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Fliesen streichen: Ein neuer Look für Bad und Küche

Die alten Fliesen nerven, aber eine komplette Sanierung ist zu aufwendig oder teuer? Fliesen zu streichen kann eine spannende und vor allem kostengünstige Alternative sein. Wir haben es in einem alten Badezimmer ausprobiert und teilen unsere Erfahrungen – natürlich auch inklusive Pannen.

Die Sehnsucht nach Veränderung im Badezimmer

Seit wir in unsere Wohnung gezogen sind, war das Badezimmer mein ungeliebtes Projekt. Die Fliesen, ein Meisterwerk in „Beige mit Struktur“ aus einer längst vergangenen Epoche, hatten ihren Charme endgültig verloren. Jeden Morgen beim Zähneputzen dachte ich: Hier muss etwas passieren. Eine Komplettsanierung kam aber nicht infrage – zu viel Lärm, zu viel Schmutz und vor allem zu hohe Kosten. So landete ich bei der Idee, die Fliesen zu streichen. Anfangs war ich skeptisch. Hält das wirklich? Sieht das nicht billig aus? Die Antwort ist, wie so oft im Leben, nicht ganz einfach. Es kann eine fantastische Lösung sein, wenn man weiß, worauf man sich einlässt und die Vorarbeit wirklich ernst nimmt. Denn die meiste Arbeit steckt nicht im Pinseln selbst, sondern in allem, was davor passiert.

Im Kern geht es darum, mit einem speziellen Lacksystem eine neue, haltbare Oberfläche auf die alten Keramikfliesen aufzubringen. Geeignet ist das vor allem für Menschen, die mit überschaubarem Budget eine große optische Veränderung erzielen wollen und bereit sind, dafür ein Wochenende zu investieren. Es ist kein Allheilmittel, aber eine sehr wirkungsvolle Methode, um einem Raum neues Leben einzuhauchen, ohne gleich den Vorschlaghammer zu zücken. Für uns war es der richtige Weg, um das ungeliebte Bad in einen Ort zu verwandeln, an dem man sich wieder wohlfühlt.

Was ist Fliesenfarbe eigentlich?

Wer jetzt an normale Wandfarbe denkt, liegt leider falsch. Würde man diese auf eine glatte, nicht saugende Fliesenoberfläche auftragen, könnte man sie nach dem Trocknen vermutlich wie eine Folie wieder abziehen. Fliesenfarbe ist etwas völlig anderes. Meistens handelt es sich um einen sogenannten 2-Komponenten-Lack, kurz 2K-Lack. Das bedeutet, man hat eine Basisfarbe und einen Härter, die kurz vor der Verarbeitung miteinander vermischt werden. Diese chemische Reaktion sorgt dafür, dass der Lack extrem robust, abriebfest und wasserbeständig aushärtet. Die Basis für solche Lacke bilden oft Epoxidharze oder Polyurethan, also Kunststoffe, die eine geschlossene und widerstandsfähige Schicht bilden.

Diese Zusammensetzung ist der Grund, warum Fliesenlack auf einer so schwierigen Oberfläche wie glasierter Keramik überhaupt haften kann. Er krallt sich nicht wie eine Wandfarbe in den Untergrund, sondern bildet eine eigene, neue Schicht darüber. Das erklärt auch, warum die Vorbereitung so entscheidend ist. Die neue Lackschicht ist nur so gut wie ihre Verbindung zur alten Fliese. Ist die Fliese fettig, staubig oder mit Silikonresten verunreinigt, kann der Lack keine stabile Verbindung aufbauen und wird früher oder später abplatzen. Die Investition in ein hochwertiges Lacksystem lohnt sich hier, denn die Qualität des Materials entscheidet maßgeblich über die Langlebigkeit des Ergebnisses.

Die richtige Vorbereitung ist die halbe Miete

Ich gebe es zu: Ich bin eher der Typ Mensch, der am liebsten sofort zum Pinsel greift. Bei diesem Projekt musste ich mich aber zur Geduld zwingen. Und das war gut so. Die Vorbereitung ist der unglamouröse, aber absolut entscheidende Teil beim Fliesen streichen. Man kann sagen, dass rund 80 Prozent der Arbeit und des späteren Erfolgs in diesen ersten Schritten liegen. Jeder Fehler hier rächt sich später doppelt und dreifach. Es geht darum, eine Oberfläche zu schaffen, die absolut sauber, trocken, fettfrei und leicht aufgeraut ist. Nur dann hat die Grundierung und später der Lack eine Chance, sich dauerhaft zu verbinden und den Belastungen im Alltag standzuhalten.

