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Heizung geht nicht: Praktische Tipps und Lösungsansätze

Es ist Winter, du kommst nach Hause, ziehst die Jacke aus – und merkst innerhalb von zwei Minuten: Hier wird es heute nicht mehr warm. Die Heizung bleibt kalt, der Boden fühlt sich an wie Stein und irgendwann fängt man an, im Wohnzimmer die Luft zu „sehen“. Wenn die Heizung nicht geht, ist das nicht nur unangenehm, sondern kann je nach Außentemperatur auch schnell ein echtes Problem werden.

Die gute Nachricht: In vielen Fällen steckt kein Totalschaden dahinter, sondern etwas, das du mit ein paar gezielten Checks eingrenzen kannst. Wichtig ist nur, dass du nicht planlos an allem drehst, sondern systematisch vorgehst.

Heizung geht nicht: Erstmal kurz eingrenzen, was genau ausfällt

Bevor du an Ventilen schraubst oder schon den Notdienst googelst, hilft eine einfache Frage: Ist wirklich die ganze Heizung tot – oder sind nur einzelne Heizkörper betroffen?

Wenn alle Heizkörper kalt sind, geht es meist Richtung Heizungsanlage (Druck, Störung, Regelung). Wenn nur ein oder zwei Heizkörper zicken, liegt es häufig am Heizkörper selbst (Thermostat, Luft, Ventil).

Für die ersten zwei Minuten reichen wirklich diese Checks:

  • Ist der Heizkörper nur oben kalt oder komplett kalt?
  • Werden andere Räume warm oder bleibt alles kalt?
  • Zeigt die Heizungsanlage eine Störung oder einen Fehlercode?
  • Ist der Thermostat überhaupt „auf“ und nicht versehentlich runtergedreht?

Wenn du danach schon siehst „alles kalt + Anlage zeigt Störung“, sparst du dir viel Rätselraten – dann gehst du direkt zu den Ursachen im Heizsystem.

Die häufigsten Ursachen, wenn Heizkörper kalt bleiben

Es gibt ein paar Klassiker, die im Alltag immer wieder auftauchen. Und ja: Manchmal ist es wirklich nur eine Kleinigkeit, die über Wochen unbemerkt gewachsen ist – bis es plötzlich draußen richtig kalt wird.

Luft im Heizkörper: typisches Gluckern und oben bleibt es kalt

Wenn ein Heizkörper oben kalt bleibt, unten aber lauwarm wird (oder wenn er gluckert), ist Luft im System ein sehr wahrscheinlicher Kandidat. In dem Fall kann Entlüften helfen – und zwar nicht aus „Bastel-Laune“, sondern weil Luft die Wärmeübertragung schlicht blockiert. Verbraucherzentralen empfehlen genau diesen Schritt, wenn Heizkörper nicht richtig warm werden.[1]

Wichtig: Entlüften bringt vor allem etwas, wenn die Anlage grundsätzlich läuft – also wenn wenigstens irgendwo noch Wärme ankommt oder die Heizung hörbar arbeitet.

Zu niedriger Wasserdruck: die Anlage kann nicht sauber „durchschieben“

Wenn alle Heizkörper schwächeln oder kalt bleiben, kann auch der Anlagendruck zu niedrig sein. Viele Heizungen zeigen das direkt am Manometer (oft als kleiner Zeiger oder digitale Anzeige). Ist der Druck deutlich zu niedrig, fehlt „Schub“ im System.

Auch hier gilt: Das ist kein exotischer Spezialfall – Verbraucherzentralen nennen niedrigen Druck als typischen Grund für kalte Heizkörper und raten, den Druck zu prüfen und bei Bedarf nachzufüllen (wenn man weiß, wie es bei der eigenen Anlage funktioniert).[1]

Wenn du dir unsicher bist, lass das Nachfüllen lieber von jemandem machen, der die Anlage kennt – vor allem bei älteren Heizungen oder wenn du nicht weißt, wo das Füllventil sitzt.

Thermostat klemmt: die Heizung „will“, aber der Heizkörper macht nicht auf

Das passiert öfter, als man denkt: Der Thermostatkopf steht auf „5“, aber das Ventil dahinter hängt fest (gerade nach dem Sommer). Dann bleibt der Heizkörper kalt, obwohl die Anlage eigentlich arbeitet.

Die Verbraucherzentrale weist bei typischen Heizproblemen auch darauf hin, dass Thermostat und Ventil Ursache sein können, wenn Heizkörper nicht warm werden.[1] Wenn du merkst „nur dieser eine Heizkörper bleibt tot, alle anderen laufen“, ist das sehr plausibel.

Die Anlage steht auf Störung: dann hilft keine Thermostat-Magie

Wenn die Heizungsanlage einen Fehlercode zeigt oder klar „Störung“ meldet, ist die Ursache meist nicht am Heizkörper selbst. Dann geht es eher um Brennerstart, Sensoren, Druckprobleme oder Sicherheitsabschaltung.

