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Fliesen bohren: Profi-Tipps für perfekte Löcher ohne Schäden

Eine Bohrmaschine mit der ein Loch in eine Fliese gebohrt wird als Symbolbild für den Ratgeber: Fliesen bohren Tipps

Das Bohren in Fliesen kann eine Herausforderung sein, die Präzision und das richtige Werkzeug erfordert. Ob für die Montage eines neuen Spiegels oder das Anbringen von Badaccessoires, mit den folgenden Profi-Tipps gelingen perfekte Löcher, ohne die Fliesen beim Bohren zu beschädigen. Mit Geduld und Sorgfalt wird das Projekt zum Erfolg.

Die Vorbereitung: Alles beginnt mit dem richtigen Werkzeug

Bevor es ans Bohren geht, ist eine sorgfältige Auswahl der Werkzeuge unerlässlich. Qualitativ hochwertige Bohrer sind das A und O. Für Fliesen eignen sich spezielle Fliesenbohrer oder Diamantbohrer, die durch ihre harte Spitze das Material präzise durchdringen. Ein weiterer wichtiger Begleiter ist ein Bohrhammer oder eine Schlagbohrmaschine, die über eine einstellbare Drehzahl verfügt. So lässt sich die Geschwindigkeit an das zu bearbeitende Material anpassen.

Zusätzliches Zubehör wie ein Wasserbehälter oder ein Schwamm sorgt während des Bohrvorgangs für Kühlung und verhindert ein Überhitzen des Bohrers. Für einen sicheren Halt und präzise Ergebnisse ist außerdem eine Bohrschablone empfehlenswert. Und nicht zu vergessen: Sicherheitsausrüstung wie Arbeitshandschuhe und Schutzbrille schützen vor Verletzungen.

Was du brauchst im Überblick:

  • Fliesenbohrer oder Diamantbohrer
  • Bohrhammer oder Schlagbohrmaschine mit einstellbarer Drehzahl
  • Wasserbehälter oder Schwamm zur Kühlung
  • Bohrschablone für präzise Löcher
  • Arbeitshandschuhe und Schutzbrille
Zuletzt aktualisiert am 5. Juli 2024 um 14:24 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Die richtige Technik: Mit folgenden Tipps Schritt für Schritt in Fliesen bohren

Die Technik macht den Unterschied, wenn es darum geht, Fliesen zu durchbohren, ohne sie zu beschädigen. Zuerst gilt es, die Bohrstelle genau zu markieren. Ein Stück Kreppband kann dabei helfen, ein Abrutschen des Bohrers zu verhindern. Beginne mit einer niedrigen Drehzahl und erhöhe diese langsam. Übe nur leichten Druck aus und lass den Bohrer die Arbeit machen.

Um die Fliese vor Rissen zu bewahren, ist es ratsam, ohne Schlag zu bohren. Sobald der Bohrer die Glasur durchdrungen hat, kann bei Bedarf vorsichtig die Schlagfunktion hinzugeschaltet werden. Achte darauf, dass der Bohrer während des gesamten Vorgangs gekühlt wird, um ein Platzen der Fliese durch Überhitzung zu vermeiden.

Die Schritte im Überblick:

  1. Bohrstelle mit Kreppband markieren
  2. Mit niedriger Drehzahl starten und langsam erhöhen
  3. Zu Beginn nur leichten Druck ausüben und ohne Schlag bohren
  4. Ist die Glasur der Fliese durchdrungen, kannst du bei Bedarf die Schlagfunktion einschalten
  5. Bohrer stets kühlen, um Überhitzung zu vermeiden

Bohrloch verfeinern und nachbearbeiten

Nachdem das Loch gebohrt ist, folgt die Nachbearbeitung. Entferne Bohrstaub und Splitter sorgfältig mit einem Staubsauger oder einer Bürste. Sollten kleine Ausbrüche am Rand des Lochs entstanden sein, hilft feines Schleifpapier, diese zu glätten. Bei größeren Schäden kann Füllmasse zum Einsatz kommen, die passend zur Fliesenfarbe gewählt wird.

Überprüfe abschließend die Größe des Lochs. Ist es zu klein, kann es behutsam mit einem größeren Bohrer nachgebohrt werden. Gehe hierbei besonders behutsam vor, um keine Risse zu riskieren. Ein sauber verarbeitetes Loch ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch die Basis für einen sicheren Halt von Dübeln und Schrauben.

Umgang mit verschiedenen Fliesentypen

Fliesen gibt es in unterschiedlichen Materialien und Stärken, was verschiedene Herangehensweisen beim Bohren erfordert. Bei dünnen und empfindlichen Fliesen ist besonders viel Fingerspitzengefühl gefragt. Hier sollte ohne Schlag gebohrt und die Drehzahl niedrig gehalten werden. Bei dickeren Fliesen oder solchen aus hartem Feinsteinzeug kann nach dem Durchdringen der Glasur die Schlagfunktion genutzt werden, um das Material im Kern zu durchbohren.

