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Wie kann man Kraftstoff sparen? Infos und Tipps!

Wie kann man Kraftstoff sparen, ohne ständig daran zu denken? Die größten Hebel sind oft kleine Korrekturen bei Fahrstil und Beladung, die schon in der Fahrschule Thema waren und den Tankwart seltener zum Freund machen.

Spartipps für die Zapfsäule? Die Basics hast du schon in der Fahrschule gelernt

Die Frage, wie man den Verbrauch senkt, ist so alt wie der Verbrennungsmotor selbst. Doch die wirksamsten Antworten haben nichts mit wundersamen Additiven oder komplizierter Technik zu tun. Es geht darum, unnötigen Energieverlust zu vermeiden. Und das ist so fundamental, dass es sogar offiziell zum Stoff der Führerscheinprüfung gehört.

Tatsächlich ist die „umweltbewusste und energiesparende Fahrweise“ fester Bestandteil der Fahrerlaubnis-Verordnung und der praktischen Prüfung.[4][5] Die Fahrschüler-Ausbildungsordnung listet sie explizit als Ausbildungsziel.[6][7] Eine der offiziellen Theoriefragen lautet schlicht: „Wie können Sie Kraftstoff sparen?“ Die richtigen Antworten: den Reifendruck prüfen und den Dachgepäckträger abnehmen. Das zeigt, worum es im Kern geht: um Physik, nicht um Magie.

Der direkte Weg: Wie du mit deinem rechten Fuß Kraftstoff sparen kannst

Der größte Einflussfaktor sitzt hinter dem Lenkrad. Hektisches Fahren mit ständigem Beschleunigen und abruptem Bremsen ist der größte Spritfresser. Jedes Mal, wenn du aufs Gaspedal trittst, wandelst du Kraftstoff in Bewegungsenergie um. Jedes Mal, wenn du bremst, vernichtest du diese Energie wieder und wandelst sie in Wärme um. Das ist pure Verschwendung.

Vorausschauendes Fahren ist deshalb die wirksamste Methode. Wer früh vom Gas geht, weil die Ampel vorne rot ist, rollt kostenlos weiter. Wer auf der Autobahn gleichmäßigen Abstand hält, muss seltener bremsen und wieder beschleunigen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, beim Fahren die Drehzahl möglichst immer unter 2000 Umdrehungen pro Minute zu halten und früh hochzuschalten.[2]

Ich sehe das bei mir am Bordcomputer: Fahre ich entspannt zur Arbeit, liege ich fast einen Liter unter dem Verbrauch, den ich habe, wenn ich spät dran bin und hektisch fahre. Auch bei kurzen Stopps, etwa an einem Bahnübergang, rät das Umweltbundesamt, den Motor abzustellen.[1] Moderne Autos machen das mit der Start-Stopp-Automatik ohnehin von selbst.

Was hat der Reifendruck mit dem Spritverbrauch zu tun?

Ein zu niedriger Reifendruck ist ein stiller, aber konstanter Spritdieb. Der Grund ist der Rollwiderstand: Ist der Reifen nicht prall genug, verformt er sich bei jeder Umdrehung stärker. Diese „Walkarbeit“ kostet Energie, die direkt vom Motor kommen muss – und damit aus dem Tank.

Das Umweltbundesamt hat dazu konkrete Zahlen: Bereits 0,5 bar zu wenig Druck erhöhen den Kraftstoffverbrauch um etwa fünf Prozent.[3] Das klingt nach wenig, summiert sich aber über tausende Kilometer. Bei einem Verbrauch von 7 Litern auf 100 km sind das immerhin 0,35 Liter extra. Auf eine Tankfüllung gerechnet, verschenkst du so schnell mal 20 bis 30 Kilometer Reichweite.

Mach es dir zur Gewohnheit, den Luftdruck bei jedem zweiten Tankstopp zu prüfen. Den korrekten Wert für dein Auto findest du meist auf einem Aufkleber im Türholm der Fahrertür oder in der Tankklappe. Besonders vor langen Urlaubsfahrten mit voller Beladung ist der Check entscheidend, da der empfohlene Druck dann oft höher liegt.

Klimaanlage und Co.: Die heimlichen Verbraucher

Moderne Annehmlichkeiten kosten ebenfalls Energie. Die Klimaanlage, die Sitzheizung oder die Heckscheibenheizung werden alle über den Motor angetrieben. Sie permanent laufen zu lassen, erhöht den Verbrauch messbar. Nutze diese Funktionen also bewusst: Schalte die Klimaanlage aus, wenn die Temperatur angenehm ist, und deaktiviere die Sitzheizung, sobald es warm genug ist.