Die gründliche Reinigung der Fliesen

Zuerst steht eine intensive Grundreinigung an. Damit meine ich nicht das schnelle Durchwischen, sondern eine richtige Tiefenreinigung. Kalk, Seifenreste und vor allem unsichtbare Fettschichten müssen restlos verschwinden. Wir haben dafür einen speziellen Anlauger und Entfetter aus dem Baumarkt verwendet. Das ist eine recht scharfe, alkalische Lauge, die man mit einem Schwamm aufträgt, kurz einwirken lässt und dann mit viel klarem Wasser abspült. Handschuhe sind bei diesem Arbeitsschritt unverzichtbar. Besonders hartnäckig waren die Ablagerungen in der Dusche. Hier haben wir mehrmals geschrubbt, bis die Oberfläche beim Darüberstreichen quietschte. Das war für uns das Zeichen, dass sie wirklich sauber war.

Fugen reparieren und Silikon entfernen

Der nächste Punkt auf der Liste: die Fugen. Rissige oder ausgebrochene Fugen müssen vor dem Streichen ausgebessert werden. Die Farbe überdeckt zwar vieles, aber tiefe Löcher oder Risse bleiben sichtbar. Wir haben dafür fertige Fugenmasse aus der Tube genutzt, das ging recht unkompliziert. Der wahre Endgegner ist jedoch altes Silikon. Silikonfugen müssen komplett entfernt werden, weil absolut keine Farbe darauf hält. Und mit komplett meine ich wirklich restlos. Wir haben die alten Fugen mit einem Cutter-Messer herausgeschnitten und die letzten Reste mit einem Silikonentferner behandelt. Das ist eine mühselige Arbeit, die aber sein muss. Die neuen Silikonfugen werden erst ganz zum Schluss gezogen, nachdem der Lack vollständig durchgetrocknet ist.

Zuletzt aktualisiert am 19. Februar 2026 um 4:24 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Anschleifen für den perfekten Halt

Nachdem alles sauber und trocken war, kam der staubigste Teil: das Anschleifen. Auch wenn manche Hersteller von Farben werben, dass dies nicht nötig sei, würde ich es immer empfehlen. Durch das leichte Anrauen der glasierten Oberfläche wird diese griffiger, und die Grundierung kann sich besser verkrallen. Wir haben dafür Schleifpapier mit einer 180er Körnung verwendet. Für die großen Flächen war ein Schwingschleifer eine enorme Hilfe, in den Ecken war Handarbeit angesagt. Danach sieht das Bad aus wie eine Baustelle, alles ist mit feinem, weißem Staub bedeckt. Diesen Staub muss man extrem gründlich absaugen und anschließend mit einem leicht feuchten Tuch abwischen. Die Oberfläche muss vor dem Grundieren wieder absolut staubfrei sein.

Was bei uns nicht funktioniert hat: Der Silikon-Spuk

Wir waren überzeugt, das alte Silikon in der Duschwanne lückenlos entfernt zu haben. Nach der Reinigung und dem Anschleifen sah alles perfekt aus. Doch als wir die Grundierung aufgetragen haben, passierte es: An einigen winzigen Stellen zog sich die Farbe zusammen und bildete kleine, fischaugenartige Krater. Der Lack wurde von der Fliese abgestoßen. Die Ursache waren mikroskopisch kleine Silikonöl-Reste, die wir mit bloßem Auge nicht gesehen hatten. Diese unsichtbaren Partikel hatten die Haftung der Grundierung verhindert.

Der eigentliche Prozess: Schritt für Schritt Fliesen streichen

Endlich war es so weit. Der vorbereitende Teil war abgeschlossen und wir konnten zur Farbe greifen. Das Gefühl, die erste Bahn Grundierung auf die ungeliebten beigen Fliesen zu rollen, war wirklich befriedigend. Ab diesem Moment sieht man, wie sich der Raum verändert. Wichtig ist hier, systematisch und sauber zu arbeiten. Hektik führt nur zu unschönen Nasen oder ungleichmäßigen Oberflächen. Wir haben uns für ein komplettes System eines Herstellers entschieden, bestehend aus Haftgrund, 2K-Fliesenlack und einer zusätzlichen Versiegelung für den Duschbereich. Das stellt sicher, dass die Komponenten aufeinander abgestimmt sind.

