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Geranien düngen mit Hausmitteln: Was wirklich funktioniert

Deine Geranien blühen eher sparsam? Bevor du zum teuren Spezialdünger greifst, versuch es mit Geranien düngen mit Hausmitteln. Einige Küchenabfälle und Gartenreste sind erstaunlich wirksam – wenn du weißt, wie du sie richtig einsetzt und welche du besser meiden solltest.

Ein Balkon voller Blüh-Muffel

Da stehen sie in Reih und Glied, die Geranienkästen. Aber statt einer üppigen Blütenpracht hängen da eher blasse Blätter und ein paar zaghafte Knospen, die nicht so recht wollen. Dieses Bild kenne ich gut, es ist oft ein klares Signal für Nährstoffmangel.

Geranien sind Hungerkünstler, aber keine Asketen. Besonders im begrenzten Raum eines Balkonkastens sind die Nährstoffe im Boden schnell aufgebraucht. Die gute Nachricht: Dein Haushalt liefert oft genau das, was sie jetzt brauchen, ohne dass du dafür extra Geld ausgeben musst.

Welche Hausmittel eignen sich wirklich zum Geranien düngen?

Nicht jeder gut gemeinte Ratschlag aus dem Internet ist auch eine gute Idee. Einige Hausmittel funktionieren hervorragend, andere können deinen Pflanzen sogar schaden. Die brauchbarsten Kandidaten sind Kaffeesatz, selbst angesetzte Pflanzenjauchen und reifer Kompost. Sie liefern die drei wichtigsten Nährstoffe: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K).

Kaffeesatz ist dabei eher der langsame Versorger für die Grundfitness. Er gibt seine Nährstoffe gemächlich ab und säuert den Boden leicht an, was Geranien mögen. Eine Pflanzenjauche, zum Beispiel aus Brennnesseln, ist dagegen der schnelle Energie-Shot für zwischendurch. Sie wirkt sofort, ihre Nährstoffzusammensetzung kann aber stark schwanken. Kompost ist die solide Basisversorgung, die den Boden langfristig fruchtbar hält.

Der Turbo und die Basis: So wendest du Hausmittel richtig an

Der entscheidende Punkt beim Geranien düngen mit Hausmitteln ist nicht nur das „Was“, sondern vor allem das „Wie“. Ein falscher Einsatz kann schnell zu Überdüngung oder sogar zu Schimmel im Topf führen. Man unterscheidet am besten zwischen langsam wirkenden Feststoffen und schnell verfügbaren Flüssigdüngern.

Kaffeesatz: Der unterschätzte Langzeit-Versorger

Kaffeesatz ist reich an Phosphat, Kalium und Stickstoff. Der große Vorteil: Die Nährstoffe werden langsam freigesetzt. Wie der NABU Bremen bestätigt, besteht so kaum die Gefahr einer Überdüngung.[2]

So gehst du vor:

  1. Sammle den Kaffeesatz und breite ihn auf einem Blech oder Teller flach aus. Er muss komplett durchtrocknen, sonst schimmelt er dir später in der Blumenerde. Das ist mir bei meinem ersten Versuch passiert – der graue Flaum auf der Erde war nicht schön anzusehen.
  2. Arbeite alle vier bis sechs Wochen einen Esslöffel des trockenen Pulvers pro Pflanze oberflächlich in die Erde ein. Lockere den Boden dabei leicht mit einer Gabel auf.
  3. Gieße anschließend wie gewohnt. Das Wasser spült die Nährstoffe nach und nach an die Wurzeln.

Das Trocknen ist der wichtigste Schritt, um Schimmel zu vermeiden und die Nährstoffe nutzbar zu machen.

Pflanzenjauche: Der schnelle Nährstoff-Kick mit Tücken

Eine selbstgemachte Jauche, etwa aus Brennnesseln, ist ein potenter Flüssigdünger. Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft liegt ihre Stärke in der schnellen Wirkung, da die Nährstoffe sofort für die Pflanze verfügbar sind.[3] Das ist ideal, wenn deine Geranien einen sichtbaren Wachstumsschub brauchen.

Allerdings ist hier Vorsicht geboten. Die Konzentration ist schwer einzuschätzen. Eine unverdünnte Gabe führt fast sicher zu Verätzungen an Blättern und Wurzeln. Halte dich daher unbedingt an eine starke Verdünnung im Verhältnis von 1:10, also ein Teil Jauche auf zehn Teile Wasser. Mit dieser Mischung kannst du deine Geranien in der Wachstumsphase alle 14 Tage gießen.

Wie oft sollte man Geranien mit Hausmitteln düngen?