Hier ist die wichtigste Regel: Wenn du Gasgeruch wahrnimmst oder ein ungewöhnliches Zischen/Rauschen bemerkst, nicht herumprobieren. Dann lüften, den Raum verlassen und den Notruf bzw. Entstördienst nutzen.

Was du selbst tun kannst – ohne dich zu verrennen

Viele wollen an der Stelle „alles sofort fixen“. Verständlich – aber wenn du es ruhig angehst, ist es meist schneller gelöst.

Ein sinnvoller Ablauf sieht oft so aus:

Erst schaust du, ob nur einzelne Heizkörper betroffen sind. Danach prüfst du, ob es Anzeichen für Luft gibt (gluckern/oben kalt). Und erst dann schaust du auf den Druck der Anlage.

Wenn du parallel am Thermostat drehen, am Heizkörper klopfen und am Kessel auf „Reset“ drücken willst, weißt du am Ende nicht, was eigentlich geholfen hat – oder ob du gerade etwas verschlimmert hast.

Eine kleine Orientierung bei Thermostaten ist übrigens hilfreich, weil viele Stufen überschätzen: Stufe 3 entspricht ungefähr 20 °C Raumtemperatur und ist bei normalen Wohnräumen oft schon die „Standard“-Einstellung.[2]

Wenn du mietest: nicht lange warten, sondern sauber melden

Wenn du Mieter bist und die Heizung fällt aus, ist der wichtigste Schritt nicht „Youtube-Reparaturmodus“, sondern: Mangel dokumentieren und dem Vermieter melden.

Das Bundesministerium der Justiz beschreibt Heizungsausfall grundsätzlich als Mangel, der dem Vermieter angezeigt werden muss – und je nach Schwere auch Rechte auslösen kann (z. B. Mietminderung).[3] Die Praxis ist oft simpel: Temperatur notieren, Zeitpunkt festhalten, kurz schreiben „Heizung ohne Funktion / Wohnung bleibt kalt“, um schnelle Abhilfe bitten.

Das wirkt trocken, ist aber sinnvoll – weil man später nicht darüber diskutieren will, „seit wann das eigentlich so ist“.

Wann du lieber direkt einen Fachbetrieb rufst

Manche Situationen sind keine „Ich probiere mal“-Momente. Vor allem dann, wenn die Anlage Störung zeigt, gar nicht startet oder du merkst, dass das Problem nicht lokal am Heizkörper sitzt.

Eine gute Faustregel: Wenn die Anlage selbst betroffen ist und du nicht klar erkennst, was los ist, kostet zu langes Herumprobieren am Ende eher Zeit und Nerven.

Gerade bei sehr kalten Tagen gilt außerdem: Ein Heizungsproblem wird selten „über Nacht besser“. Wenn du merkst, dass die Wohnung schon deutlich auskühlt, ist eine schnelle Lösung wichtiger als Perfektion.

So beugst du dem Klassiker „Heizung geht nicht“ recht entspannt vor

Die meisten Ausfälle kommen nicht aus dem Nichts – sie entstehen, weil im System Dinge langsam wegdriften: Luft sammelt sich, Druck fällt, Thermostate hängen nach Monaten ohne Bewegung.

Wenn du einmal im Jahr vor der Heizsaison kurz prüfst, ob alle Heizkörper warm werden und ob die Anlage sauber läuft, fängst du viele Probleme ab, bevor sie dich im Januar nachts um zwei treffen.

Und ganz pragmatisch: Wenn du weißt, wo das Manometer sitzt und wie deine Anlage Störungen anzeigt, bist du im Ernstfall deutlich schneller.

FAQs zum Thema Heizung geht nicht

Woran erkenne ich, ob nur ein Heizkörper betroffen ist oder die ganze Anlage?

Wenn nur ein Heizkörper kalt bleibt, während andere Räume warm werden, liegt es häufig am Thermostat oder am Ventil des Heizkörpers. Bleibt dagegen alles kalt und die Heizungsanlage zeigt möglicherweise sogar eine Störung, sitzt das Problem eher im Heizsystem selbst (zum Beispiel Druck, Regelung oder eine Abschaltung).

Was ist wahrscheinlicher: Luft im Heizkörper oder zu wenig Druck?

Wenn der Heizkörper oben kalt bleibt und vielleicht gluckert, ist Luft sehr typisch. Wenn dagegen mehrere Heizkörper schwächeln oder die ganze Wohnung kalt bleibt, ist ein zu niedriger Wasserdruck eher ein Kandidat. Verbraucherzentralen nennen beide Ursachen als häufige Gründe und empfehlen, Luft und Druck als erstes zu prüfen.[1]

Muss mein Vermieter sofort etwas machen, wenn die Heizung ausfällt?

Du solltest den Ausfall immer direkt melden und dokumentieren. Heizungsausfall gilt grundsätzlich als Mangel, der behoben werden muss, besonders in der Heizperiode. Welche Schritte dann sinnvoll sind (Frist, Ersatzmaßnahmen, mögliche Mietminderung), hängt vom Einzelfall ab – das Bundesministerium der Justiz erläutert die Grundregeln im Mietrecht.[3]

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