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Marathontraining für Anfänger: Hier sind meine Tipps!

Die Idee, einen Marathon zu laufen, klingt erstmal verrückt. Aber mit den richtigen Tipps zum Marathontraining für Anfänger ist es machbar. Ich zeige dir, wie du den Einstieg schaffst, ohne dich komplett zu ruinieren oder die Motivation zu verlieren.

Vom Sofa zum Finish: Warum dein Kopf der wichtigste Muskel ist

Neulich im Park, ich hab mir meine Laufuhr eingestellt und kurz durchgeatmet. Neben mir ließ sich ein Pärchen auf einer Parkbank nieder, und er meinte zu ihr: „Schau dir die ganzen Läufer an. Verrückt. Ich schaff ja nicht mal die Treppe ohne zu schnaufen.“ Ich musste schmunzeln, denn genau da war ich auch mal. Mein erster „Lauf“ waren vielleicht 800 Meter am Stück, danach habe ich gefühlt eine halbe Stunde nach Luft gerungen und dachte, 5 Kilometer wären eine Weltreise. Der Gedanke an einen Marathon? Absolut unvorstellbar. Und genau hier beginnt das Training, nämlich im Kopf. Die Entscheidung, es wirklich zu wollen, ist der erste und wichtigste Schritt. Alles andere ist nur eine Frage der Organisation und des Durchhaltevermögens. Vergiss die ganzen Super-Athleten auf Instagram. Dein einziger Gegner bist du von gestern. Wenn du das verinnerlichst, hast du die erste Hürde schon genommen.

Die Faszination Marathon liegt nicht nur in der körperlichen Leistung, sondern vor allem im mentalen Sieg über dich selbst. Es ist ein Projekt, das dein Leben für ein paar Monate strukturieren wird. Du lernst deine Grenzen kennen, verschiebst sie und entdeckst eine Disziplin, von der du nicht wusstest, dass du sie besitzt. Das Gefühl, nach wochenlanger Vorbereitung die Ziellinie zu überqueren, ist mit kaum etwas zu vergleichen. Und das ist für absolut jeden erreichbar, der gesund ist und einen guten Plan hat.

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Die Basis: Ohne Plan bist du nur ein Spaziergänger mit sportlichen Ambitionen

Einfach loslaufen und hoffen, dass es irgendwie klappt, ist die sicherste Methode, um nach drei Wochen frustriert oder verletzt aufzugeben. Du brauchst eine Struktur. Ein guter Trainingsplan für Marathon Anfänger ist dein Navi auf dem Weg zur Startlinie. Er gibt dir vor, wann und wie lange du laufen sollst, wann Pausen dran sind und wie du die Belastung langsam, aber sicher steigerst. Das Prinzip dahinter ist simpel: Dein Körper braucht regelmäßige Reize, um sich anzupassen, aber auch genug Zeit zur Regeneration, um stärker zu werden. Ein Plan verhindert, dass du zu schnell zu viel willst, was der häufigste Fehler überhaupt ist.

Wo findest du so einen Plan? Das Internet ist voll davon, oft sogar kostenlos von großen Marathonveranstaltern oder Laufmagazinen. Wichtig ist, dass der Plan zu deinem aktuellen Fitnesslevel passt. Hier ist eine kleine Anleitung, wie du den richtigen für dich findest:

  1. Sei ehrlich zu dir selbst und mache einen Gesundheitscheck beim Arzt. Das ist keine Formalität, sondern deine Absicherung, dass dein Herz-Kreislauf-System und deine Gelenke bereit für die Belastung sind.
  2. Definiere ein realistisches Ziel. Für den ersten Marathon ist das Ziel einfach „Ankommen“. Alles andere ist Bonus. Such dir einen Plan, der auf eine Endzeit von vielleicht 4:30 bis 5:30 Stunden ausgelegt ist.
  3. Wähle einen Plan, der mindestens 16 Wochen, besser noch 20 bis 24 Wochen dauert. Das gibt deinem Körper genug Zeit für die Anpassung und dir Puffer für Krankheitstage oder Motivationslöcher.
  4. Passe den Plan an dein Leben an. Du kannst nicht am Dienstag laufen? Dann tausche den Tag mit einem Ruhetag. Wichtig ist nur, dass du die Schlüsseleinheiten pro Woche beibehältst, besonders den langen Lauf am Wochenende.