Die Häufigkeit hängt ganz von der gewählten Methode ab. Eine Überdüngung schadet mehr, als sie nützt, denn sie kann die Aufnahme anderer wichtiger Nährstoffe blockieren, wie der NABU warnt.[5]

Hier eine einfache Faustregel:

  • Langzeitdünger wie Kaffeesatz oder Kompost: Alle 4 bis 6 Wochen eine kleine Gabe in die Erde einarbeiten. Wenn du beim Einpflanzen schon reifen Kompost untergemischt hast, reicht das oft für die ersten Monate.
  • Flüssigdünger wie Brennnesseljauche: Während der Hauptblütezeit von Mai bis August alle 2 Wochen stark verdünnt mit dem Gießwasser geben.

Beobachte deine Pflanzen. Große, weiche Blätter und lange, dünne Triebe können ein Zeichen für zu viel Stickstoff sein. Dann solltest du eine Düngerpause einlegen.

Was du beim Geranien düngen mit Hausmitteln meiden solltest

Nicht alles, was natürlich ist, ist auch gut für deine Geranien. Von einigen oft genannten Hausmitteln rate ich dir ab:

  • Milch oder Milchreste führen fast immer zu Fäulnis und üblen Gerüchen. Die enthaltenen Fette und Eiweiße können von den Bodenorganismen nicht sinnvoll verarbeitet werden.
  • Unverarbeitete Bananenschalen enthalten zwar Kalium, zersetzen sich im Topf aber extrem langsam und können Schädlinge anlocken. Besser sind sie im Kompost aufgehoben.
  • Reine Holzasche kann den pH-Wert des Bodens stark und schnell in den alkalischen Bereich verschieben. Geranien bevorzugen aber einen leicht sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,8 und 6,2, um Nährstoffe optimal aufzunehmen.[1]

Das Gleichgewicht ist entscheidend

Geranien düngen mit Hausmitteln ist eine wunderbare Möglichkeit, Kreisläufe zu schließen und Ressourcen zu schonen. Der Schlüssel liegt darin, die Wirkung der einzelnen Mittel zu verstehen und sie gezielt einzusetzen.

Kombiniere am besten eine solide Grundversorgung durch Kompost oder Kaffeesatz mit gelegentlichen, schnellen Nährstoffgaben durch eine verdünnte Pflanzenjauche. So schaffst du eine ausgewogene Ernährung, die deine Geranien mit einer langanhaltenden und kräftigen Blütenpracht belohnen werden – ganz ohne Chemie und mit Dingen, die du sowieso schon zu Hause hast.

Quellen

  1. Kulturdatenblatt Geranien – Geranien biologisch kultivieren und pflegen (Bio-Zierpflanzen, abgerufen am 17. Mai 2024)
  2. Topfdünger Kaffeesatz (NABU Bremen, abgerufen am 17. Mai 2024)
  3. Pflanzenjauche – natürlicher Flüssigdünger für den Garten (Bundesinformationszentrum Landwirtschaft, abgerufen am 17. Mai 2024)
  4. Kompost im Haus- und Kleingarten (BGK Bundesgütegemeinschaft Kompost / ZVG, abgerufen am 17. Mai 2024)
  5. Den Gartenboden richtig düngen (NABU, abgerufen am 17. Mai 2024)

FAQs zum Thema Geranien düngen mit Hausmitteln

Wann beginne und beende ich die Düngung meiner Geranien im Laufe der Saison?

Starte mit der Düngung etwa vier bis sechs Wochen nach dem Ein- oder Umtopfen. So gibst du den Wurzeln Zeit, sich erst einmal ungestört zu etablieren. Ab Ende August solltest du die Düngergaben langsam reduzieren und im September ganz einstellen. Das hilft deinen Geranien, sich auf die Winterruhe vorzubereiten, anstatt neue, frostempfindliche Triebe zu bilden.

Sind auch Eierschalen oder Teebeutel-Inhalte als Dünger für Geranien geeignet?

Ja, beides kannst du ergänzend nutzen. Fein zerstoßene Eierschalen liefern wertvollen Kalk, der die Zellwände stärkt, zersetzen sich aber nur sehr langsam im Topf. Getrockneter Inhalt von Teebeuteln (schwarzer oder grüner Tee) wirkt ähnlich wie Kaffeesatz, ist aber milder. Beide eignen sich gut als Beigabe zur Erde, sollten aber nicht die alleinige Nährstoffquelle sein.

Helfen Hausmittel auch, wenn meine Geranien bereits gelbe Blätter haben?

Das kommt auf die Ursache an. Sind die Blätter blassgelb und das Wachstum schwach, kann ein Nährstoffmangel vorliegen. Hier hilft ein schnell wirkender Flüssigdünger wie verdünnte Brennnesseljauche. Oft sind gelbe Blätter bei Geranien aber ein Zeichen für zu viel oder zu wenig Wasser. Prüfe daher immer zuerst die Feuchtigkeit der Erde, bevor du zum Dünger greifst.

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