten in einen Sack, damit sie im Container nicht schmutzig oder feucht werden. So stellst du sicher, dass deine Spende auch wirklich ankommt.

Direkter Draht: Spenden bei sozialen Einrichtungen

Wenn du sichergehen willst, dass deine Kleidung direkt bei Bedürftigen in deiner Region landet, sind soziale Einrichtungen die beste Wahl. Kleiderkammern von Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Caritas oder lokalen Initiativen freuen sich riesig über gut erhaltene Spenden. Der Vorteil: Du unterstützt Menschen direkt vor deiner Haustür.

Mein Tipp aus Erfahrung: Ruf vorher kurz an und frag, was gerade wirklich gebraucht wird. Manchmal quellen die Lager über mit Winterjacken, aber es fehlen dringend Kinderschuhe oder Herrenhosen in kleinen Größen. So wird deine Spende besonders wertvoll und landet nicht nur auf einem großen Haufen. Viele Städte haben auch Sozialkaufhäuser, die deine Kleidung annehmen und zu sehr günstigen Preisen weiterverkaufen. Das schafft Arbeitsplätze und gibt deinen alten Lieblingsteilen eine zweite Chance.

Clever und bequem: Wo kann man Altkleider per Post abgeben?

Mal ehrlich, manchmal fehlt einfach die Zeit oder das Auto, um die Säcke irgendwo hinzufahren. Die gute Nachricht: Du kannst deine Altkleider auch einfach per Post spenden. Organisationen wie die Deutsche Kleiderstiftung bieten einen super Service an.

Spenden per Paket – so geht’s

Das Prinzip ist denkbar einfach: Du packst einen großen Karton voll mit gut erhaltener Kleidung, Schuhen und Haushaltstextilien. Auf der Webseite der Organisation erstellst du dir einen kostenlosen oder vergünstigten Paketschein, klebst ihn auf den Karton und gibst das Paket im nächsten Paketshop ab. Das Paket darf oft bis zu 31,5 kg wiegen, da passt also einiges rein. Eine super Lösung, wenn du auf dem Land wohnst oder einfach keine Annahmestelle in der Nähe hast.

Die Deutsche Kleiderstiftung erklärt, dass die Sachen dann zentral sortiert werden.[3] Ein Teil geht direkt in Hilfsprojekte weltweit, ein anderer wird in Charity-Shops verkauft, um die Arbeit zu finanzieren. So kommt deine Spende auf jeden Fall einem guten Zweck zugute.

Was passiert eigentlich genau mit den gespendeten Klamotten?

Egal, ob Container oder Direktspende – der Weg der Altkleider ist ziemlich spannend. Nur ein kleiner Teil der gesammelten Menge wird direkt in deutschen Kleiderkammern an Bedürftige verteilt. Der weitaus größere Teil wird an professionelle Sortierbetriebe verkauft.

Dort wird von Hand getrennt:

  1. Top-Ware: Gut erhaltene, modische Kleidung wird als Secondhand-Ware in andere Länder, oft nach Osteuropa oder Afrika, exportiert.
  2. Noch brauchbar: Ein weiterer Teil wird zu Industrieprodukten wie Putzlappen oder Dämmmaterial verarbeitet.
  3. Der Rest: Nur was wirklich unbrauchbar ist, wird thermisch verwertet, also zur Energiegewinnung verbrannt.

Die Erlöse aus dem Verkauf finanzieren, wie das DRK beschreibt, soziale Projekte, die Jugendarbeit oder den Katastrophenschutz.[1] Deine Spende hilft also auf vielen Ebenen.

Jenseits der Spende: Alternativen für deine alten Schätze

Nicht alles muss gespendet werden. Vielleicht sind ja ein paar Teile dabei, die dir noch ein kleines Taschengeld einbringen oder im Freundeskreis Freude bereiten.