Bei Mosaikfliesen ist Vorsicht geboten, da die kleinen Fliesenelemente leicht brechen können. Hier ist es empfehlenswert, nicht direkt auf einer Fuge zu bohren, sondern auf der Mitte einer Mosaikfliese. So verteilt sich der Druck gleichmäßiger und die Gefahr von Schäden wird reduziert.

Was tun bei Problemen?

Manchmal treten trotz aller Sorgfalt Probleme auf. Wenn der Bohrer feststeckt, schalte die Maschine sofort aus und ziehe ihn vorsichtig heraus. Versuche nicht, den Bohrer durch erhöhten Druck zu befreien, da dies die Fliese beschädigen könnte. Bei einem abgerutschten Bohrer ist es ratsam, die Stelle zu säubern und es erneut mit einer Bohrschablone zu versuchen.

Sollte das Bohrloch zu groß geworden sein, kann ein spezieller Fliesenreparaturdübel Abhilfe schaffen. Dieser bietet auch in größeren Löchern sicheren Halt. Bei Rissen in der Fliese ist eine professionelle Reparatur oder im schlimmsten Fall ein Austausch der beschädigten Fliese notwendig.

Abschließende Tipps für ein perfektes Ergebnis beim Fliesen-bohren

Zum Abschluss noch einige Tipps, die das Fliesenbohren erleichtern. Überprüfe vor dem Bohren, ob sich hinter der Fliese Leitungen oder Rohre befinden. Ein Leitungssucher kann hier Klarheit schaffen. Verwende zudem immer passende Dübel für das gebohrte Loch und das Gewicht des zu befestigenden Objekts. Und zu guter Letzt: Übung macht den Meister! Probiere das Bohren an einer alten Fliese aus, bevor du dich an die eigentliche Arbeit machst.

Fliesen bohren erfordert Geduld, die richtige Technik und Sorgfalt. Mit diesen Profi-Tipps und einer ruhigen Hand wird das Projekt zum Erfolg. Sollten dennoch Unsicherheiten bestehen, ist es keine Schande, einen Profi zurate zu ziehen. So bleibt das Heimwerkererlebnis eine sichere und erfolgreiche Angelegenheit.

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FAQs zum Thema Fliesen bohren Tipps

Welche Fliesenbohrer sind am besten geeignet, um Schäden zu vermeiden?

Um Schäden an Fliesen beim Bohren zu vermeiden, solltest du spezielle Fliesenbohrer verwenden. Diese sind in der Regel aus Hartmetall gefertigt oder besitzen eine Diamantbeschichtung, was sie besonders widerstandsfähig gegen die harte Glasur der Fliesen macht. Fliesenbohrer mit einer Spitze aus Hartmetall eignen sich besonders gut für glasierte Fliesen, während Bohrer mit Diamantbeschichtung auch für sehr harte oder grobkeramische Fliesen geeignet sind. Es ist wichtig, dass du langsam und ohne Schlag bohrst, um Risse und Splitterbildung zu vermeiden.

Wie kann ich verhindern, dass der Bohrer beim Ansetzen verrutscht?

Um zu verhindern, dass der Bohrer beim Ansetzen auf der glatten Fliesenoberfläche verrutscht, gibt es mehrere Methoden. Eine Möglichkeit ist, ein Stück Kreppband oder Malerband über die zu bohrende Stelle zu kleben. Das Band bietet dem Bohrer mehr Grip und verhindert das Abrutschen. Eine andere Methode ist, mit einem spitzen Gegenstand wie einem Nagel oder einem speziellen Körner einen kleinen Anfangspunkt in die Glasur zu ritzen. Dieser Punkt dient dann als Führung für den Bohrer. Zusätzlich kann ein Bohranschlag oder eine Bohrschablone verwendet werden, um den Bohrer an der gewünschten Stelle zu stabilisieren.

Was sollte ich tun, wenn ich in der Nähe von Fliesenfugen bohren muss?

Wenn du in der Nähe von Fliesenfugen bohren musst, ist besondere Vorsicht geboten, da die Fugen weniger Widerstand bieten und leichter beschädigt werden können. Es ist ratsam, möglichst nicht direkt in der Fuge zu bohren, sondern eher in der Mitte einer Fliese. Falls es nicht anders möglich ist, solltest du einen Bohrer verwenden, der exakt dem Durchmesser der Fuge entspricht, um ein Ausbrechen zu verhindern. Zusätzlich kannst du die Fuge mit Malerkrepp abkleben, um sie zu stabilisieren. Beim Bohren selbst ist ein gleichmäßiger, nicht zu starker Druck wichtig, um ein Ausbrechen der Fliesen zu vermeiden.

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