Kurzfassung
- Aufgeblähter Akku ist ein Warnsignal und Brandgefahr für dein Gerät.
- Süßlicher, chemischer Geruch weist auf Gase aus dem Akku hin.
- Gerät ausschalten ist der erste Schritt bei einem Verdacht auf Akku-Probleme.
- Sichere Isolierung des Geräts verhindert Gefahren in der Umgebung.
- Defekte Akkus gehören zur Entsorgung in den Recyclinghof, niemals in den Hausmüll.
- Vermeidung von Akkustress durch richtige Nutzung verlängert die Lebensdauer.
Inhaltsverzeichnis
- Der Moment, in dem die Schublade seltsam riecht
- Was ist ein aufgeblähter Akku und warum ist er ein Problem?
- Die untrüglichen Zeichen für einen aufgeblähten Akku
- Erste Hilfe: Die drei wichtigsten Sofortmaßnahmen
- Was du auf keinen Fall tun solltest
- Dein Sicherheits-Setup für den Ausbau
- Aufgeblähter Akku: Selbst ausbauen oder zum Profi?
- Die richtige Entsorgung – aber bitte nicht im Hausmüll
- So verhinderst du, dass dein nächster Akku zur Kugel wird
- FAQs zum Thema Aufgeblähter Akku
- Ist ein aufgeblähter Akku ein Garantiefall?
- Wie lagere ich Geräte mit Akku langfristig richtig?
- Übernimmt meine Versicherung den Schaden, wenn der Akku brennt?
Ein aufgeblähter Akku sieht nicht nur seltsam aus, er ist ein klares Warnsignal deines Geräts. Panik ist jetzt der falsche Ratgeber. Hier erfährst du, was die Ursache ist, welche Schritte du sofort einleiten musst und wie du die tickende Zeitbombe sicher entschärfst.
Der Moment, in dem die Schublade seltsam riecht
Neulich beim Aufräumen meiner Technik-Kram-Schublade – ja, die hat jeder von uns – fiel mir eine alte Powerbank in die Hände. Sie lag da bestimmt schon zwei Jahre ungenutzt herum. Doch irgendwas war anders. Das Gehäuse wölbte sich leicht nach außen, als hätte jemand versucht, einen kleinen Ballon darin aufzublasen. Und es roch ganz leicht chemisch, so ein süßlich-metallischer Geruch.
Das war der Moment, in dem bei mir alle Alarmglocken schrillten. Ich hatte schon oft davon gelesen, aber es selbst zu sehen, ist nochmal eine andere Hausnummer. Das war kein Design-Feature, sondern ein klassischer Fall von einem Akku, der kurz davor war, den Geist aufzugeben – und das möglicherweise auf eine sehr unschöne Art.
Was ist ein aufgeblähter Akku und warum ist er ein Problem?
Im Grunde ist die Sache ziemlich simpel, auch wenn die Chemie dahinter komplex ist. In einem Lithium-Ionen-Akku, wie er in fast all unseren Geräten steckt, laufen chemische Prozesse ab, um Energie zu speichern und abzugeben. Mit der Zeit oder durch Beschädigungen können diese Prozesse aus dem Ruder laufen. Dabei entsteht Gas. Da der Akku aber in einer versiegelten Hülle steckt, kann dieses Gas nicht entweichen und der Akku bläht sich auf wie ein Kissen.
Das eigentliche Problem ist der Druck, der dabei im Inneren entsteht. Diese Gase sind hochentzündlich. Ein kleiner Stoß, eine Beschädigung der äußeren Hülle oder weitere Hitze können einen Kurzschluss auslösen. Und genau hier liegt die Brandgefahr bei Lithium-Ionen. Experten von Reparatur-Plattformen wie iFixit warnen eindringlich, dass ein solcher Akku jederzeit in einen Zustand namens „thermisches Durchgehen“ übergehen kann.[1] Das ist eine schicke Umschreibung für eine unkontrollierbare Kettenreaktion, die in einem Feuer oder einer kleinen Explosion endet. Deshalb ist ein aufgeblähter Akku keine Kleinigkeit, die du ignorieren solltest.
Die untrüglichen Zeichen für einen aufgeblähten Akku
Manchmal ist es offensichtlich, manchmal schleicht sich das Problem langsam an. Dein Gerät sendet aber meist klare Signale, dass etwas im Argen liegt.
Achte auf folgende Anzeichen:
- Verformtes Gehäuse: Dein Smartphone liegt nicht mehr flach auf dem Tisch oder die Hülle passt nicht mehr richtig.
