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Frühe Ostersüßigkeiten im Supermarkt: Warum schon im Januar?

Draußen ist noch eher „Mütze auf“ als „Frühlingsgefühle“, aber im Supermarkt steht plötzlich ein ganzer Fuhrpark aus Schoko-Hasen, bunten Eiern und Mini-Pralinen. Manche finden’s nett, andere fühlen sich ein bisschen zu früh in Richtung Feiertage geschubst. Und irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit: Osterware kommt selten „zufällig“ ins Regal.

Warum stehen Ostersüßigkeiten so früh im Supermarkt?

Der wichtigste Grund ist simpel: Weil es funktioniert. Saisonware ist ein verlässlicher Umsatztreiber, und Ostern ist dafür perfekt. Die Produkte sind emotional aufgeladen, sie lassen sich gut verschenken, und sie haben eine klare Deadline – was bei vielen Menschen automatisch einen kleinen „Jetzt-oder-bald-nicht-mehr“-Impuls auslöst.

Dazu kommt: Händler denken nicht in Kalenderromantik, sondern in Regalplanung. Wenn nach Winter-Themen langsam Platz frei wird, brauchen Märkte Produkte, die optisch auffallen und schnell greifen. Osterartikel sind dafür wie gemacht.

Der Verkaufsstart ist kein Geheimnis – er wird sogar offen angekündigt

Manchmal wirkt es, als würde der erste Schokohase heimlich nachts einsortiert werden. Tatsächlich ist der frühe Start so normal, dass Discounter ihn sogar offiziell kommunizieren. Und ja, das geht teilweise wirklich überraschend früh los: Bei Norma stand das Osterregal bei mir um die Ecke schon direkt nach Neujahr.

Bei ALDI SÜD ist das zum Beispiel kein großes Geheimnis, sondern Teil der Saisonplanung – dort starten erste Oster-Produkte ab Mitte Februar in den Filialen.[3]

Das ist ein guter Hinweis darauf, wie der Handel tickt: Es geht nicht darum, dich „zu früh“ in Stimmung zu bringen – sondern darum, einen Zeitraum zu erwischen, in dem die Ware zuverlässig läuft. Übrigens, dir ist sicher aufgefallen, dass das mit Weihnachtssüßigkeiten oft genau das gleiche ist, oder?

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Stöhnst du auch über Lebkuchen im August? Hier erfährst du, warum Weihnachtssüßigkeiten so früh in den Supermarkt-Regalen landen.

Produktion läuft lange vor dem Fest – weil die Mengen absurd groß sind

Wenn du im Regal zehn verschiedene Hasen siehst, denkst du vielleicht an Marketing. In der Realität steckt dahinter vor allem Masse: Es werden in Deutschland jedes Jahr riesige Stückzahlen hergestellt.

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) hat für 2025 gemeldet, dass rund 228 Millionen Schoko-Hasen produziert wurden (ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr).[1] 2024 lag die Zahl laut BDSI bei rund 240 Millionen.[2]

Und das ist nur die „Hasenwelt“. Dazu kommen Eier, Küken, kleine Figuren, Mischpackungen, Saison-Editionen. Diese Ware muss geplant, produziert, verpackt, gelagert und verteilt werden – da ist ein früher Einstieg im Handel eher Logik als Provokation.

Warum viele trotzdem genervt sind (obwohl sie die Produkte mögen)

Das Spannende ist: Die meisten Menschen haben gar nichts gegen Osterkram an sich. Das Genervtsein kommt eher von zwei Dingen:

1) Es fühlt sich nach „zu viel, zu früh“ an.
Nicht jeder will im Februar schon Pastellfarben und Geschenkoptik sehen – selbst wenn man später gern zugreift.

2) Es erinnert an den Dauerwerbemodus im Handel.
Sobald Saisonware startet, folgt oft direkt das nächste Thema. Ostern, dann Grillen, dann Sommer, dann irgendwann wieder Lebkuchen. Das kann sich anfühlen, als würde das Jahr nur noch aus Regalwellen bestehen.

Der Preisfaktor: Osterware kann teurer wirken als normale Schokolade

Viele merken es beim Griff ins Regal: Der Hase kostet gefühlt mehr als die Tafel daneben. Das ist nicht komplett aus der Luft gegriffen – Saisonfiguren haben oft mehr Aufwand (Form, Verpackung, Hohlfigur, Lizenzoptik, saisonale Logistik).