Ein Plan ist kein starres Gesetz, sondern ein Leitfaden. Höre auf deinen Körper und hab keine Angst, mal eine Einheit ausfallen zu lassen, wenn du dich krank fühlst.

Deine Ausrüstung: Mehr als nur bunte Schuhe

Klar, Laufen ist minimalistisch. Theoretisch brauchst du nur Schuhe und kannst los. Praktisch entscheidet die richtige Ausrüstung aber darüber, ob dein Training zur Freude oder zur Qual wird. Und ich spreche aus Erfahrung. Mein erstes Paar „ernsthafter“ Laufschuhe habe ich im Discounter geholt, weil sie cool aussahen und günstig waren. Riesenfehler. Nach drei Wochen hatte ich Schmerzen im Schienbein, die mich fast zur Aufgabe gezwungen hätten. Der Grund: Der Schuh passte null zu meinem Fuß und Laufstil.

Deshalb mein wichtigster Rat: Geh in ein Fachgeschäft und lass eine Laufanalyse machen. Die Leute dort wissen, was sie tun. Sie schauen sich deine Füße und deinen Laufstil an und empfehlen dir Modelle, die wirklich zu dir passen. Das kostet anfangs mehr, erspart dir aber Schmerzen, Verletzungspausen und am Ende noch mehr Geld für Physiotherapie. Die Dämpfung und Stabilität eines guten Schuhs sind der entscheidende Faktor, um die tausenden von Schritten abzufedern.

Hier sind noch ein paar weitere Ausrüstungs-Tipps:

  • Funktionskleidung: Investiere in ein paar gute Laufshirts und Hosen aus atmungsaktivem Material. Das Wichtigste ist, dass du niemals Baumwolle trägst. Baumwolle saugt sich mit Schweiß voll, wird schwer, klebt auf der Haut und kühlt dich aus.
  • Laufsocken: Klingt banal, ist aber Gold wert. Spezielle Laufsocken sind nahtlos, sitzen eng und verhindern Blasen. Ein Paar kostet nicht die Welt und macht einen riesigen Unterschied.
  • GPS-Laufuhr: Kein Muss, aber extrem hilfreich. Sie trackt deine Distanz, dein Tempo und deine Zeit. Das motiviert ungemein und hilft dir, die Vorgaben aus deinem Trainingsplan präzise umzusetzen. Es muss nicht das teuerste Modell sein, die Basisfunktionen reichen völlig aus.

Hier findest du eine Auswahl an bewährten Laufschuhen für den Einstieg:

Zuletzt aktualisiert am 16. Februar 2026 um 4:54 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Der lange Lauf: Dein wöchentliches Abenteuer

Im Herzen jedes Marathon-Trainingsplans steht eine Einheit: der lange, langsame Dauerlauf, oft als „LSD“ (Long Slow Distance) bezeichnet. Das ist dein wöchentliches Date mit dir selbst, meistens am Wochenende, wenn du am meisten Zeit hast. Bei diesem Lauf geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, Zeit auf den Beinen zu verbringen. Dein Körper lernt hier, seine Energie effizienter zu nutzen, Fett als Brennstoffquelle anzuzapfen und mit der langen Belastung umzugehen. Gleichzeitig stärkst du deine mentalen Muskeln für den großen Tag.

Die Distanz des langen Laufs wird über die Wochen langsam gesteigert. Du startest vielleicht mit 8 bis 10 Kilometern und arbeitest dich schrittweise hoch, bis du etwa drei Wochen vor dem Marathon deinen längsten Lauf von 30 bis 35 Kilometern absolvierst. Die vollen 42,2 Kilometer läufst du bewusst nicht im Training. Das wäre eine zu große Belastung, von der du dich bis zum Wettkampf nicht mehr vollständig erholen würdest. Den Rest schafft dein Körper am Marathontag durch das Adrenalin und die gute Vorbereitung.