Eine coole Alternative sind Kleidertauschpartys. Lade ein paar Freundinnen ein, jede bringt ihre aussortierten, aber noch schönen Teile mit und dann wird getauscht. Das macht Spaß und ist die nachhaltigste Form, „neue“ Kleidung zu bekommen. Auch Online-Plattformen wie Vinted oder Kleinanzeigen sind natürlich eine Option, wenn du den Aufwand nicht scheust.

Und für die Kreativen: Zerschlissene Jeans können zu coolen Shorts werden, aus alten T-Shirts lässt sich Garn für Häkelprojekte machen oder sie werden – ganz pragmatisch – zu hervorragenden Putzlappen. Das ist die letzte, aber oft sehr sinnvolle Verwertung direkt bei dir zu Hause.

Die letzte Station: Wann Altkleider wirklich in den Müll gehören

Es gibt leider auch Kleidung, die für eine Spende nicht mehr geeignet ist. Stark verschmutzte, löchrige oder feuchte Textilien gehören nicht in die Sammlung. Sie können im schlimmsten Fall sogar eine ganze Ladung unbrauchbar machen. Laut Ökotest gehören wirklich kaputte Textilien am besten zum kommunalen Wertstoffhof, da sie dort in die richtigen Recycling-Kanäle gesteuert werden können.[4]

In den normalen Hausmüll sollten Textilien nur im absoluten Ausnahmefall, zum Beispiel wenn sie mit Öl oder Farbe stark verunreinigt sind. Denn auch eine zerschlissene Jeans ist immer noch ein Rohstoff, der besser recycelt als einfach nur verbrannt wird.

Quellen

  1. Altkleidercontainer: So helfen Ihre Altkleider (Deutsches Rotes Kreuz, abgerufen am 13.01.2026)
  2. Altkleider: Die stadtweite Altkleidersammlung (AWB Köln, abgerufen am 13.01.2026)
  3. Kleidung im Paket spenden (Deutsche Kleiderstiftung, abgerufen am 13.01.2026)
  4. Kleidung richtig spenden: Altkleider-Container oder Kleiderspende? (Ökotest, abgerufen am 13.01.2026)
  5. Kleidung entsorgen: Wohin mit den alten Klamotten? (Verbraucherzentrale Hamburg, abgerufen am 13.01.2026)

FAQs zum Thema Wo kann man Altkleider abgeben

Darf ich auch Unterwäsche und Socken spenden?

Das ist eine gute Frage, denn hier gibt es ein paar Dinge zu beachten. Aus hygienischen Gründen nehmen die meisten Kleiderkammern Unterwäsche und Socken nur als ungetragene Neuware an. Gut erhaltene BHs sind hingegen oft eine Ausnahme und werden gerne genommen. Wenn du also getragene Socken oder Unterwäsche aussortierst, gehören diese am besten in den Restmüll, es sei denn, eine Organisation weist explizit darauf hin, dass sie diese für das Faserrecycling annimmt.

Nehmen auch Modegeschäfte wie H&M oder C&A alte Kleidung zurück?

Ja, das ist eine sehr bequeme Alternative! Viele große Modeketten haben inzwischen eigene Rücknahmeprogramme. Dort kannst du einfach einen Beutel mit Altkleidern – egal von welcher Marke – im Geschäft abgeben. Als Dankeschön erhältst du dafür häufig einen Rabattgutschein für deinen nächsten Einkauf. Die gesammelten Textilien werden dann von Partnerfirmen sortiert, um sie entweder wiederzuverwenden oder zu recyceln.

Kann ich für meine Kleiderspende eine Spendenquittung für die Steuer bekommen?

Theoretisch ist das möglich, aber in der Praxis ist es bei Altkleidern eher die Ausnahme. Eine steuerlich absetzbare Spendenquittung (offiziell Zuwendungsbestätigung) erhältst du nur, wenn du den Wert der gespendeten Sachen nachweisen kannst, zum Beispiel durch Kaufbelege für neuwertige Ware. Außerdem musst du die Kleidung direkt bei einer als gemeinnützig anerkannten Organisation abgeben und darfst sie nicht anonym in einen Container werfen. Für eine normale Ladung getragener Kleidung lohnt sich der Aufwand daher meist nicht.

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