Dazu kommt ein Effekt, der generell im Lebensmittelbereich auffällt: „Weniger drin, Preis gleich“ – die Verbraucherzentrale Hamburg beschreibt dieses Prinzip als wiederkehrende Masche, bei der Packungsgrößen schrumpfen, während der Preis stabil bleibt oder steigt.[4] Bei Saisonprodukten schaut man oft weniger kritisch aufs Grammgewicht, weil das Design stärker „kauft“.

So gehst du entspannt damit um, ohne dich vom Regal stressen zu lassen

Wenn du Team „zu früh“ bist, ist die Lösung erstaunlich banal: Du musst es nicht mitspielen. Osterregale sind laut, aber nicht verpflichtend.

Wenn du Team „ich hab halt Lust drauf“ bist, dann ist auch das okay. Wirklich. Du brauchst keinen offiziellen Startschuss, um Schokolade zu essen.

Praktisch helfen drei kleine Regeln im Alltag:

  • Wenn du zugreifst, nimm nur deine eine Lieblingssorte – nicht gleich den Deko-Großeinkauf.
  • Check einmal kurz das Gewicht, damit du nicht aus Versehen „Luft mit Alufolie“ kaufst.
  • Wenn du verschenken willst, warte auf Aktionen – kurz vor Ostern wird häufig deutlich reduziert.

Und was passiert nach Ostern mit dem ganzen Zeug?

Nach den Feiertagen kommt meist der schnelle Abverkauf. Das ist auch der Grund, warum Händler lieber länger vorher starten: Wenn man einen längeren Zeitraum hat, kann man Bestände besser steuern – statt am Ende auf Bergen sitzen zu bleiben.

Wenn du selbst nach Ostern noch Reste hast, kannst du sie ziemlich gut weiterverwenden:

  • Schokohasen gehackt als Topping für Desserts oder warme Milch.
  • Gefüllte Eier klein geschnitten als Kuchen- oder Muffin-Zutat.
  • Schokostücke im Müsli – klingt simpel, funktioniert aber zuverlässig.

Fazit: Frühe Ostersüßigkeiten im Supermarkt sind weniger „Frechheit“ als System

Ob dich der erste Hase im Februar nervt oder freut, ist komplett Typsache. Aber die Mechanik dahinter ist ziemlich klar: Nachfrage + Planung + große Produktionsmengen + Regalstrategie.

Wenn du es locker nimmst, wird daraus entweder ein netter Frühlingsmoment – oder einfach ein Gang, an dem du vorbeiläufst. Und genau so sollte es sich auch anfühlen.

Quellen

  1. BDSI (Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie): 228 Millionen Schoko-Osterhasen zu Ostern 2025 (abgerufen am 15.01.2026)
  2. Schokoinfo / BDSI-Angaben: Rund 240 Millionen Schoko-Osterhasen zu Ostern 2024 (abgerufen am 15.01.2026)
  3. ALDI SÜD: Start mit ersten Oster-Produkten ab Mitte Februar (abgerufen am 15.01.2026)
  4. Verbraucherzentrale Hamburg: „Weniger drin – Preis gleich“ (Mogelpackungen / Shrinkflation) (abgerufen am 15.01.2026)

FAQs zum Thema frühe Ostersüßigkeiten im Supermarkt

Ab wann stehen Ostersüßigkeiten typischerweise im Handel?

Viele Märkte starten deutlich vor Ostern, teils schon im Februar. Das hängt weniger vom Kalender ab, sondern davon, wann Händler ihre Themenflächen umstellen und die Nachfrage anzieht.

Warum sind Schoko-Hasen oft teurer als normale Tafelschokolade?

Osterfiguren haben meist mehr Produktions- und Verpackungsaufwand (Hohlform, Folie, Geschenkoptik) und werden saisonal vermarktet. Dadurch wirkt der Preis pro 100 Gramm oft höher als bei Standardtafeln.

Lohnt es sich, Ostersüßigkeiten kurz vor Ostern zu kaufen?

Wenn du flexibel bist, ja. Viele Händler fahren kurz vor den Feiertagen Aktionen, und direkt danach wird oft stark reduziert. Für Geschenke ist das Timing aber riskant, weil bestimmte Sorten dann schnell vergriffen sein können.

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