Grundierung: Die Basis für den Erfolg

Die Grundierung, oft auch Haftgrund genannt, ist die entscheidende Brücke zwischen der glatten Fliese und dem farbigen Decklack. Sie ist meist dünnflüssiger als der Lack und hat die spezielle Eigenschaft, sich auf der angeschliffenen Keramik festzusetzen. Ohne diese Schicht würde der spätere Farblack viel schlechter haften. Wir haben die Grundierung mit einer kleinen Schaumstoffrolle aufgetragen. Diese Rollen erzeugen eine sehr glatte Oberfläche ohne Pinselstriche. Für die Fugen haben wir vorab einen kleinen Pinsel benutzt. Die Grundierung muss dann laut Herstellerangabe trocknen, bei uns waren das etwa 12 Stunden. Eine gute Belüftung ist während aller Lackierarbeiten extrem wichtig, da die Produkte Lösungsmittel enthalten.

Der Farbauftrag in mehreren Schichten

Nachdem die Grundierung trocken war, folgte der erste Farbanstrich. Wir haben uns für ein mattes Weiß entschieden, um das kleine Bad heller und größer wirken zu lassen. Zuerst wird der 2K-Lack nach Anleitung angemischt. Hier muss man zügig arbeiten, denn nach dem Mischen beginnt die chemische Reaktion und der Lack hat nur eine begrenzte Verarbeitungszeit, die sogenannte Topfzeit. Auch hier gilt: Zuerst die Fugen mit dem Pinsel vorstreichen, dann die Flächen mit einer neuen, sauberen Schaumstoffrolle bearbeiten. Hier ist eine gute Übersicht der benötigten Materialien:

  • Ein hochwertiges 2-Komponenten-Fliesenlack-System inklusive Härter.
  • Eine spezielle Grundierung, die für Fliesen geeignet ist.
  • Mehrere kleine Schaumstoffrollen für eine glatte Oberfläche.
  • Ein kleiner, hochwertiger Pinsel für die Fugen und Ecken.
  • Eine Lackwanne zum gleichmäßigen Aufnehmen der Farbe.
  • Feines Malerkreppband zum Abkleben von Rändern und Armaturen.
  • Abdeckfolie oder Malervlies zum Schutz von Boden und Sanitärobjekten.

Der erste Anstrich deckt meist noch nicht perfekt, das ist normal. Man sollte nicht versuchen, mit einer dicken Schicht alles abzudecken. Besser sind zwei oder sogar drei dünne Schichten. Zwischen den Anstrichen müssen die Trocknungszeiten genau eingehalten werden. Bei uns waren es 12 bis 24 Stunden pro Schicht.

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Die Versiegelung für stark beanspruchte Bereiche

Für Wände, die nur gelegentlich Spritzwasser abbekommen, reichen oft zwei Schichten des Farblacks. Für Bereiche, die permanent mit Wasser in Kontakt kommen, wie die Duschkabine oder die Wand hinter der Badewanne, wird eine zusätzliche transparente Versiegelung empfohlen. Das ist noch einmal ein 2K-Produkt, das als letzte Schicht aufgetragen wird und die Oberfläche zusätzlich vor Kratzern und Feuchtigkeit schützt. Dieser zusätzliche Schritt bedeutet mehr Arbeit und Trockenzeit, erhöht aber die Haltbarkeit an kritischen Stellen erheblich. Wir haben uns dafür entschieden und den gesamten Duschbereich damit versiegelt. Die Oberfläche wurde dadurch noch etwas glatter und widerstandsfähiger.

Was wir beim zweiten Versuch anders gemacht haben

Für die problematische Ecke in der Dusche blieb uns nichts anderes übrig, als die fehlerhafte Grundierung wieder komplett abzuschleifen. Dieses Mal gingen wir auf Nummer sicher: Wir haben die Stelle erneut mit Silikonentferner behandelt, danach mit Isopropanol abgerieben und erst dann eine neue Schicht Grundierung aufgetragen. Dieses Mal hat es funktioniert. Die Lehre daraus war eindeutig: Bei der Entfernung von Silikon gibt es keine Abkürzungen, lieber einmal zu viel reinigen als später alles noch einmal machen zu müssen.