So könnte dein langer Lauf wachsen

Ein typischer Aufbau für den langen Lauf in einem Anfängerplan könnte so aussehen. Beachte, dass zwischendurch immer wieder Entlastungswochen mit kürzeren Distanzen eingebaut werden, um dem Körper Erholung zu gönnen:

Trainingswoche 4: 12 Kilometer
Trainingswoche 8: 18 Kilometer
Trainingswoche 12: 25 Kilometer
Trainingswoche 16 (längster Lauf): 32 Kilometer

Essen und Trinken: Dein Motor braucht den richtigen Sprit

Du würdest dein Auto nicht mit Wasser betanken und erwarten, dass es fährt. Genauso ist es mit deinem Körper. Die Ernährung wird im Laufe des Trainings immer wichtiger, vor allem rund um die langen Läufe. Du musst kein Ernährungswissenschaftler werden, aber ein paar Grundlagen solltest du kennen. Dein Körper braucht Kohlenhydrate als primäre Energiequelle. Vor einem langen Lauf ist eine kohlenhydratreiche, aber leicht verdauliche Mahlzeit wichtig. Nach dem Lauf hilfst du deinen Muskeln bei der Reparatur mit einer Kombination aus Kohlenhydraten und Eiweiß.

Noch wichtiger ist die Flüssigkeitszufuhr. Schon ein geringer Flüssigkeitsverlust kann deine Leistung drastisch senken. Trinke über den Tag verteilt ausreichend und gewöhne dir an, auch während der langen Läufe regelmäßig zu trinken. Das ist auch Training für den Magen. Hier eine simple Übersicht, die mir immer geholfen hat:

Zeitpunkt Was du tun solltest Warum das wirkt
Vor dem Lauf Ca. 2 Stunden vorher eine kleine, kohlenhydratreiche Mahlzeit (z.B. Banane, Toast mit Honig). Kurz vorher noch ein Glas Wasser. Füllt die Energiespeicher auf, ohne den Magen zu belasten.
Während des Laufs (ab 90 Min.) Alle 45 bis 60 Minuten ein Energie-Gel oder Ähnliches und alle 15 bis 20 Minuten ein paar Schlucke Wasser. Hält den Blutzuckerspiegel stabil und beugt dem berüchtigten „Mann mit dem Hammer“ vor.
Nach dem Lauf Innerhalb von 30 bis 60 Minuten einen Snack mit Kohlenhydraten und Protein (z.B. Schokomilch, Joghurt mit Obst). Die Muskeln sind jetzt am aufnahmefähigsten für Nährstoffe, was die Regeneration beschleunigt.

Praktische Tipps zum Marathontraining für Anfänger: Was wirklich hilft

Über die Zeit sammelst du deine eigenen Erfahrungen, aber ein paar Dinge haben sich bewährt. Teste Energie-Gels oder Riegel unbedingt im Training. Nichts ist schlimmer, als am Wettkampftag festzustellen, dass du das Zeug nicht verträgst. Ein kleiner Trinkrucksack oder ein Laufgürtel mit Flaschenhaltern ist eine sinnvolle Investition für die langen Läufe, damit du nicht auf öffentliche Brunnen angewiesen bist. Und noch ein Tipp: Vaseline oder spezielle Anti-Chafing-Cremes sind deine besten Freunde. Trage sie an allen Stellen auf, an denen Haut auf Haut oder Stoff auf Haut reibt. Du wirst es dir danken.

Hör auf deinen Körper: Der schmale Grat zwischen Ehrgeiz und Verletzung

Dein Trainingsplan ist wichtig, aber dein Körpergefühl ist wichtiger. Es wird Tage geben, an denen du müde bist und die Beine schwer sind. Das ist normaler Trainingsstress. Du musst aber lernen, diesen „guten“ Schmerz von einem „schlechten“ Schmerz zu unterscheiden. Ein leichtes Ziehen in den Muskeln nach einer harten Einheit ist okay. Ein stechender Schmerz im Knie, der bei jedem Schritt auftritt, ist ein Alarmsignal.

Ruhetage sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein absolutes Muss für den Trainingserfolg. An diesen Tagen repariert dein Körper die kleinen Muskelschäden und baut neue, stärkere Strukturen auf. Ohne ausreichende Regeneration stagniert deine Leistung oder du rutschst ins Übertraining. Achte auf die Signale deines Körpers. Wenn du mehrere Tage hintereinander schlecht schläfst, ständig müde bist oder dein Ruhepuls am Morgen erhöht ist, braucht dein Körper eine Pause.