Ballast abwerfen: Wie du unnötigen Verbrauch durch Gepäck vermeidest

Jedes zusätzliche Kilo im Auto muss bei jedem Anfahren mitbeschleunigt werden. Das kostet Sprit. Noch gravierender wirkt sich aber alles aus, was du auf dem Dach transportierst. Ein Dachgepäckträger, eine Dachbox oder Fahrradträger erhöhen den Luftwiderstand des Fahrzeugs erheblich.

Das Auto muss sich quasi gegen einen stärkeren Wind stemmen. Das Umweltbundesamt weist klar darauf hin, dass Dachaufbauten nach Gebrauch sofort wieder entfernt werden sollten.[1] Ich habe das selbst mal ausprobiert: Die leere Dachbox für den Familienurlaub hat auf der Autobahnfahrt zum Montageort fast einen Liter Mehrverbrauch auf 100 km verursacht. Seitdem kommt sie erst kurz vor der Abfahrt drauf und direkt nach der Rückkehr wieder runter.

Schau auch mal in deinen Kofferraum. Die Kiste mit den alten Zeitschriften, die ungenutzte Kühlbox oder das Werkzeug, das du nur einmal im Jahr brauchst – all das ist unnötiger Ballast.

Die wichtigsten Hebel für weniger Spritverbrauch auf einen Blick

Mit diesen einfachen Gewohnheiten kannst du direkt anfangen, Kraftstoff zu sparen:

    • Fahr vorausschauend und mit gleichmäßigem Tempo, um ständiges Bremsen und Beschleunigen zu vermeiden. Das ist der mit Abstand größte Faktor.
    • Prüfe regelmäßig den Reifendruck. Schon ein geringer Druckverlust erhöht den Rollwiderstand und damit den Verbrauch.
    • Entferne unnötigen Ballast aus dem Auto und demontiere Dachgepäckträger sofort nach der Nutzung, um Luftwiderstand und Gewicht zu reduzieren.
    • Schalte den Motor bei längeren Wartezeiten, zum Beispiel an Bahnschranken, aus. Das verbraucht weniger als das Laufenlassen im Stand.
    • Nutze Klimaanlage, Sitzheizung und andere elektrische Verbraucher nur dann, wenn du sie wirklich brauchst.

Quellen

  1. Sprit sparen: Kosten für Benzin und Diesel reduzieren (Umweltbundesamt, abgerufen am 13.03.2026)
  2. Hohe Kraftstoffpreise – 7 Tipps fürs bewusste Autofahren (Verbraucherzentrale, abgerufen am 13.03.2026)
  3. Autoreifen: Auf Rollgeräusch, Reifendruck und Abrieb achten (Umweltbundesamt, abgerufen am 13.03.2026)
  4. Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), § 16 Theoretische Prüfung (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 13.03.2026)
  5. Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), § 17 Praktische Prüfung (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 13.03.2026)
  6. Fahrschüler-Ausbildungsordnung (FahrschAusbO), § 1 Ziel der Ausbildung (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 13.03.2026)
  7. Fahrschüler-Ausbildungsordnung (FahrschAusbO), Anlage 2.2 (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 13.03.2026)

FAQs zum Thema Wie kann man Kraftstoff sparen

Hilft eine regelmäßige Wartung des Autos wirklich beim Spritsparen?

Ja, auf jeden Fall. Ein gut gewarteter Motor arbeitet effizienter und verbraucht daher weniger Kraftstoff. Vor allem ein sauberer Luftfilter und frisches Motoröl können einen Unterschied machen, denn sie sorgen dafür, dass der Motor leicht „atmen“ und reibungsarm laufen kann. Auch alte Zündkerzen solltest du im Blick behalten, da sie zu einer unsauberen Verbrennung und somit zu einem höheren Verbrauch führen können.

Spare ich wirklich Sprit, wenn ich teureren Premium-Kraftstoff tanke?

In den meisten Fällen leider nicht. Für die allermeisten gängigen Automodelle bringt Premium-Sprit keinen spürbaren Verbrauchsvorteil, da ihre Motoren für normalen Kraftstoff wie Super E5 oder E10 optimiert sind. Eine Ausnahme können jedoch hochgezüchtete Sportmotoren oder einige moderne Turbomotoren sein, die eine höhere Klopffestigkeit für ihre volle Leistung benötigen. Halte dich am besten einfach an die Empfehlung des Herstellers in deinem Tankdeckel.

Macht es einen Unterschied, welche Reifen ich fahre, auch wenn der Luftdruck stimmt?

Ja, die Wahl der Reifen hat einen merklichen Einfluss. Sogenannte Leichtlaufreifen oder „Eco-Reifen“ besitzen einen optimierten Rollwiderstand und können den Verbrauch um einige Prozent senken. Ebenso wichtig ist es, saisonal passende Reifen zu nutzen: Winterreifen haben im Sommer aufgrund ihrer weicheren Gummimischung einen höheren Rollwiderstand und erhöhen somit den Spritverbrauch unnötig. Ein rechtzeitiger Wechsel im Frühjahr lohnt sich also doppelt.

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