Wo liegen die Grenzen? Eine kurze Einordnung

Nach getaner Arbeit sieht das Bad fantastisch aus. Hell, modern und sauber. Doch man sollte realistisch bleiben: Eine lackierte Fliese ist keine neue Keramikfliese. Die Oberfläche ist widerstandsfähig, aber nicht unzerstörbar. Ein herunterfallender schwerer Gegenstand, wie ein Parfumflakon aus Glas, kann eine Macke im Lack hinterlassen. Die Haltbarkeit hängt stark von der Beanspruchung und der Qualität der Vorarbeit ab. Man schafft eine neue, schöne Optik, aber die Robustheit des ursprünglichen Materials wird nicht erreicht. Es ist eine kosmetische Lösung, die aber bei guter Ausführung viele Jahre halten kann.

Für welche Bereiche ist Fliesen streichen geeignet?

Am besten funktioniert das Fliesen streichen auf Wandfliesen, die wenig mechanischer Belastung ausgesetzt sind. Ein Fliesenspiegel in der Küche oder die Wände in einem Gäste-WC sind ideale Kandidaten. Auch im normalen Badezimmer an den Wänden außerhalb der Dusche ist die Haltbarkeit sehr gut. Kritischer wird es bei Bodenfliesen. Obwohl es spezielle Lacke dafür gibt, ist die Belastung durch Schuhe, Schmutz und das Verrücken von Möbeln ungleich höher. Hier muss man mit schnelleren Abnutzungserscheinungen rechnen. Wir haben uns entschieden, den Boden unseres Bades nicht zu streichen und stattdessen einen Vinylboden darüber zu legen. Die gestrichenen Wände sind aber auch nach Monaten noch tadellos.

Achtung: Dämpfe und Trocknungszeiten

Die verwendeten 2-Komponenten-Lacke enthalten Lösungsmittel, die während der Verarbeitung und Trocknung ausdünsten. Eine sehr gute und konstante Belüftung ist daher unerlässlich. Wir haben während der gesamten Zeit das Fenster gekippt gelassen und die Badezimmertür geschlossen gehalten. Das Tragen einer Atemschutzmaske (mindestens FFP2) und Handschuhen ist dringend zu empfehlen. Zudem braucht der Lack seine Zeit, um vollständig auszuhärten. Auch wenn er sich nach 24 Stunden trocken anfühlt, erreicht er seine endgültige Härte oft erst nach 5 bis 7 Tagen. In dieser Zeit sollte die Fläche nicht mit Wasser oder scharfen Reinigungsmitteln in Kontakt kommen.

Die Optik und Haptik im Vergleich

Ein gestrichener Fliesenspiegel hat eine ganz eigene Ästhetik. Da die Fugen mitgestrichen werden, entsteht eine sehr ruhige, fast monolithische Fläche. Wer das Fugenraster betonen möchte, kann die Fugen nachträglich mit einem Fugenstift in einer Kontrastfarbe nachziehen. Die Haptik der Oberfläche ist ebenfalls anders. Sie fühlt sich nicht mehr kühl und keramisch an, sondern eher wie eine hochwertige Kunststoffoberfläche. Leicht strukturierte oder gemusterte Fliesen behalten ihre Struktur auch unter dem Lack. Man sieht und spürt die ursprüngliche Form der Fliese weiterhin. Das kann ein schöner Effekt sein, sollte einem aber bewusst sein.

Alternativen zur Farbe: Was gibt es sonst noch?

Das Fliesen streichen ist nicht die einzige Möglichkeit, alten Fliesen zu neuem Glanz zu verhelfen. Je nach Budget und Aufwand gibt es interessante Alternativen. Eine sehr populäre Methode sind Fliesenaufkleber. Das sind spezielle, wasserfeste Folien, die exakt auf die Fliesengröße zugeschnitten sind und einfach aufgeklebt werden. Das ist ideal für Mietwohnungen, da sie sich rückstandslos entfernen lassen, oder um gezielte Akzente zu setzen. Eine andere Möglichkeit ist die alleinige Auffrischung der Fugen. Manchmal bewirkt schon ein sauberes, strahlendes Fugenbild Wunder. Dafür gibt es spezielle Fugenfarben oder Fugenstifte. Eine aufwendigere, aber auch sehr langlebige Variante sind Verbundplatten, zum Beispiel aus Acrylglas oder Aluminium, die direkt auf die alten Fliesen geklebt werden und eine komplett neue, fugenlose Oberfläche schaffen.