Warnsignale, die du nicht ignorieren solltest

Wenn einer dieser Punkte auftritt, ist es Zeit für eine Pause oder einen Arztbesuch:

  • Schmerzen, die sich während des Laufens verschlimmern.
  • Einseitige Schmerzen an Gelenken oder Knochen.
  • Schwellungen oder Rötungen.
  • Anhaltende Erschöpfung und Leistungsabfall über mehrere Tage.

Die Woche vor dem Start: Tapering und Mentale Vorbereitung Marathon

Die letzten zwei bis drei Wochen vor dem Marathon sind die sogenannte „Tapering-Phase“. Das bedeutet, du reduzierst den Trainingsumfang drastisch. Die langen Läufe werden viel kürzer, die Intensität nimmt ab. Das fühlt sich für viele komisch an, fast wie Faulheit. Aber dieser Schritt ist entscheidend. Dein Körper nutzt diese Zeit, um alle Speicher bis zum Anschlag aufzufüllen und topfit an der Startlinie zu stehen. Vertraue dem Prozess.

Genauso wichtig ist jetzt die Mentale Vorbereitung Marathon. Geh die Strecke im Kopf durch. Visualisiere, wie du die Ziellinie überquerst. Bereite deine Playlist vor, die dich über die schweren Kilometer trägt. Plane deine Anreise und packe deine Tasche am Tag vorher in Ruhe. Das reduziert den Stress am Renntag. Akzeptiere, dass du nervös sein wirst. Das ist gut, das Adrenalin wird dir helfen. Aber lass dich nicht von der Angst lähmen. Du hast wochenlang trainiert. Du bist bereit.

Nach dem Rennen: Der Lohn der Mühe

Wenn du über die Ziellinie läufst, ist der Schmerz für einen Moment vergessen. Was bleibt, ist Stolz und eine unbändige Freude. Nimm dir die Medaille, lass dich feiern, du hast es verdient. Aber denk dran: Auch die Regeneration nach dem Marathon ist wichtig. Gönn deinem Körper ein paar Tage oder sogar ein bis zwei Wochen komplette Laufpause. Geh spazieren, mach sanftes Dehnen, aber gib den Muskeln Zeit, sich zu erholen. Und dann? Dann kannst du anfangen, von der nächsten Herausforderung zu träumen. Denn das ist das Schöne am Laufen: Es gibt immer einen neuen Weg, ein neues Ziel und unzählige weitere Tipps zum Marathontraining für Anfänger, die man auf der Reise entdeckt.

FAQs zum Thema Tipps zum Marathontraining für Anfänger

Was ist Crosstraining und warum ist es so wichtig für mein Marathontraining?

Crosstraining bedeutet, dass du neben dem Laufen auch andere Sportarten in deinen Trainingsplan einbaust. Das ist extrem wichtig, um einseitige Belastungen zu vermeiden und Verletzungen vorzubeugen. Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Krafttraining stärken Muskelgruppen, die beim Laufen nur unterstützend arbeiten, aber für deine Stabilität entscheidend sind. So wirst du nicht nur ein stärkerer, sondern auch ein widerstandsfähigerer Läufer.

Wie motiviere ich mich an Tagen, an denen ich absolut keine Lust aufs Laufen habe?

Solche Tage sind völlig normal und gehören zum Training dazu. Ein guter Trick ist der „10-Minuten-Deal“: Sag dir, dass du nur für zehn Minuten locker losläufst. Wenn du dich danach immer noch schlecht fühlst, darfst du umdrehen. Meistens ist die größte Hürde das Anfangen, und nach zehn Minuten läuft es von allein. Ansonsten helfen auch eine Verabredung mit einem Laufpartner, eine neue Podcast-Folge oder die Vorfreude auf das tolle Gefühl nach dem Training.

Was kann ich tun, wenn ich beim Laufen Seitenstechen bekomme?

Seitenstechen ist zwar schmerzhaft, aber meist harmlos. Wenn es auftritt, solltest du dein Tempo sofort reduzieren oder eine Gehpause einlegen. Konzentriere dich auf eine tiefe und gleichmäßige Bauchatmung. Atme bewusst gegen den Schmerz an, indem du beim Ausatmen sanft mit der Hand auf die stechende Stelle drückst. Zur Vorbeugung hilft es, die letzte große Mahlzeit etwa zwei bis drei Stunden vor dem Lauf zu essen und vor dem Start nicht zu viel auf einmal zu trinken.

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