- Abstehendes Display: Es entsteht ein Spalt zwischen Display und Rahmen, weil der Akku von innen drückt.
- „Matschtiges“ Gefühl: Bestimmte Bereiche des Geräts lassen sich leicht eindrücken, wo sie vorher fest waren.
- Funktionsstörungen: Tasten klemmen oder das Trackpad deines Laptops lässt sich nicht mehr richtig klicken.
- Süßlicher, chemischer Geruch: Das ist ein ganz klares Zeichen, dass Gase aus dem Akku austreten.
Wenn dir eines dieser Dinge auffällt, ist es Zeit zu handeln. Nicht morgen, sondern jetzt.
Erste Hilfe: Die drei wichtigsten Sofortmaßnahmen
Okay, du hast einen Verdacht oder sogar den Beweis: Dein Akku ist eine Kugel. Bevor du irgendetwas anderes tust, befolge diese Schritte, um die unmittelbare Gefahr zu minimieren. Das Umweltbundesamt betont, wie wichtig der sachgemäße Umgang ist, um Schäden zu verhindern.[2]
Hier ist deine Checkliste:
- Gerät sofort ausschalten: Trenne das Gerät von jeglicher Stromquelle. Lade es unter gar keinen Umständen mehr auf. Jede weitere Energiezufuhr erhöht nur die chemische Instabilität und damit das Risiko.
- Für Abkühlung sorgen: Bringe das Gerät an einen kühlen, trockenen und nicht brennbaren Ort. Leg es nicht in die pralle Sonne oder auf die Heizung. Ideal ist ein Ort mit Fliesenboden oder eine Betonfläche im Garten oder auf dem Balkon. Direkte Sonneneinstrahlung ist tabu.
- Sicher isolieren: Lege das Gerät in einen feuerfesten Behälter. Das klingt dramatischer, als es ist. Ein einfacher Kochtopf mit Deckel, eine Metalldose oder ein Eimer mit Sand leisten hier schon hervorragende Dienste. So stellst du sicher, dass im schlimmsten Fall nichts auf die Umgebung übergreifen kann.
Nachdem du diese drei Schritte erledigt hast, kannst du kurz durchatmen. Du hast die akute Gefahr gebannt und dir Zeit für die nächsten Überlegungen verschafft.
Was du auf keinen Fall tun solltest
Ein aufgeblähter Akku ist kein Spielzeug. Vermeide unbedingt diese Aktionen: Den Akku quetschen, biegen oder gar versuchen, ihn aufzustechen, um das Gas abzulassen. Das ist der schnellste Weg in die Katastrophe. Auch das Lagern in Wasser ist keine gute Idee, da Lithium heftig mit Wasser reagiert.
Dein Sicherheits-Setup für den Ausbau
Falls du dich entscheidest, den Akku selbst zu entfernen – was nur bei leicht zu öffnenden Geräten eine Option ist –, brauchst du eine sichere Arbeitsumgebung. Arbeite an einem gut belüfteten Ort, am besten draußen, wenn es trocken ist. Lege dir eine Schutzbrille und Handschuhe bereit, um deine Augen und Haut vor möglichen austretenden Chemikalien zu schützen.
Ein paar Plastikwerkzeuge zum Hebeln sind ebenfalls hilfreich. Metallische und scharfe Gegenstände sind ein No-Go, da sie die empfindliche Akkuhülle beschädigen könnten. Dein Ziel ist es, den Akku zu entfernen, ohne ihn weiter zu stressen.
Aufgeblähter Akku: Selbst ausbauen oder zum Profi?
Jetzt kommt die Gretchenfrage: Machst du es selbst oder überlässt du es jemandem, der sich damit auskennt? Die Antwort hängt stark vom Gerät ab. Bei älteren Laptops oder Fairphones, die für Reparaturen konzipiert wurden, ist der Akkutausch oft mit wenigen Schrauben erledigt. Hier kannst du mit der nötigen Vorsicht selbst Hand anlegen.
Bei modernen Smartphones oder Tablets sieht die Sache anders aus. Hier ist der Akku oft fest verklebt, das Gehäuse nur mit Spezialwerkzeug zu öffnen. Ich dachte auch mal, ich könnte den Akku meines alten Tablets mal eben schnell wechseln. Ende vom Lied: Ein unschöner Kratzer im Gehäuse und die Erkenntnis, dass aggressiver Industriekleber der Endgegner jedes DIY-Versuchs ist. Wenn du also hebeln, biegen oder mit Gewalt arbeiten müsstest, um an den Akku zu kommen: Lass es sein. Die Gefahr, den Akku dabei zu beschädigen, ist zu groß. Ein Handy-Akku professionell wechseln in einer Werkstatt wechsel zu lassen, kostet zwar etwas, aber deine Sicherheit und heile Wohnung sind es wert.