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Unser Fazit nach sechs Monaten

Die Entscheidung, unser Bad in Eigenregie zu verschönern, war goldrichtig. Der Raum wirkt jetzt doppelt so groß und statt des drückenden Beiges haben wir ein helles, freundliches Weiß. Der Aufwand hat sich für uns absolut gelohnt, vor allem im Hinblick auf die geringen Kosten im Vergleich zu einer Sanierung. Die gestrichene Oberfläche lässt sich leicht mit einem weichen Tuch und mildem Reiniger sauber halten. Man muss nur auf aggressive Scheuermittel verzichten. Eine kleine Macke haben wir allerdings doch produziert, als uns ein schwerer Werkzeugkasten gegen die Wand gefallen ist. Der kleine Abplatzer ließ sich mit etwas Lack ausbessern, zeigt aber die Grenzen des Materials auf.

Würden wir es wieder tun? Ja, auf jeden Fall. Für Wandfliesen ist das Fliesen streichen eine großartige Methode für eine schnelle und wirkungsvolle Verwandlung. Man muss sich nur im Klaren sein, dass die Vorbereitung penibel genau erfolgen muss und das Ergebnis nicht die gleiche Härte wie eine gebrannte Keramikfliese hat. Wenn man diese Punkte akzeptiert, bekommt man für relativ wenig Geld ein Ergebnis, das viele Jahre Freude bereiten kann. Unser Badezimmer ist vom ungeliebten Raum zu einem kleinen, hellen Rückzugsort geworden.

FAQs zum Thema Fliesen streichen

Was mache ich, wenn der Fliesenlack doch mal eine Macke bekommt?

Eine kleine Macke ist zum Glück kein Weltuntergang und lässt sich meist gut ausbessern. Zuerst solltest du die beschädigte Stelle gründlich reinigen und entfetten. Schleife danach die Ränder des Kratzers mit sehr feinem Schleifpapier leicht an, um einen sauberen Übergang zu schaffen. Anschließend kannst du die Stelle vorsichtig mit etwas Grundierung und nach dem Trocknen mit dem Fliesenlack betupfen. Viele Hersteller bieten dafür spezielle Reparatur-Sets an. Bei 2K-Lacken ist das Aufheben von Resten leider nicht möglich, da die Farbe nach dem Anmischen aushärtet.

Wie reinige und pflege ich gestrichene Fliesen richtig, damit sie lange schön bleiben?

Die lackierte Oberfläche ist zwar robust, aber empfindlicher als Keramik. Verwende zur regelmäßigen Reinigung am besten ein weiches Mikrofasertuch und einen milden, pH-neutralen Reiniger. Aggressive Scheuermittel, kratzige Schwämme oder scharfe Chemikalien solltest du unbedingt vermeiden, da sie den Lack angreifen können. Gegen Kalkflecken in der Dusche hilft ein sanfter Reiniger auf Zitronensäurebasis. Ein guter Tipp ist, die Duschwände nach jeder Nutzung mit einem Abzieher zu trocknen – so entstehen Kalkablagerungen erst gar nicht.

Kann ich Fliesenlack in meinem Wunschfarbton anmischen lassen?

Ja, das ist bei vielen Systemen möglich und eine tolle Art, deinen Räumen eine ganz persönliche Note zu geben. Während es viele Fliesenlacke in fertigen Standardfarben gibt, bieten einige Baumärkte und Farbenfachgeschäfte auch einen Mischservice für abtönbare Basislacke an. So kannst du aus einer riesigen Farbpalette deinen Lieblingston auswählen. Frage am besten direkt an der Farbmischtheke nach, um sicherzustellen, dass die Basis und die Pigmente für den Einsatz auf Fliesen geeignet sind und ein langlebiges Ergebnis garantieren.

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