Die richtige Entsorgung – aber bitte nicht im Hausmüll
Der dicke Akku ist draußen. Und jetzt? Die wichtigste Regel, die auch das Verbraucherportal Baden-Württemberg hervorhebt: Ein defekter Akku gehört niemals in den Hausmüll oder die gelbe Tonne.[4] Die mechanische Belastung in einem Müllwagen kann den Akku endgültig zum Entzünden bringen und so zu gefährlichen Bränden in Entsorgungsanlagen führen.
Der korrekte Weg, den Akku zu entsorgen, führt dich zu einer kommunalen Sammelstelle, also dem Wertstoff- oder Recyclinghof. Viele Elektronikmärkte, die Batterien verkaufen, müssen diese ebenfalls kostenlos zurücknehmen. Informiere am besten das Personal vor Ort darüber, dass es sich um einen beschädigten Akku handelt. Klebe die Pole des Akkus vorher mit etwas Isolierband ab, um Kurzschlüsse zu verhindern. So wird er sicher und fachgerecht recycelt.
So verhinderst du, dass dein nächster Akku zur Kugel wird
Ein aufgeblähter Akku ist oft ein Zeichen von Altersschwäche, aber du kannst die Lebensdauer deiner Akkus mit ein paar einfachen Verhaltensregeln deutlich verlängern. Es geht darum, Stress für die Batteriechemie zu vermeiden.
Die University of Reading empfiehlt zum Beispiel, Geräte nicht dauerhaft am Ladekabel zu lassen, nachdem sie voll sind.[5] Akkus mögen Zyklen – also das Ent- und Wiederaufladen. Extreme Temperaturen sind ebenfalls Gift. Lass dein Handy an heißen Tagen nicht im Auto liegen und lade es nicht bei Minusgraden im Freien. Verwende am besten immer das Original-Ladegerät oder hochwertige Alternativen. Billige No-Name-Kabel und -Netzteile können unsaubere Ladespannungen liefern, die den Akku auf Dauer schädigen. Ein wenig Sorgfalt im Alltag sorgt dafür, dass deine Geräte lange und sicher funktionieren.
Quellen
- Was tun bei einem aufgeblähten Akku (iFixit, abgerufen am 21.11.2025)
- Lithium-Batterien und Lithium-Ionen-Akkus (Umweltbundesamt, abgerufen am 21.11.2025)
- Nachhaltiger Umgang mit Batterien und Akkus (Umweltbundesamt, abgerufen am 21.11.2025)
- Lithium-haltige Batterien und Akkus richtig behandeln und entsorgen (Verbraucherportal Baden-Württemberg, abgerufen am 21.11.2025)
- I have a Swollen Lithium-ion battery what should i do (University of Reading, abgerufen am 21.11.2025)
FAQs zum Thema Aufgeblähter Akku
Ist ein aufgeblähter Akku ein Garantiefall?
Das kommt darauf an. Innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfrist (in der Regel zwei Jahre) wird ein aufgeblähter Akku oft als Mangel anerkannt, für den der Hersteller oder Händler aufkommen muss. Nach Ablauf dieser Frist ist es meist eine Kulanzentscheidung. Manche Hersteller bieten aber auch für bekannte Probleme bei bestimmten Modellen erweiterte Austauschprogramme an. Eine freundliche Anfrage lohnt sich also fast immer.
Wie lagere ich Geräte mit Akku langfristig richtig?
Wenn du ein Gerät für längere Zeit weglegst, solltest du den Akku auf einen Ladezustand von etwa 40 bis 60 Prozent bringen. Sowohl ein komplett voller als auch ein tiefenentladener Akku wird chemisch stark beansprucht, was das Aufblähen begünstigen kann. Lagere das Gerät anschließend an einem kühlen, trockenen Ort und vermeide extreme Temperaturen wie im Auto oder im Keller.
Übernimmt meine Versicherung den Schaden, wenn der Akku brennt?
In den meisten Fällen ja. Ein Brandschaden durch einen defekten Akku ist normalerweise über die Hausratversicherung abgedeckt. Sie greift bei Schäden durch Feuer, unabhängig von der Ursache. Sollte dir jedoch grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden – zum Beispiel, weil du ein sichtlich aufgeblähtes Gerät wochenlang weitergeladen hast – könnte die Versicherung die Leistung kürzen. Ein Blick in deine Police oder ein kurzer Anruf beim Versicherer schafft hier Klarheit.

